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Medien
04. März 2010 21:39; Akt: 09.03.2010 16:23 Print
Streit um Wissen bei Radio und TV
von Beat Glogger - Radio DRS und das Schweizer Fernsehen zanken sich um die Wissenschaftsredaktionen. Nun haben sich Schweizer Wissenschaftler und die Basler Regierungen in den Zwist eingeschaltet.
Prominente Schweizer Forscher haben einen besorgten Brief an die Chefredaktoren von Radio und Fernsehen
geschrieben. Der Grund: die bevorstehende Zusammenführung von Radio und Fernsehen. Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderen die Nobelpreisträger Werner Arber, Rolf Zinkernagel und Richard Ernst sowie der ETH-Präsident und der Rektor der Universität Basel. Sie sähen zwar ein, schreiben sie, dass es für aktuelle Nachrichten keinen Sinn mache, wenn mehrere Journalisten dieselbe Medienkonferenz besuchten, um dann dasselbe auf verschiedenen Kanälen zu berichten. Aber für Themen aus der Wissenschaft sähen sie schwarz.
Die Befürchtung: Fundierte Wissenschaft am Radio stirbt aus. (Bilder: Istock)
Die Zusammenlegung von Fernsehen und Radio ist beschlossene Sache und in vollem Gange. Als Erstes werden aber nicht die News-Redaktionen zusammengelegt, sondern «Wissenschaft DRS 2» und «Einstein» – was einer Zwangsheirat zweier ungleicher Partner gleichkommt.
Die in Basel ansässige Radio-Wissenschaftsredaktion berichtet über aktuelle Forschung sowie deren gesellschaftliche und ethische Einbettung. Das TV-Magazin «Einstein» behandelt Fragen des Allgemeinwissens. Das habe zwar auch eine Berechtigung, schreiben die Forscher, aber wenn die Radio-Wissenschaftsjournalisten in die Redaktion «Einstein» integriert würden, führe dies zu einer «Ausdünnung der Wissenschaftsberichterstattung in der Schweiz». Dies ausgerechnet jetzt, wo auch in der Presse überall Stellen im Bereich Wissenschaft gestrichen werden.
Die Befürchtung der Forscher sei unbegründet, antworten Rudolf Matter und Hansruedi Schoch, die Chefredaktoren von Radio und Fernsehen, auf Anfrage von 20 Minuten. Sie wollen «die Profile der beiden Sendungen auf jeden Fall erhalten». Und versprechen sich von der Zusammenlegung sogar eine Stärkung beider Ausrichtungen. «Wissen und Wissenschaft sollen noch mehr Gewicht erhalten, namentlich in den Radioprogrammen mit grosser Reichweite», schreiben sie in einem E-Mail.
Doch nicht nur die Schweizer Forscher sind in Sorge. Letzten Dienstag erhielten sie Unterstützung von den Regierungen beider Basel. Sie fordern, die Wissenschaftsredaktion nicht vom Rheinufer an den Zürcher Leutschenbach zu verpflanzen.
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