Gefiedert

26. Oktober 2012 21:10; Akt: 26.10.2012 21:10 Print

Dieser Dino machte den Pfau

Der Ornithomimus konnte nicht fliegen, trotzdem hatte er ein buntes Federkleid. Nach der Untersuchung neuer Fossilien sind die Forscher zum Schluss gekommen, dass er damit Weibchen bezirzt haben könnte.

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Kanadische Wissenschaftler haben erstmals Überreste gefiederter Dinosaurier auf dem amerikanischen Kontinent entdeckt. Die Ornithomimus-Fossilien seien etwa 75 Millionen Jahre alt, berichtete die Fachzeitschrift «Science» am Donnerstag.

Im Gegensatz zu bisher bekannten Vertretern ihrer Spezies, die an heutige Straussen erinnerten, seien die nun entdeckten Tiere vollständig mit Federn bedeckt gewesen, sagte Studienleiterin Darla Zelenitsky von der Universität Calgary in der westlichen Provinz Alberta. Bislang hatte es entsprechende Funde den Angaben zufolge fast nur in China und Deutschland gegeben.

Jungen fehlten die Federn

Die Forscher fanden demnach in Alberta Überreste eines jungen und zweier erwachsener Exemplare des Ornithomimus. Das einjährige Jungtier war etwa 1,5 Meter lang und die beiden rund 10 Jahre alten Erwachsenen 4 Meter. Sie stellten fest, dass sich das Gefieder im Laufe des Lebens der Dinosaurier veränderte: Sie seien zunächst mit einer Art Flaum bedeckt gewesen und hätten erst im Erwachsenenalter Flügel und richtige Federn bekommen, sagte Zelenitsky.

Dies sei ungewöhnlich, weil sich bei anderen Dinosauriern die Flügel bereits kurz nach dem Schlüpfen gebildet hätten, und bedeute wahrscheinlich, dass die Flügel nie zum Fliegen bestimmt gewesen seien, führte die Forscherin aus. Möglicherweise hätten sie, ähnlich wie heute beim Pfau, zur Verführung von Sexualpartnern gedient. Oder etwa zum Schutz des Geleges. Möglicherweise hätten diese Vorgänger der Vögel aus ihren Federn schliesslich ihre Flugfähigkeit entwickelt.

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Die Studienleiterin Darla Zelenitsky präsentiert ihre Forschungsergebnisse. (Video: ucalgary)

(jcg/sda)