Ungewollte Nebenwirkungen

10. September 2014 16:40; Akt: 10.09.2014 16:40 Print

Verursachen Schlafmittel Alzheimer?

Viele Schlafmittel, Angsthemmer, Krampflöser und Beruhigungsmittel enthalten Benzodiazepine. Diese erfüllen zwar ihren Zweck, steigern aber vielleicht auch das Demenz-Risiko.

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Beruhigungsmittel können nicht nur abhängig machen, sie könnten einer Studie zufolge auch die Anfänge einer Demenz verschleiern. (Bild: Keystone/AP/Marty Reichenthal)

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Medikamente aus der Familie der Benzodiazepine werden unter anderem gegen Angstzustände, Schlafstörungen und Epilepsie eingesetzt. Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka. Doch ausgerechnet sie stehen nun im Verdacht, das Alzheimer-Risiko zu erhöhen, wie Forscher um Sophie Billioti de Gage von der Universität von Bordeaux im «British Medical Journal» berichten.

Ihrer Studie zufolge stieg das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung bei Patienten, die in der Vergangenheit mehr als drei Monate lang Benzodiazepine einnahmen, um bis zu 51 Prozent. Demnach wuchs mit der Dauer der Einnahme auch das Risiko.

Für die Untersuchung verglichen Forscher aus Kanada und Frankreich die Versicherungsdaten von 1796 Alzheimer-Patienten, deren Gesundheitszustand mindestens sechs Jahre vor ihrer Diagnose überwacht wurde, mit denen von 7000 gesunden Probanden. Jedem Alzheimer-Patienten standen dabei drei gleichaltrige Gesunde desselben Geschlechts gegenüber.

Auslöser – oder Symptombekämpfer?

Benzodiazepine haben normalerweise eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung. Personen, bei denen später Alzheimer diagnostiziert wird, leiden aber häufig unter Angstzuständen und Schlafproblemen. Deshalb könnte es sein, dass Benzodiazepine kein Auslöser für Alzheimer sind, sondern lediglich zur Linderung früher Symptome der Krankheit eingesetzt werden.

So oder so weisen die Forscher darauf hin, dass noch weitere Studien notwendig seien, um einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Medikamenten und Alzheimer zu bestätigen. In jedem Fall raten sie aber dazu, die Einnahme von Benzodiazepinen auf höchstens drei Monate zu begrenzen.

Wegen schwerer Nebenwirkungen raten die Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern bereits von einer Verschreibung der Mittel bei älteren Patienten ab. Diese leiden besonders bei der Einnahme häufig unter neuropsychiatrischen Problemen oder starken Entzugserscheinungen.

(fee/sda)

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