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Opfer der Evolution
17. April 2012 19:53; Akt: 18.04.2012 12:53 Print
Deshalb sind die Dinosaurier ausgestorben
Den Sauriern wurden weder Meteoriten noch Vulkane zum Verhängnis. Verschwunden sind die Riesenechsen, weil sie winzige Eier legten, haben jetzt Forscher der Uni Zürich nachgewiesen.
Dinosaurier wie der Triceratops (vorne) und der Pachycephalosaurus waren gegenüber den Säugetieren nicht konkurrenzfähig. (Im Bild: Dinosaurier im Park im Grünen in Münchenstein 2005). (Bild: Keystone/AP/Markus Stuecklin)
Das Ei war der entscheidende Nachteil der Dinosaurier gegenüber den lebend gebärenden Säugetieren. Daryl Codron und Marcus Clauss von der Universität Zürich haben zusammen mit britischen Kollegen erforscht, wie dieses Handicap zum Aussterben geführt haben könnte.
Eine bedeutsame Einschränkung des Eierlegens ist, dass das Jungtier im Vergleich zum Muttertier extrem klein ist. Das neu geschlüpfte Baby eines vier Tonnen schweren Titanosauriers ist 2500-mal leichter als das Muttertier. Eine gleich schwere Elefantenmutter wiegt lediglich etwa 22-mal so viel wie ihr Neugeborenes.
Eier-Grösse begrenzt
Das kommt daher, dass Eier nicht unbegrenzt grösser werden können. Grössere Eier brauchen eine dickere Schale, die jedoch luftdurchlässig bleiben muss. Darum ist das Wachstum sowohl der Schale als auch des Eis begrenzt.
Folglich musste sich ein Dinosaurierjunges im Laufe seines Wachstums in vielen Lebensräumen - ökologische Nischen genannt - behaupten. Es fing klein an und konkurrierte jeweils mit anderen, gleich grossen Tieren, um Futter oder Schutz. Das Säugetier hingegen lebt komfortabel, weil von der Mutter gesäugt, in der gleichen Nische wie sie.
Dies hatte Konsequenzen für die Artenvielfalt der Saurier, berichteten Codron und Kollegen am Mittwoch in der Zeitschrift «Biology Letters». «Bei den Dinosauriern dürfte eine einzige Art einen Grossteil der Nischen besetzt haben, während die Säugetiere diese durch zahlreiche, unterschiedlich grosse Arten belegen», sagte Codron in einer Mitteilung der Universität Zürich.
Nach Massensterben nicht konkurrenzfähig
Die Computersimulationen der Forscher zeigten, dass insbesondere Dinosaurier von kleiner und mittlerer Körpergrösse mit sehr viel weniger eigenen Arten vertreten waren als die Säugetiere - denn ihre Nischen waren bereits von den Jungtieren der grösseren Arten besetzt.
Fazit der Arbeit ist somit zum einen, dass der Wettbewerb zwischen Dinosauriern zu einer Lücke bei den mittleren Grössen von zwei bis sechzig Kilogramm geführt hat. Umgekehrt konnten aber auch die Säugetiere keine grossen Arten entwickeln, weil die Nische der Giganten bereits besetzt war.
Kleinsaurier wurden zu Vögeln
Am stärksten litten wohl die kleinen Dinosaurier, die sowohl mit den Jungsauriern wie auch mit ihren eigenen Artgenossen konkurrierten. Jene, die nicht unter dem Druck ausgestorben sind, eroberten sich flugs eine neue Nische: Sie gingen als Vögel in die Lüfte, folgerte Codron.
Die Lücke bei den mittleren Grössen wurde den Sauriern beim grossen Massenaussterben an der Kreide-Tertiär-Grenze zum Verhängnis. Soweit bekannt ist, starben damals alle grösseren Tiere mit einem Körpergewicht ab etwa zehn bis fünfundzwanzig Kilo aus. Säugetiere gab es viele unterhalb dieses Schwellenwertes, Dinosaurier nicht. Die Saurier starben aus.
(sda)
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Alle 40 Kommentare

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Beweise um Beweise
Schon wieder was neues "nachgewiesen". Nächstes Jahr wird diese "Bewiesene Tatsache" durch etwas anderes "bewiesenes" wiederlegt.
Schade um den Text
Meiner Meinung nach hat der Verfasser des Textes die Theorie wohl nicht so richtig verstanden. Schade um den Artikel, denn diese These ist durchaus spannend...
Dinosaurier gegen Säugetiere
Diese Theorie ist zum Teil wohl richtig. Aber eigentlich müsste man sagen, dass der Verlauf der Evolution, der Aufstieg der Säugetiere, die primitiveren Reptilien verdrängt hat. Überlebende Ur-Reptilien in speziellen Nischen gibt es dennoch, aber in den meisten Lebensräumen sind die Grossreptilien weg.