Unicef-Bericht

31. Oktober 2016 04:15; Akt: 31.10.2016 04:33 Print

Jedes siebte Kind weltweit atmet giftige Luft

300 Millionen Kinder sind einer hohen Luftverschmutzung ausgesetzt. Zu diesem Schluss kommt eine Unicef-Studie.

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Europa und Nordamerika sind auf der Liste nicht zu finden: Ein chinesisches Kind trägt eine Atemschutzmaske. (Archivbild) (Bild: Keystone/Rolex Dela Pena)

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Das Kinderhilfswerk Unicef schlägt Alarm: 300 Millionen Kinder weltweit füllen ihre kleinen Lungen mit extrem giftiger Luft. Konkret ist jedes siebte Kind einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die das Sechsfache oder mehr des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzten Richtwerts überschreitet. Unicef veröffentlichte die auf Satellitendaten basierende Studie am Montag in New York.

Sie kommt zum Ergebnis, dass Kinder in Südasien, im Mittleren Osten und in Afrika sowie in der ostasiatischen und der Pazifik-Region am stärksten gefährdet sind. Zu den am schlimmsten luftverseuchten Städten der Welt gehören demnach Onitsha (Nigeria), Zabol in Iran, das indische Gwallor, Saudiarabiens Hauptstadt Riad sowie Peshawar im Nordwesten von Pakistan. Europa und Nordamerika sind auf der Liste nicht zu finden.

Angriff auf Lungen und Gehirn

Der Bericht erscheint eine Woche vor Beginn der Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch (Marokko). Er appelliert an deren Teilnehmer, dem Gesundheitsrisiko für Kinder durch toxische Stoffe in der Luft mehr Beachtung zu schenken und die Belastung in ihren Ländern dringend abzubauen.

Unicef-Direktor Anthony Lake warnt im Vorwort des Berichts «Saubere Luft für Kinder»: «Luftverschmutzung trägt entscheidend zum Tod von jährlich etwa 600'000 Kindern unter fünf Jahren bei. (...) Die Schadstoffe attackieren nicht nur die noch unfertigen Lungen der Kleinen, sie können auch die Entwicklung des kindlichen Gehirns auf Dauer beeinträchtigen.»

Offene Feuerstellen

Laut Unicef sind insgesamt zwei Milliarden junge Menschen weltweit einer Luft ausgesetzt, die nach den WHO-Richtlinien als verschmutzt gilt, allerdings nur 300 Millionen unter den schlimmsten Bedingungen. Als Ursachen führt der Bericht Fahrzeugabgase, Fabrikemissionen, Abfallverbrennung und Staub auf. Ausserdem geht er auf die Belastung in Innenräumen durch offene Feuerstellen zum Kochen und Heizen vor allem in ländlichen Gebieten ein.

Lungenentzündungen und andere Erkrankungen der Atemwege seien in vielen Fällen nachweislich auf eine hohe Schadstoffbelastung der Innen- und Aussenluft zurückzuführen, warnt Unicef. Sie hätten einen Anteil von fast zehn Prozent an den Todesfällen von Kindern unter fünf Jahren.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Art. am 31.10.2016 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz statt Schmutz hinterlassen

    Wie lange dauert es noch, bis wir von diesem realen Albtraum aufwachen? Warum z.B., wird Energie nicht durch die Sonne gewonnen? Es gibt noch viele Menschen die von der Ausbeutung der Erde profitieren und die anderen Generationen bezahlen welchen Preis dafür? Wir dulden das? Was muss erst noch geschehen, bis ein Umdenken stattfindet?

  • Markus am 31.10.2016 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Neverending Story

    Durch den globalen Handel ist Umweltschutz auch ein globales Problem geworden, auch wenn sich die Folgen nur regional zeigen. Dagegen anzugehen würde aber eine verminderung des Wirtschaftswachstums bedeuten. Aber es ist nicht so leicht etwas umzukehren, von dem alle Menschen direkt oder indirekt profitieren und auch ihre Lebensgrundlage abhängt. Es wären einschneidenende Nachteile für jeden Menschen unabhängig seines Standes oder Nationalität nötig, um daran etwas zu ändern. Und diese Art der Zusammenarbeit ist uns Menschen bis heute fremd.

  • A.B. am 31.10.2016 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luft

    Und jetzt ? Der Rest der Menschheit und Tiere etwa nicht ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 31.10.2016 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irrglaube der Grünen

    Und was schliessen wir daraus, dass unsere Anstrengungen zur Verringerung der Abgase weltweit durch das abschalten von AKW's und der Inbetriebnahme von Kohlekraftwerke sicher noch schlimmer wird.

  • Geier am 31.10.2016 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    na und

    Ach was, dass interessiert doch niemanden. Hauptsache die Kasse der Ober Geier stimmt.

  • Art. am 31.10.2016 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz statt Schmutz hinterlassen

    Wie lange dauert es noch, bis wir von diesem realen Albtraum aufwachen? Warum z.B., wird Energie nicht durch die Sonne gewonnen? Es gibt noch viele Menschen die von der Ausbeutung der Erde profitieren und die anderen Generationen bezahlen welchen Preis dafür? Wir dulden das? Was muss erst noch geschehen, bis ein Umdenken stattfindet?

  • Markus am 31.10.2016 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Neverending Story

    Durch den globalen Handel ist Umweltschutz auch ein globales Problem geworden, auch wenn sich die Folgen nur regional zeigen. Dagegen anzugehen würde aber eine verminderung des Wirtschaftswachstums bedeuten. Aber es ist nicht so leicht etwas umzukehren, von dem alle Menschen direkt oder indirekt profitieren und auch ihre Lebensgrundlage abhängt. Es wären einschneidenende Nachteile für jeden Menschen unabhängig seines Standes oder Nationalität nötig, um daran etwas zu ändern. Und diese Art der Zusammenarbeit ist uns Menschen bis heute fremd.

  • Frau am 31.10.2016 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht

    Leider sind es nicht nur Kinder die betroffen sind, sondern auch Erwachsene. In meiner Umgebung gibt es etliche Menschen die mit einem Dauerhusten ihren Alltag bewältigen müssen. Ich gehöre auch zu den Betroffenen. Trotz starken Medikamenten war keine Besserung in Sicht. Das unsere Luft immer schlechter wird , wundert mich nicht. Mit diesem Schwerverkehr der durch die Schweiz donnert, mehr Flugverkehr etc. ist es kein Wunder gibt es immer mehr Menschen die gesundheitliche Probleme haben.

    • Xiaomi78 am 31.10.2016 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Sie haben wohl noch nie in einer Grossstadt gelebt.Da hat die Schweiz paradiesische Feinstaubwerte.In der Zukunft wird es wohl schlechter werden,dass werden aber eher Paris,London,Berlin,Milano,Warschau ect. sein.Gruss aus SH wo echte Feinstaub Probleme hat.

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