Surfer-Studie

29. Mai 2017 13:16; Akt: 29.05.2017 14:20 Print

Nach dem Regen solltest du besser nicht ins Meer

Bei starkem Regen öffnen Kläranlagen wegen Überlastung ihre Schleusen und das Abwasser gelangt in Flüsse, Seen und ins Meer. Das hat Folgen für die Badenden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn es regnet, verzichten viele Surfer darauf, ihrem Hobby zu frönen. Doch sobald sich das Wetter verbessert, sind sie zurück auf dem Brett. Das ist laut einer Studie der Surfrider Foundation und der University of California offenbar keine so gute Idee.

Umfrage
Warst du dieses Jahr schon am Meer?
23 %
7 %
7 %
38 %
25 %
Insgesamt 1529 Teilnehmer

Denn dann ist das Risiko, sich eine Infektion einzufangen, besonders hoch. Dies geht aus den Daten von 654 Surfern hervor, die die Verantwortlichen der Surf-Umwelt-Organisation über zwei Jahre hinweg gesammelt haben.

Demnach erkrankten im Schnitt 30 von 1000, wenn sie bis zu drei Tage nach starken Regenfällen ins Meer gegangen waren. Dagegen wurden nur 18 von 1000 Surfern krank, wenn sie an diesen Tagen nicht im Meer waren.

Weltweites Problem

Von diesem Ergebnis wenig überrascht zeigt sich Anne Leonard, Epidemiologin an der University of Exeter Medical School. Auch sie forscht zu den durch Keime im Wasser verursachten Gesundheitsrisiken für Wassersportler – und kennt deren Herkunft.

So stammen viele der Erreger aus Kläranlagen. Weil die bei starken Regenfällen an ihre Grenzen stossen, öffnen sie ihre Notausgänge – sogenannte Mischwasserüberläufe. So wird verhindert, dass das Abwasser wieder zurück in die Häuser fliesst und für Überschwemmungen sorgt.

In diesen Fällen wird das Wasser jedoch nicht vorher geklärt, sondern fliesst inklusive Verunreinigungen in nahe gelegene Flüsse, Seen – oder ins Meer. Allein in England gibt es laut dem Wasserunternehmen South West Water 20'000 bis 30'000 solcher Notausgänge, schreibt Spiegel.de. Doch es handle sich um ein weltweites Problem.

So kann man sich schützen

Nicht nur die Vorstellung von ungeklärtem Abwasser in Badegewässern ist unappetitlich, sondern auch das, was sich darin befindet. Dies sind laut Leonard vor allem Magen-Darm-Beschwerden auslösende Bakterien und Viren. Diese waren es auch, die den Surfern in Kalifornien am häufigsten zusetzten.

Die britische Forscherin findet jedoch auch immer wieder multiresistente Bakterien im Meer – sogenannte Spitalkeime. «In Wasserproben aus Küstengewässern haben wir diese Bakterien in geringer Konzentration vorgefunden», so Leonard. Diese könnten von Wassersportlern mit geschlucktem Wasser aufgenommen werden.

Um das Risiko einer Infektion zu senken, empfehlen die Autoren der Surfer-Studie, Meere und Flüsse mindestens 72 Stunden nach Regenfällen zu meiden. Dies sei vor allem in der Nähe von Städten ratsam. Wer dagegen in einem See badet, der keinerlei Anbindung zu anderen Gewässern hat, planscht auf der sicheren Seite.

(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 29.05.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schön, dass...

    es hier nur um die Surfer geht, die gesundheitliche Probleme bekommen könnten. Dass in einigen Ländern das Abwasser ungeklärt in unsere Gewässer fliessen ist bekannt und wird immer mehr zu einem riesigen Problem. Giftstoffe, Medikamente, Hormone etc. fliessen ins Meer und genau das landet irgendwann wieder bei uns auf dem Teller.

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 29.05.2017 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja klar

    Alle Abwasser gehen an der kalifornischen Küste ons Meer. Kanalisation ist zu teuer.

    einklappen einklappen
  • Helga am 29.05.2017 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Ups, dann sollten alle 72 Stunden warten, wenn ich im See war..., sorry.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Weltenbummler am 31.05.2017 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Deshalb....

    gehe ich nur dort in die Ferien wo es keine Kläranlagen gibt. Da hat das Wasser immer die gleiche Qualität. Kein auf und ab, sauber und schmutzig. Immer gleich !

  • toni am 31.05.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    häää

    "Wer dagegen in einem See badet, der keinerlei Anbindung zu anderen Gewässern hat, planscht auf der sicheren Seite." Diesen natürlichen See müsst ihr mir zeigen der keinerlei Anbindung zu anderen Gewässern hat;-)

  • Kiwi am 31.05.2017 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Infektionsgefahr

    Nach dem Regen An flussmündungen und kläranlagen zu surfen erhöht zudem die wahrscheinlichkeit von einem Hai angegriffen zu werden da die sicht im Wasser relativ schlecht ist zu diesem Zeitpunkt und Haie sich gerne in solchen bedingungen bewegen.... Also wenn es geht solche stellen meiden...

  • Chris am 30.05.2017 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider falsch 20 Minuten

    Reine Kläranlagen gibt es zumindest in der Schweiz und in jedem halbwegs entwickelten Land keine mehr. Die Dinger heissen ARA. Des weiteren wird der Regenüberlauf geklärt (frühere Kläranlage), sprich Feststoffe abgesetzt und Gegenstände die schwimmen abgeschöpft (Tauchwand).

  • Hubi Bubi am 30.05.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saubere Welt

    Also kann ich meine extemente auch ins Meer lassen,kommt nicht Draufan,bisschen mehr oder weniger . Gut Schluck .