WHO-Bericht

28. Februar 2017 10:47; Akt: 28.02.2017 10:47 Print

12 Killer-Keime bedrohen die Menschheit

Der Tod lauert da, wo sich Kranke gut aufgehoben fühlen: im Spital. Grund sind Antibiotika, die nicht mehr wirken. Die WHO schlägt Alarm.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste von zwölf Killer-Keimen veröffentlicht, gegen die herkömmliche Medikamente keinen ausreichenden Schutz bieten können.

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Die Liste solle als Richtschnur für die weitere Forschung und für die Entwicklung neuer Antibiotika dienen, wie die WHO mitteilte. Wenn es nur den Marktgesetzmässigkeiten überlassen bleibe, würden die neuen Antibiotika «nicht rechtzeitig» entwickelt, sagte Vize-WHO-Direktorin Marie-Paule Kieny.

Dringender Handlungsbedarf

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin begrüsste «die erste globale Liste resistenter bakterieller Erreger». Diese stellten «derzeit die grösste Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar». Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte: «Wir brauchen wirksame Antibiotika, um übertragbare Krankheiten gut behandeln zu können.»

Im Januar war in den USA eine Patientin an einer Infektion gestorben, nachdem alle 26 zugelassenen Antibiotika keine Wirkung gezeigt hatten. Ein besonders gravierendes Problem sind die so genannten nosokomialen oder auch behandlungs-assoziierten Infektionen. Es handelt sich um Infektionen, die sich Patienten im Rahmen einer medizinischen Behandlung zuziehen können.

Jedes Jahr sind in Deutschland schätzungsweise 400'000 bis 600'000 Menschen von einer nosokomialen Infektion betroffen, und schätzungsweise 10'000 bis 15'000 Patienten sterben daran. In der Schweiz sterben laut Patientensicherheit Schweiz jährlich etwa 2000 Menschen an Spitalinfektionen.

Übeltäter beim Namen nennen

Zu den von der WHO als «prioritär» eingestuften Killer-Keimen, für die nun neue Behandlungsmöglichkeiten gefunden werden müssen, zählen der Staphylococcus aureus, die Salmonellen und Enterobakterien einschliesslich Escherichia coli.

Im September kam eine britische Studie zum Schluss, dass um das Jahr 2050 die Zahl der Todesfälle durch resistente Keime auf zehn Millionen pro Jahr steigen und damit die Zahl tödlicher Krebserkrankungen erreichen könne. An der Erstellung der WHO-Liste beteiligte sich auch die Infektiologin Evelina Tacconelli von der Universität Tübingen.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hinterland am 28.02.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Kommt davon, dass man immer nur Antibiotika gibt. Selbst dann, wenn es nicht nötig wäre.

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  • Nafets am 28.02.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so!

    Nur weiter bei jedem Schnupfen Antibiotika verlangen beim Arzt und dann auch noch verschrieben bekommen! Leert unsere Portemonnaies und bringt zum Schluss die Menschheit um...

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  • Lauris am 28.02.2017 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind nicht die Spitze der Evolution

    Die Natur ist uns meilenweit voraus

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Omar Labiodh am 28.02.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles ideologie-wahnsinn

    Ist grosser eingriff in die identität wenn man so konditioniert ist. Die meisten können nicht akzeptieren das in ein lüge hineingeboren sind und es würde eine welt zusammenbrechen und man wüsste nicht mehr für welche werte man steht. Aber glaub mir, das leben ist do viel besser wenn man aufgewacht ist und keiner indoktrinierende ideologie folgt. Schaut euch mal ganz akuell, "captain fantastic" an. "39,90" oder eben "matrix" mit all den tollen zitaten.

    • Skywalker99 am 01.03.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Omar Labiodh

      hilft Matrix schauen gegen Infektionen?

    • Omar Labiodh am 01.03.2017 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skywalker99

      Ja natürlich. Im entferntesten sinne schon. Die welt hinterfragen, aufwachen, merken dass das system korrupt ist, und entweder hast glück wenn die masche trotz gewinnmaximierung hilft oder du wirst kränker oder du vermeidestes gleich und suchst nach alternativen die es gibt. Man kann nicht einfach behaupten antibiotika ist die einzig lösung, wenn man andere dinge nicht ausprobiert und gefördert hat. Im laufe der wissenschaft gab es immer behauptung das etwas nicht funktioniert wie sich wie zb es ist unmöglich zu fliegen, auf den mond usw. was folglich wiederlegt wurde.

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  • cookie am 28.02.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    Die Natur reguliert die Überbevölkerung selbst.

  • gesunder am 28.02.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimmste zeit

    ich hatte das Staphylococcus aureus bakterium in mir, die schlimmsten 2 jahre in meinem leben. nun ist mein körper mit narben überseht von den vielen eingriffen. alles endete mit 3 wochen spital und unzähligen medikamenten.

  • Scientist am 28.02.2017 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft ohne Antibiotika

    Wir müssen lernen endlich vernünftig mit Antibiotika umzugehen. Solange bei jeder Simplen Infektion sofort AB verordnet werden oft sogar ohne abzuklären ob es viral oder bakteriell ist. Solange wir Tonnenweise AB in ins Tierfutter mischen sehe ich düster für die Zukunft. Simple Wundinfektionen können dann wieder zum Tod führen.

  • Segeln13 am 28.02.2017 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele Menschen

    Früher oder später braucht es etwas, damit die Menschheit nicht ungebremst wächst