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Uni Zürich
15. März 2010 15:51; Akt: 15.03.2010 15:51 Print
Wie der Ameisenigel, so der Mensch
An Embryonen des Ameisenigel haben Forscher Entwicklungsschritte entdeckt, die den Erfolg der Säugetiere - und des Menschen - ermöglichten.
Zwei Errungenschaften haben es den Säugetieren ermöglicht, die ganze Welt zu bevölkern, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte: Embryonen reifen im Mutterleib heran und die Jungtiere werden von der Mutter gesäugt. Dieser Schutz in der frühen Entwicklung sorgt dafür, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit stark steigt.
Der in Australien heimische Ameisenigel ist - wie das berühmte Schnabeltier - ein so genanntes Kloakentier. Diese ursprüngliche Gruppe der Säugetiere legt noch Eier und die Zitzen der weiblichen Tiere sind noch nicht ausgebildet. Die Jungen lecken aber Milch von einem Milchdrüsenfeld am Bauch der Mutter ab.
Eizahn wie Reptilien
Ingmar Werneburg und Marcel Sánchez vom Paläntologischen Institut der Uni Zürich haben nun die äusserst seltenen Embryonen des Ameisenigels untersucht. Anhand von über 100 Merkmalen verglichen sie die Entwicklung der Ameisenigel-Embryonen mit jenen von 23 Arten von Salamandern, Schildkröten, Vögeln, Krokodilen und Echsen.
Wie die Forscher im Fachmagazin «Acta Zoologica» berichten, verlief der Übergang von Reptilien zu Säugetieren «mosaikartig». Die Jungen der Kloakentiere haben zwar noch einige Gemeinsamkeiten mit jenen der Reptilien. So bilden sie einen Eizahn, mit dem sie das Ei aufschlitzen, in dem sie sich entwickeln.
Langsame Augenentwicklung
Aber ihre Augen und Ohren entwickeln sich wie bei den anderen Säugetieren - und im Gegensatz zu den Reptilien - eher langsam. Dafür bildet sich bei Säugern der Kiefer- und Halsapparat viel schneller. Bei Meerschweinchen etwa sind die Augen noch lange nach der Geburt verschlossen.
Die Forscher erklären dies damit, dass Säuger die Entwicklung der Sinnesorgane hintenan stellen können, weil sie von der Mutter beschützt werden. Die Organe zur säugenden Nahrungsaufnahme dagegen sind für Säuger überlebenswichtig.
Reptilien auf der anderen Seite müssen sich kurz nach dem Schlüpfen vor Feinden schützen und selbst Nahrung finden. Dazu benötigen sie gute Augen und Ohren. Ihr Fressmechanismus ist dagegen einfacher als bei Säugern, weshalb sich Hals- und Zungenmuskeln erst später entwickeln.
(sda)























