Letzte Worte am Südpol

20. Dezember 2011 21:14; Akt: 20.12.2011 21:14 Print

«Wir werden wie Ehrenmänner sterben»

100 Jahre nach der erfolgreichen Expedition zum Südpol kommt ein Abschiedsbrief von Robert Scott unter den Hammer. Der Polarforscher war sich bewusst, dass er seine Abenteuerlust mit dem Tod bezahlt.

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Polarforscher Robert Scott (stehend, links) und seine letzten Worte: «Ich bedauere das nur für die Frauen, die wir zurücklassen.»

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Der Abschiedsbrief, den der britische Polarforscher Robert Falcon Scott im Angesicht seines herannahenden Todes im Eis schrieb, wird in Grossbritannien versteigert. Der Brief an seinen Geldgeber Edgar Speyer wurde im März 1912 geschrieben und im November desselben Jahres auf seiner Leiche gefunden. Darin heisst es: «Ich befürchte, wir müssen gehen (...) Aber wir waren am Pol und wir werden wie Ehrenmänner sterben. Ich bedauere das nur für die Frauen, die wir zurücklassen.»

Scott hatte mit seiner Expedition im Januar 1912 den Südpol erreicht. Allerdings musste er feststellen, dass der Norweger Roald Amundsen das Ziel kurz vor ihm erreicht hatte. Scott starb zusammen mit vier Begleitern auf dem Rückweg ins Basislager. «Wir hätten es fast geschafft», heisst es in dem Brief weiter. Niemand sei daran schuld und er hoffe, dass niemand versuche anzudeuten, es habe der Expedition an Unterstützung gemangelt.

In der Heimat als Held verehrt

Mit der Entdeckung seiner Briefe und seines Expeditionstagebuchs wurde Scott in seiner britischen Heimat zum verehrten Helden. Mit Spenden wurden Expeditionskosten gedeckt und die Hinterbliebenen seiner Begleiter unterstützt. Ausserdem reichte es zur Gründung des Scott Polar Research Institute.

Das Auktionshaus Bonhams teilte am Dienstag mit, der Brief werde im März 2012 versteigert - am 100. Jahrestag der Expedition. Gerechnet wird mit einem Erlös von etwa 150 000 Pfund, umgerechnet rund 220 000 Franken.

(dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jörg F. am 23.12.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    der große Amundsen

    Soweit ich weiß, hat Amundsen seinen Plan sogar um einige Tage übertroffen! Hut ab vor dieser soliden logistischen Leistung! Er mag als Person eher nüchtern und kein so führungsstarker und charismatischer Motivator gewesen sein wie Shackleton, aber seine messerscharfe und korrekte Analyse der Umweltbedingungen und die Wahl der Transportmittel war vortrefflich.

  • Frank W. am 21.12.2011 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Held opfert keine Meschen!

    Scott war ein Versager auf der ganzen Linie. Das ist hart zu sagen, aber wer die vielen Dokumente liest die es heute gibt, muss das einsehen. Fehlplanung, Missachtung von Tipps erfahrener Arktis-Forscher, militärischer Stil und dann noch am Schluss fünf Leute mitnehmen obwohl Depots für nur vier gelegt wurden. So schaffte er es nicht, auf einer Strecke die zum grössten Teil schon von Shackleton beschrieben wurde sein Ziel zu erreichen. Gleichzeitig zieht Amundsen durch total unbekanntes Gelände wie eine perfekt funktionierende Maschine zum Pol und fast auf den geplanten Tag zurück.

    • Joe F. am 22.12.2011 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, Respekt!

      Tatsächlich hat Scott viele gravierende Fehler gemacht, die insofern unverständlich sind, als er bereits über ausreichend Erfahrung in der Antarktis verfügte und zudem eine bereits bekannte Marschroute einschlug. Er hat so auf tragische Weise seine unbestritten große Leistung - und die seiner Mannschaft - verspielt. Aber absichtlich geopfert hat er seine Männer sicher nicht, er war nur eben nicht so weitsichtig wie Shackleton, der in einer ähnlichen Situation den Mut hatte, rechtzeitig umzukehren.

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  • Daniel Santoni am 20.12.2011 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Grossen Respekt für diese Männer - Ihr wart wahrlich Ehrenmänner. Schön das Scott seine "letzten Worte" noch festhalten konnte.

    • Jörg F. am 23.12.2011 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Respekt für die Leistung

      Leider waren sie durch die völlig verpatzte Planung auch tragische Figuren, deren unmenschlicher Einsatz sich letztlich nicht mehr rechnen sollte. Schuld am Scheitern war nicht zuletzt das "ehrenhafte" Ziehen der Schlitten durch Manneskraft, das klar zu kräfteraubend war. Das hätte Scott als verantwortungsvoller Anführer schon bei Shackleton und Nansen nachlesen können und müssen! Ihr Umgang mit dem nahenden Ende war in der Tat bewundernswert - der Weg in das Desaster jedoch auch nach damaligen Kenntnissen vorhersehbar. Ein Jammer!

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