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Nicht nur im Tessin
23. April 2012 19:14; Akt: 23.04.2012 22:37 Print
Die Schlangen sind los
von A. Hirschberg - Sobald es etwas wärmer wird, kriechen die einheimischen Schlangen aus ihren Löchern. Doch keine Angst: Nur zwei Arten sind gefährlich und die gehen mit ihrem Gift sparsam um.
Gleich vier Schlangen hat Leser-Reporter Christian Tiszberger im Freizeitpark Swissminiatur am Sonntag beobachtet. Seine zwei Kinder sind gehörig erschrocken als sich die dunklen Nattern an den Häuschen in der Aussstellung vorbeischlängelten. Denn Vater und Kindern war nicht klar, ob da nun eine Giftschlange züngelt oder ein harmloser Würger.
Bildstrecken Schlangen-Invasion im Swissminiatur Wie unterscheidet man giftige Schlangen von ungiftigen?Giftige einheimische Schlangen kann man von ungiftigen anhand der Augen unterscheiden: Die giftigen Schlangen haben geschlitzte Pupillen, die ungiftigen runde. Diese Regel gilt aber nicht für exotische Schlangen, die aus Terrarien entweichen könnten. Die Grüne oder die Schwarze Mamba zum Beispiel haben runde Pupillen und gehören zu den giftigsten Schlangen der Welt.
Die Angst ist nicht ganz unberechtigt, gibt es in der Schweiz doch nebst zahlreichen exotischen Tieren, die aus Terrarien ausbrechen, auch viele einheimische Schlangen: Sechs ungiftige Natterarten, die giftige Aspisviper und die giftige Kreuzotter. Gemäss Werner Strassmann, Schlangenbeauftragter der Kantonspolizei Zürich und Gemeindepolizist in Meilen, leben die giftigen Arten vor allem im Tessin und dem Wallis, aber auch in der Nordschweiz kommen sie in bestimmten Gegenden vor (siehe Diashow).
Die Schlangen sind derzeit auf Futter- und Partnersuche
Überhaupt sind die Kriechreptilien bei uns häufiger als man denkt. «Auch wenn man sie selten sieht, gibt es in der Schweiz ziemlich viele Schlangen», sagt Strassmann. Besonders im Frühling, wenn das Wetter warm wird, müssen nicht nur die Tessiner Schlangenspezialisten sondern auch Strassmann und seine vier Kollegen häufig ausrücken und Schlangen aus Kellern oder Schächten bergen.
«Die Schlangen sind unterwegs, weil sie nach dem Winterschlaf sowohl auf Partner- wie auch auf Futtersuche sind», so Strassmann. Wer so ein Tier von Weitem sehe, müsse keine Angst haben. «Schlangen sind scheu, und fliehen eher als dass sie angreifen.»
Seit 50 Jahren kein Todesfall mehr nach Schlangenbiss
Gefährlich sei es nur dann, wenn man eine giftige Schlange gezielt anfasse oder ihr beim Holzsuchen, Pilzsammeln oder Beerenpflücken zu Nahe komme. Jährlich werden so rund 3 Dutzend Personen in der Schweiz von giftigen einheimischen Schlangen gebissen. Nur etwa zehn Prozent davon haben aber schwere Vergiftungserscheinungen, die länger im Spital behandelt werden müssen. Denn die Schlangen setzen ihre Giftzähne nicht immer ein und können auch dosieren, wie viel Gift sie absondern. «Gift zu reproduzieren braucht viel Zeit, darum verschleudern Schlangen es nicht», sagt Strassmann. Ausserdem werde es hauptsächlich für den Beutefang und nur selten zur Verteidigung eingesetzt.
Wird jemand dennoch von einer Giftschlange gebissen, sollte dieser vor allem eines beherzigen: ruhig bleiben. Denn nach einem Biss einer einheimischen Schlange dauert es mindestens 60 bis 90 Minuten, bis erste Vergiftungssymptome auftauchen. In dieser Zeit kann man in aller Ruhe eine Notfallstation aufsuchen. Ist man weiter vom nächsten Spital entfernt, sollte man per Handy Erste Hilfe anfordern. Seit 1961 ist in der Schweiz niemand mehr an einem Schlangenbiss gestorben. Übrigens: Die Wunde aufschneiden und aussaugen nützt nichts. Wichtig ist aber, rund um die Biss-Stelle sofort alle Ringe, Armbänder, Uhren oder ähnliches abzulegen, damit es bei einem möglichen Anschwellen zu keinen Durchblutungsstörungen kommt.
Schlangen sind wie alle Reptilien in der Schweiz geschützt. Sie zu fangen und zu töten ist darum verboten.
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Alle 17 Kommentare

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RS im Tessin - no snake
Ich war als Grenadier im Tessin im Militärdienst und wir biwakierten jeweils mehrere Tage und Wochen draussen oder krochen selber im Unterholz herum. Leider habe ich sowie meine Kameraden nicht eine einzige Schlange zu Gesicht bekommen, was mich sehr enttäuschte. Zum Glück gibts die Tiere noch, wie ich nun lese. Sie sind sehr scheu und definitiv keine Bedrohung für den Menschen.
Ich bekomme Panik....
wenn ich eine schlange sehe. Ein Tier zu töten Niemals.
danke
Danke, ich werde jedenfalls bis auf weiteres die Swissminiatur meiden. Ich hasse diese Biester mit und ohne Gift