Gefährdete Tiere

11. November 2014 12:49; Akt: 11.11.2014 12:49 Print

UNO schützt 31 neue Arten

Eisbär, Schnabelwal und Teufelsrochen sind nur drei der wandernden Tierarten, die neu besonders geschützt werden. Dies beschlossen 900 Experten aus 120 Ländern, darunter die Schweiz.

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Eine UNO-Konferenz in Ecuadors Hauptstadt Quito hat den internationalen Schutz für wandernde Tierarten stark erweitert. Insgesamt 31 Arten wurden am Sonntag zum Abschluss der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in die Schutzlisten der 120 Mitgliedsländer aufgenommen.

Bei der CMS-Konferenz 2011 in Norwegen waren es nur acht Tierarten. Die 21 aufgelisteten Hai-, Rochen- und Sägefischarten stellen nicht nur in ihrer Anzahl die wichtigste Untergruppe dar.

Konferenzteilnehmer unterstrichen die Bedeutung, den zum Teil kommerziell gefangenen Arten bessere Überlebenschancen zu gewähren. Für Mantas und Teufelsrochen wird ein absolutes Fangverbot erlassen. Obwohl die grossen Fischereiländer Russland, China und Japan nicht Teil der CMS sind, sei der internationale Druck zur Erhaltung dieser Arten eindeutig gestärkt worden.

Auch der Eisbär soll nicht mehr wie bisher nur von den Arktis-Anrainerstaaten in Schutz genommen werden. Das schmelzende Eis der Arktis hat den Lebensraum des Eisbären stark verringert und zudem auch den Zugang von Touristenschiffen und Erdölbohrungen erleichtert, die eine zusätzliche Gefährdung für den «König der Arktis» darstellen. Die Konferenz beschloss, in internationaler Kooperation diese Aktivitäten zu regeln.

Weitere Nutzniesser der Konferenz sind der Schnabelwal, bestimmte Zugvögel und zentralasiatische Steppentiere. Allein der Antrag zum Schutz des Löwen wurde zurückgenommen, weil kein Konsens unter den afrikanischen Staaten erreicht werden konnte.

Schutz von Zugvögeln

«Es war eine wichtige Konferenz mit wichtigen Beschlüssen», sagte Reinhard Schnidrig, Schweizer Delegationsleiter und Chef der Sektions Wildtiere beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), auf Anfrage.

Verabschiedet wurde auch ein mit Unterstützung der Schweiz erarbeiteter Aktionsplan zum Schutz von Zugvögeln in Eurasien und Afrika. So sollen Windparks zum Beispiel nicht auf den Routen der Zugvögel installiert werden.

Thema war zudem der Kampf gegen die Vergiftung von Zugvögeln. Die Staaten nahmen eine Resolution an, die den Ersatz von Blei in der Jagdmunition empfiehlt. Bleischrot kann insbesondere bei Wasservögeln zu Bleivergiftungen führen, wenn sie in Flachwasserzonen nach Nahrung suchen und so Schrotmunition aufnehmen.

Auf freiwillige Beiträge angewiesen

Anträge zur Erhöhung des CMS-Etats von 9 Millionen Franken für die drei Jahre von einer Konferenz zur nächsten wurden abgewiesen. Mehrere Staaten, unter ihnen einige von der Finanzkrise betroffene EU-Mitglieder, beanstandeten, sie könnten nicht ihre internationalen Beiträge erhöhen, wenn sie ihren eigenen Haushalt stark kürzen müssten.

Die Konvention ist somit für die Erfüllung der erweiterten Aufgaben auf freiwillige Beiträge der Mitgliedsstaaten angewiesen. Die Schweiz bezahlt bisher und weiterhin pro Jahr rund 130'000 Franken an die Konvention, zwei Drittel davon sind freiwillige, projektgebundene Beiträge, wie Schnidrig sagte.

Auch der Antrag des CMS-Sekretariats, Verfahren auszuarbeiten, um die Einhaltung der Schutzmassnahmen durch die Staaten zu überprüfen, wurde aus finanziellen Gründen bekämpft. Die Schweiz hatte den Antrag unterstützt, während sich die Europäische Union aufgrund der knappen Haushaltslage entgegenstellte.

Als Kompromiss soll sich der ständige CMS-Ausschuss mit der Frage befassen und seine Folgerungen an der nächsten Konferenz 2017 auf den Philippinen vorstellen.

(jcg)