Begehrter Gallensaft

25. April 2012 23:43; Akt: 25.04.2012 23:59 Print

Das grausame Leiden der Bären für die Medizin

Für die traditionelle chinesische Medizin ist die Bärengalle ein Wundermittel. Um das «flüssige Gold» den Tieren zu entziehen, müssen diese schmerzvolle Qualen durchstehen. Jetzt regt sich Widerstand gegen die umstrittene Praktik.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In China leiden etwa 10 000 Bären Höllenqualen für die traditionelle Medizin. Viele Menschen halten die flüssige Bärengalle für ein wahres Wundermittel, doch nun regt sich Widerstand gegen die brutalen Praktiken an den Tieren.

In China wachse der Unmut über das Abzapfen von Gallenflüssigkeit bei lebendigen Bären, wie ein Forscher-Team um Qiang Weng von der Universität für Forstwirtschaft in Peking am Mittwoch im Fachblatt «Nature» schrieb.

Mit einer Nadel ziehen die Mitarbeiter spezieller Bären-Farmen die Flüssigkeit aus der Galle der lebendigen Tiere. «Eine schmerzhafte und erschreckende Prozedur», heisst es in dem Artikel.

Die begehrte Substanz ist mittlerweile auch künstlich im Labor herstellbar - viele Reiche wollen dennoch das echte «flüssige Gold». Für einige Firmen sei das Motivation genug, die Tierquälerei zu unterstützen.

Bärenfarmen verbieten

Die Tierschutzorganisation Animal Asia Foundation kämpft den Forschern zufolge seit zehn Jahren gegen das Geschäft mit dem Gallensaft der Bären: «Jetzt bekommt sie starke öffentliche Rückendeckung.»

Das Team fordert in seinem Artikel, China müsse Ersatzprodukte stärker bewerben und die Bevölkerung besser aufklären. Ausserdem solle ein Tierschutzgesetz erlassen werden, das eventuell sogar die Bären-Farmen verbiete.

Auch in Vietnam gilt die Gallenflüssigkeit von Bären als Heilmittel. Dort gefährdet aktuell ein Bauprojekt ein Schutzprogramm für Bären, die von einer der sogenannten Galle-Farmen befreit wurden.


(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • corerulez am 26.04.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Boykot

    Ihr könnt jetzt damit anfangen. Kauft keine China Produkte und macht keine Ferien dort. Dieses Land ist der Baustein zur Ausrottung unseres Planten. Stellt euch vor jedes Land wäre so wie China. Um Gottes willen. Aber doch schön zu hören dass es immer mehr Tierschützer gibt. Find ich gut.

  • petr am 26.04.2012 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    wer braucht schon Tiere?

    Ob, ausrotten von Delfinen, Elefantenjagd in Botswana, 1 Million Robben zu tode hacken in Kanada, Tierversuche für Medikamente, Nerz-Farmen auf denen Tiere unter grösster Qualen getöt werden um an ihren Pelz zu gelangen! Fleisch auf der ganzen Welt, nur um Fleisch so günstig zu verkaufen wie möglich werden Schweine Geflügel... unter primitivsten Umständen gehalten! wen Interessiert dies alles? Die Politiker und die grossen Wirtschaftsbosse auf jedenfall nicht! Der BIP wächst ja nicht wenn man damit aufhören würde!

    einklappen einklappen
  • Joey am 26.04.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    ich, der zerbrechliche

    Ich habe vor einem Jahr oder länger eine Doku darüber gesehen. Ich musste weinen. Das sagt vieles!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Barbara Ettlin am 27.04.2012 00:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierschützer

    Echt grausam und so traurig! Endlich kommt nach so vielen jahren ein kleiner stein ins rollen! Es gibt leider in jedem land solche schrecklichen menschen aber dort ist die art und weise, wie sie tiere quälen besonders schlimm!

  • Sasha Bino am 26.04.2012 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Grausam

    Ich denke an dem Zeitpunkt wo die Menschheit einsieht was sie anstellt oder angestellt hat, ist es zu spät... Nämlich dann, wenn wir alles um uns zerstört haben

  • Joey am 26.04.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    ich, der zerbrechliche

    Ich habe vor einem Jahr oder länger eine Doku darüber gesehen. Ich musste weinen. Das sagt vieles!!

  • Thomas am 26.04.2012 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind nicht besser

    Wir sollten mal schön ruhig sein denn wir halten unsere Tiere die wir essen wollen auch nicht besser. Auch das ist grausamste Folter und dann werden sie teilweise noch lebendig geschlachtet. So sieht es bei uns in den Tierfabriken aus.

    • Tamara am 27.04.2012 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      Interessiert....

      Können Sie mir mal erklären wie das lebendig geschlachtet bei uns nach den Vorschriften gemacht wird!!!

    • Otto Normal am 27.04.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Logo!

      Du kannst das Tier ja nicht an Altersschwäche sterben lassen wenn's gegessen werden sollte. Also muss es lebendig geschlachtet werden! Und ich denke unsere Bauren halten die Tiere sehr gut. Gerad im Vergleich mit dem Ausland

    einklappen einklappen
  • Bärenflüsterer am 26.04.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ne Heuchelei

    Oh diese Heuchelei von "die armen Bären" und ach was sind die Menschen doch so böse, usw. Ich kanns kaum fassen: Zuerst sollten wir selber in der Schweiz einen entspannten Umgang mi diesen Tieren lernen, bevor wir andere kritisieren. JJ3 (RIP) lässt Grüssen: Fangschuss und tot war er. Alle die Autoren der Beiträge hier, sollten sich dafür einsetzen, dass der Bär in der CH leben kann. M13 wird dieses Jahr auch nicht überleben und (weil es weniger aufsehen erregt) genau so wie sein Bruder M12, mal schnell totgefahren.