«Bat Bot»

02. Februar 2017 17:15; Akt: 02.02.2017 17:15 Print

Fledermaus-Drohne zeigt verblüffende Flugmanöver

Forschern ist es erstmals gelungen, die Flugeigenschaften einer Fledermaus in einem Roboter nachzubauen. Das Ergebnis bewegt sich wie das Original.

Der Roboter beweist sein fliegerisches Können. (Video: Carla Schaffer/AAAS)
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Bislang galt es als schwierig, fliegende Roboter nach Art einer Fledermaus zu bauen. Nun stellen Forscher den «Bat Bot» vor. Der nur 93 Gramm schwere Flugroboter kann in den Sturzflug gehen und bekommt enge Wenden hin.

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Entwickelt hat die künstliche Fledermaus eine Gruppe um Alireza Ramezani von der University of Illinois at Urbana-Champaign in Urbana (Illinois, USA). Flatternde Fluggeräte seien wendiger und für den Menschen ungefährlich, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Science Robotics».

Flexible Knochen

Zudem solle der Flugroboter dabei helfen, die Geheimnisse des Fledermausflugs aufzuklären. «Fledermäuse haben wohl den ausgefeiltesten angetriebenen Flugmechanismus unter den Tieren, wie die wandlungsfähigen Eigenschaften ihrer Flügel belegen», schreiben die Forscher. Denn die Fledermaus nutzt für ihren Flug nicht nur 40 verschiedene Gelenke. Auch die flexiblen Knochen verbiegen sich auf eine vorteilhafte Weise.

Während Flugroboter bereits erfolgreich den Insektenflug und den Vogelflug nachahmen könnten, sei dies bei fledermausartigen Fluggeräten noch nicht vollständig gelungen, heben Ramezani und seine Kollegen hervor.

Asynchrone Bewegung

Sie versuchten deshalb, die komplexe Flugbewegung der Fledertiere auf die wichtigsten Komponenten zu reduzieren. Dafür wichen sie zum Teil deutlich vom Körperbau der lebenden Vorbilder ab. So werden die Oberarme des Bat Bot unter Verwendung einer Gleitschiene angetrieben.

Das Besondere dabei ist, dass die Arme voneinander unabhängig bewegt werden können. Diese asynchrone Flügelbewegung macht enge Wendemanöver möglich. Insgesamt konnten die Ingenieure die Antriebe der Mikromotoren auf die Oberarme und die Beine beschränken. Die übrigen Gelenke werden indirekt oder passiv bewegt.

Leichtbau

Um den Fledermausroboter leicht zu halten, besteht das Skelett aus Kohlefasern und die Flughaut aus sehr elastischem Silikon. Zur Kontrolle des Fluges misst ein Sensor am Brustkorb die Lageveränderung des Geräts. Spezielle Geräte an den Ellenbogen und den Hüften registrieren die Winkel der Gliedmassen relativ zum Körper. Aus diesen Daten berechnet der Bordcomputer in Echtzeit die Steuerung des Fluggeräts.

Im Ergebnis sieht nicht nur der normale Flug dem Flattern einer echten Fledermaus sehr ähnlich. Auch blitzschnelle Wendungen oder Sturzflüge, mit denen Fledermäuse Insekten fangen, sind mit dem Flugroboter möglich. Um die Eigenschaften des Bat Bot einschätzen zu können, verglichen die Forscher ihre Daten mit denen des Nilflughundes (Rousettus aegyptiacus).


Ein längeres Erklärvideo zum Bat Bot (Video: Caltech)

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • coyote am 02.02.2017 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schock für Töfflibueb

    Bin als Töfflibueb mal das Buechwäldli in St.Gallen (Kiesstrasse im Wald mit Fahrverbot) ca. im Jahr 1976 runter gebrettert. Das war lange vor Helmpflicht! Schnell unterwegs, hatte ich plötzlich und kurz was weiches, samtiges im Gesicht und sah einen Moment nix mehr. Es dauerte ne Weile, bis ich drauf kam, dass das nur ne Fledermaus gewesen sein konnte.

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  • lars muderi am 03.02.2017 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Wollt ihr uns vereppeln? Das war total verblüffend, so etwas grandioses hab ich noch nie gesehen. Ich bekam Hühnerhaut.

  • renzo blumenbeet am 03.02.2017 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komplexe Technik

    tja, die Technik und die Natur, keine einfachen Projekte, aber spannende!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • renzo blumenbeet am 03.02.2017 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komplexe Technik

    tja, die Technik und die Natur, keine einfachen Projekte, aber spannende!!

  • Batman am 03.02.2017 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    bewegt sich wie das Original?

    Naja, Mutter Natur hat sicher nen Lachanfall gekriegt. Übt schön weiter...

  • lars muderi am 03.02.2017 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Wollt ihr uns vereppeln? Das war total verblüffend, so etwas grandioses hab ich noch nie gesehen. Ich bekam Hühnerhaut.

  • Dr. One am 03.02.2017 00:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sahs nur abstürzen

    Nicht grad spektakulär ... :(

  • coyote am 02.02.2017 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schock für Töfflibueb

    Bin als Töfflibueb mal das Buechwäldli in St.Gallen (Kiesstrasse im Wald mit Fahrverbot) ca. im Jahr 1976 runter gebrettert. Das war lange vor Helmpflicht! Schnell unterwegs, hatte ich plötzlich und kurz was weiches, samtiges im Gesicht und sah einen Moment nix mehr. Es dauerte ne Weile, bis ich drauf kam, dass das nur ne Fledermaus gewesen sein konnte.

    • antonzum am 02.02.2017 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @coyote

      Ach, die gute alte Zeit der Töfflibuebe! Das waren noch Erlebnisse; mit dem Puch über den Gotthardpass keuchen und die Leventina im Leerlauf runtersausen. So schön war die Welt und weit und breit kein Tschugger.

    • killerchef am 02.02.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @antonzum

      ja....war auch dort mit puch....tolle zeiten...gute erinnerung

    • batface am 03.02.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      nicht der einzige

      cool! das selbe ist mir auch passiert! ich fand's lustig und es ist ein erlebnis das nicht viele menschen machen werden ;)

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