Florida, USA

27. Juli 2016 07:19; Akt: 27.07.2016 08:14 Print

Autopilot des verunfallten Tesla fuhr zu schnell

US-Behörden haben neue Erkenntnisse zum ersten tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto veröffentlicht. Die Bremsfunktion wurde nicht ausgelöst.

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Der Autopilot verwechselte wohl die gestrichene Seite eines LKWs mit dem taghellen Himmel dahinter: Das Model S von Tesla. (Symbolbild) (Bild: Keystone/EPA/John G. Mabanglo)

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Beim ersten tödlichen Unfall eines Elektroautos mit Selbstfahrfunktion könnte überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle gespielt haben. Laut einem Zwischenbericht war das Auto vor dem Zusammenstoss mit einem Lastwagen mit 119 km/h statt der erlaubten 105 km/h unterwegs. Der Unfall ereignete sich bereits im Mai an einer Highway-Kreuzung in der Ortschaft Williston südwestlich von Gainesville im US-Staat Florida und wurde Ende Juni bekannt.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB betonte in ihrem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht, dass die Untersuchung des Falls noch nicht abgeschlossen sei und dass die Unfallursache noch nicht bestimmt sei. «Alle Aspekte des Unfalls sind weiter Gegenstand der Untersuchung», hiess es in einer Erklärung. Der Fahrer habe zum Zeitpunkt des Unfalls Autopilot-Funktionen eingeschaltet gehabt.

Tesla verteidigt Autopiloten

Anfang Mai starb der Fahrer eines Model S, als ein Lastzug im rechten Winkel die Strasse kreuzte. Die Bremsfunktion wurde nicht ausgelöst. Das Unternehmen vermutet, dass die Autopilot-Sensoren die weiss gestrichene Seite des kreuzenden LKW mit dem taghellen Himmel dahinter verwechselten und den LKW deswegen nicht als Hindernis erkannten, das eine Bremsung hätte auslösen müssen.

Tesla hatte das Autopilot-System bereits nach Bekanntwerden des tödlichen Unfalls verteidigt. Es sei der erste solche Unfall nach 200 Millionen gefahrenen Kilometern. Im normalen Strassenverkehr gebe es im US-Durchschnitt dagegen alle 150 Millionen Kilometer einen tödlichen Unfall.

Beta-Version

Der Konzern betont auch stets, dass das System in einer Beta-Version aufgespielt ist – die Fahrer müssen auch bei Autopilot-Fahrten jederzeit die Hände am Lenker halten und die Verantwortung für ihre Fahrten ausüben.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bigllion am 27.07.2016 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Assistent ist nicht der Chef

    Der Fahrer ist schlussendlich verantwortlich. Und nicht ein Assistent(ssytem)

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  • Adrian F am 27.07.2016 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tesla Bashing

    Nicht der Autopilot fuhr zu schnell, es war der Fahrer der ihn zu schnell eingestellt hat ! Hört doch mal auf mit dem Tesla-Bashing. Oder seid Ihr so auf die Werbegelder der Automobilindustrie angewiesen ?

  • Autopilot am 27.07.2016 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Funktionen kennen

    Wer schon einmal Tesla mit Autopilot gefahren ist, weiss, dass der das vom Fahrer eingestellte Tempo hält und nicht automatisch den Tempobeschränkungen anpasst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bello/Marcello am 28.07.2016 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Namensgebung

    Wenn das System nur als Assistent gedacht ist, hätte Tesla es niemals "Autopilot" nennen sollen. Logisch, dass da viele denken, sie könnten die Kiste vollständig selber fahren lassen.

    • Herr. Verstand am 28.07.2016 04:42 Report Diesen Beitrag melden

      Verstand?

      Man kann jedoch auch von Menschen die sich ein 100'000 Auto leisten können etwas Intelligenz erwarten. Der name des Systems ist Autopilot, nicht die Beschreibung. Bei Apple hat sich ja auch noch nie jemand beschwert das sie keinen Apfel in die hand gedrückt bekommen haben.

    • Snot Mc Booger am 28.07.2016 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr. Verstand

      ein Markenname wird mit einem Funktionsnamen verglichen. Naja, man kann es sich auch einfach machen. Eine Autopilot ist per Definition ein Assisten, welcher ohne Menschliches eingreifen ein Fahrzeug lenken kann. Die Funktion von Tesla ist dies definitiv nicht.

    • V8 Bro am 28.07.2016 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr. Verstand

      Was bitte hat denn die Möglichkeit sich einen 100'000 .- Wagen zu leasen mit Intelligenz zu tun? Teslas Autopilot Geschichte ist einfach nur Quatsh! Solche Assistenzsysteme kennen andere Hersteller seit Jahren.. Schade, denn der Tesla an sich wäre für den ein oder anderen sicher ein Traumwagen.

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  • walreiter am 27.07.2016 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    model s gibt es ja nun auch schon einige jahre kommt da nicht bald mal der Nachfolger ?

    • ich bins am 28.07.2016 07:27 Report Diesen Beitrag melden

      Tesla verblasst

      Wird ziehmlich schwierig für Musk. Tesla verliert im Herbst einen wichtigen Baustein für das autonome Fahren. Der Israelische Hersteller des Mobileye wird ab Herbst bevorzugt mit BMW und Intel zusammenarbeiten. Zudem verblasst doch der Hype des Tesla bereits.

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  • Annabelle am 27.07.2016 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nichts über Menschen

    Roboter bleibt Roboter mit allen Gefahren. Die Menschen werden sich noch wundern. Menschen sind eben doch zuverlässiger. Diese vermehrt eingesetzte Roboter überall erzeugen nicht immer nur Freude, sie erzeugen auch Angst.

    • stupsi01 am 30.07.2016 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annabelle

      Wie schon im Bericht erwähnt. Es sterben weniger Menschen durch den Autopiloten ("Roboter") als durch Menschenfehler.

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  • Andreas Raser am 27.07.2016 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Mit weissem Himmel verwecheslt?

    Soweit ich informiert bin hat der Tesla den Lastwagen schon gesehen. Da es aber ein Auflieger-LKW war haben Teslas Sensoren den Hinterteil nicht als Hindernis gesehen, weil unter dem Lastwagen hindurch freie Sicht nach vorne herrschte. War also jedenfalls gemäss anderen Experten ein Problem dass die Vertikale zuwenig von den Sensoren erfasst wird. Vermutlich weil man Angst hatte dass das Auto dann bei jeder Brücke, Tunnel oder Beschilderung ein Hindernis sieht wenn man mit den Sensoren zu hoch nach oben schaut.

  • Peter am 27.07.2016 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals die Maschine alleine

    Als ehemaliger Pilot muss ich sagen, dass selbst im Flugzeug, wo mehr Zeit zur Reaktion bleibt, weil die Hindernisse nicht so nahe sind, die Augen des Piloten dauernd den Autopiloten kontrollieren müssen und bei Sichtbedingungen immer der Himmel abgecheckt werden muss. Kein Pilot überlässt die Maschine einfach gutgläubig dem Computer. Kleine Störungen können verherende Wirkung haben. Dass es Leute gibt, die ein Auto welche in Sekundenbruchteilen in ein Hinderniss knallen kann, einfach fahren lassen, kann ich nicht verstehen.