Keime

18. Januar 2015 20:13; Akt: 18.01.2015 20:38 Print

So dreckig ist unser Smartphone wirklich

Das Smartphone begleitet uns überall hin – sogar mit aufs WC. So wundert es einen nicht, dass es auf der Oberfläche des Geräts vor Keimen nur so wimmelt.

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Haben Sie in letzter Zeit mal Ihr Smartphone gesäubert? Nicht? Sollten Sie aber. Denn auf dem Gerät, das aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, lauern mehr Keime, als es den Anschein hat. Schliesslich telefonieren wir damit, surfen im Netz, spielen oder hören Musik – und das nicht nur mit gewaschenen Händen an einem sauberen Tisch, sondern stets und überall. Auf jedem sechsten Mobiltelefon lassen sich sogar Spuren von Fäkalien nachweisen, wie britische Wissenschaftler herausfanden.

Studenten der University of Surrey in Guildford haben die Bakterien einmal genau unter die Lupe genommen. Sie steckten ihre Telefone in Petrischalen und entnahmen so mikrobiologische Proben von den Bildschirmen. Die Proben wurden drei Tage lang bei 37 Grad im Labor aufbewahrt – und siehe da, es wuchsen üppige Keimlandschaften.

Staphylococcus aureus und Bacillus mycoides

Zwar handelte es sich meist um ungefährliche Bakterien, die natürlicherweise auf der Haut und in Mund, Darm und Lunge vorkommen. In einigen Fällen wiesen die Studenten aber auch ansteckende Keime nach, wie etwa den Staphylococcus aureus, der auf der Nasenschleimhaut lebt und zu Krankheiten wie etwa Lungenentzündungen oder Lebensmittelvergiftungen führen kann.

Ein weiteres Bakterium, das es sich auf der Oberfläche eines Smartphones gemütlich gemacht hatte, war Bacillus mycoides, wie «Daily Mail», berichtet. Dieses Bakterium findet sich meist in Erde, was darauf schliessen liess, dass das Telefon mit Erde in Kontakt gekommen sein muss.

Smartphones mit Brillenputztüchern säubern

Für den Molekularbiologen Simon Park, der das Experiment mit seinen Studenten veranstaltete, ist das Smartphone ein Gerät, das die Geschichte der persönlichen und physischen Kontakte seines Besitzers erzählt.

Forscher der Hochschule Furtwangen rund um den Mikrobiologen Markus Egert empfehlen zur hygienischen Reinigung der Touchscreens übrigens saubere Mikrofasertücher oder – noch besser – alkoholische Brillenputztücher, die die Keimzahl um 96 Prozent reduzieren können.



(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinrich VIII am 18.01.2015 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schädlinge?

    Es soll mir bitte jemand sagen, wo es KEINE Keime hat? Die Welt ist voller Keime, Viren, Mikroben und Bakterien. Das gefährliche daran ist lediglich, dass heutzutage alles steril und keimfrei sein muss.

  • ein User am 18.01.2015 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ist nicht schlimm

    Mensch und Bakterien leben schon seit beginn in Symbiose. Niemand wird sich sein Gerät in den Mund stecken oder an offenen Wunden reiben, also wird nichts passieren.

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  • Simone am 18.01.2015 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Essen

    Naja.. Man kanns auch dramatisieren. Und ich will nicht wissen, was alles in einer Restaurant-Küche in die Töpfe tropft (Schweiss, Schuppen etc).. Und im Normalfall nehme ich mein Smartphone nicht in den Mund ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • viro am 19.01.2015 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorge

    Interessiert mich nicht. Ich habe ein Antivirus auf meinem Smartphone.

  • Zitrone am 19.01.2015 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Harmlose Keime?

    Ja, die meisten Bakterien sind völlig harmlos. Wer aber im ÖV und auf dem Klo non-stop am Telefon herumdrückt, der siedelt auf seinem Telefon unter anderem Keime an von der Person die nach dem Popo abwischen die Hände nicht gewaschen hat und sich am selben Griff im ÖV festgehalten hat. Es darf jetzt jeder selbst entscheiden wie lecker er das findet.

  • Männlich 1995 am 19.01.2015 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Alte Handys an die Macht

    In meinem Alter ist es vielleicht ungewöhnlich so etwas zu sagen: Bin ich froh, dass ich noch ein Handy mit Tasten und ohne den neumodischen Schnickschnack habe. So was gibt's.... Ironie: Ich habe ich den Vorteil, ich kann mein Handy in der Hose behalten, selbst wenn ich die Hosen bei 60 Grad wasche. Falls es mal nass ist kann ich es in den Backoffen zum Trocknen legen. Ironie off. Aber eigentlich bevorzuge ich Handytücher

  • Bacillus stupidus am 19.01.2015 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur unhygienisch

    Smartphones sind nicht nur unhygienisch, sondern sie machen auch dumm.

    • Homo stupidus am 19.01.2015 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Aha....

      und wie kommst du da drauf? Hast ja tolle Argumente und Beweise gebracht, absoluter Top-Beitrag.

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  • Jörg Loser am 19.01.2015 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    nicht zum ersten mal.

    Nichts Neues! So mancher Klodeckel ist hygienischer als ein durchschnittliches Smartphone oder Rüstbrett in der Küche! 20 Min. bringt dieses Thema ja nicht zum ersten mal.