Pflanzenpilz

25. April 2014 12:04; Akt: 25.04.2014 15:25 Print

Klimawandel macht Rapskrebs den Garaus

Die Pflanzenkrankheit Rapskrebs, die früher in der Schweiz zu grossen Ernteverlusten geführt hat, ist seit fast zwanzig Jahren verschwunden. Schweizer Forscher wissen warum.

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Der Rapskrebs wird durch den Pilz Sclerotinia sclerotiorum verursacht. Dieser kann neben Raps auch Kartoffeln, Sonnenblumen und Erbsen befallen. Über mehrere Jahre hinweg kann der Pilz in der Erde in Form von Sklerotien überleben, eine Art kleiner schwarzer, sehr zäher Knäuel.

Diese Sklerotien führen zur Verbreitung infektiöser Sporen zur Blütezeit von Raps. Dabei werden die Blütenblätter infiziert. Wenn die Maienzeit beendet ist, fallen die Blüten auf die Blätter, wodurch der Pilz in die Pflanze eindringt und das Pflanzenmark zerstört. Die Pflanze vertrocknet dann sehr rasch.

Pilz mag es warm und feucht

Damit dieser Fall eintrifft, sind jedoch besondere klimatische Bedingungen erforderlich, wie Agroscope am Freitag in einer Mitteilung schreibt: Die mittlere Tagestemperatur muss bei mehr als 10 Grad liegen, zudem muss die Luftfeuchtigkeit durch Regen oder viel Tau hoch sein. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann es zu einer Infektion kommen.

Die Forscher von Agroscope haben nun herausgefunden, dass diese Bedingungen seit 20 Jahren nicht mehr vorkamen. Es gab zwar Jahre mit ausreichend hohen Temperaturen, in denen jedoch starke Bisen zu einem Austrocknen der Kulturen führten, wie Agroscope mitteilt. In Jahren mit ausreichend Feuchtigkeit war hingegen die Temperatur zu niedrig.

Nur Blütenblätter befallen

Die Kontrolle der Blütenblätter an mehreren Standorten in der Romandie hat gemäss den Forschern zwar gezeigt, dass der Pilz seit 20 Jahren immer die Blütenblätter befällt. Die Stängel hingegen sind nicht befallen worden. Dadurch ist die Pflanze vom Pilz verschont geblieben. Dieses Phänomen sei auch in der Deutschschweiz beobachtet worden.

Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass das fast vollständige Verschwinden der Krankheit in der Schweiz mit der Klimaveränderung zu tun hat. Dennoch müssten die Beobachtungsreihen fortgesetzt werden, heisst es in der Mitteilung. Denn der Pilz warte nur auf günstigere klimatische Bedingungen, um sich auszubreiten.

Weiter stellte sich heraus, dass sich die Entwicklung des Klimas hierzulande günstig auf Raps auswirkt. Dies bei gleichzeitig gebremster Entwicklung des Rapskrebses. Somit kann es mit der Zeit zu einem deutlichen Rückgang der Behandlung der Blüten mit Pflanzenschutzmitteln kommen.

(fee/sda)