Klimawandel

25. April 2012 00:10; Akt: 25.04.2012 02:00 Print

Tigermücke breitet sich in Europa aus

Sie stammt aus Südostasien und überträgt das berüchtigte Dengue-Fieber. Wegen der Klimaerwärmung wird sie zunehmend in westlichen Gefilden heimisch - auch in der Schweiz.

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Eine Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta) sticht zu. (Bild: U.S. Ministerium für Gesundheitspflege)

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Die Asiatische Tigermücke mag es warm. Mit der Klimaerwärmung wächst daher ihr Lebensraum kontinuierlich, wie britische und belgische Forschende am Mittwoch berichteten. Sogar im Schweizer Mittelland wurde sie schon einmal gesichtet. Das Insekt, erkennbar an weissen Streifen auf Beinen und Rücken, überträgt Krankheiten wie das Dengue- oder Chikungunya-Fieber. Nun könnte sich das Insekt in Nordwesteuropa und dem Balkan ausbreiten, bestätigt eine Studie im Journal «Interface» der Royal Society vom Mittwoch.

Den Ergebnissen der Forscher um Cyril Caminade von der Universität Liverpool zufolge haben sich die klimatischen Bedingungen bereits zwischen 1990 und 2009 etwa in Frankreich, Italien, den Benelux-Ländern und den angrenzenden Gebieten Deutschlands aus Sicht der Tigermücke positiv verändert: Es ist im Winter wärmer geworden, dazu kommt mehr Niederschlag.

Vor allem in Italien hat sich die Mücke nach Angaben der Wissenschaftler daher bereits weitestgehend festgesetzt. Sie zählt zu den 100 sich am schnellsten verbreitenden Tieren der Welt.

In der Schweiz seit 2003

In der Schweiz wurde im September letzten Jahres im Aargau eine asiatische Tigermücke beobachtet - erstmals nördlich der Schweizer Alpen. Im Tessin kommt das Tier schon seit 2003 vor. Der Bund und die Arbeitsgruppe Mücke des Kantons Tessin haben deshalb ein Konzept zur Bekämpfung erarbeitet.

In Gebieten mit zunehmender Trockenheit wiederum, etwa Südspanien oder Korsika, hat sich das Klima für die Tigermücke verschlechtert. Die Verbreitungsangaben basieren auf Daten vom Dezember 2011. Insgesamt gehen die Forschenden davon aus, dass sich das Klima etwa für den Zeitraum 2030 bis 2050 so verändert, dass die Tigermücke in weiten Teilen Europas die nötigen Lebensbedingungen findet.

Die Tigermücke kommt ursprünglich aus Südostasien. Durch Eier und Larven beispielsweise in gebrauchten Autoreifen oder Schnittblumen verteilen sich die Tiere über die Handelswege in andere Länder.

(sda)