Während der mittelalterlichen Pestepidemien gab es in Venedig den Glauben, dass der Schwarze Tod durch Vampire verbreitet werde. Diese würden nicht das Blut der Menschen trinken, sondern an den Leinentüchtern der Toten saugen. Um dieses Treiben bei verdächtigen Personen zu unterbinden, war es üblich, den vermeintlichen Vampiren bei der Beerdigung schwere Steine oder Holzpfähle in den Mund zu stecken. Ein Steinquader im Mund der jetzt gefundenen Frau sollte offenbar verhindern, dass diese als Vampir wiederkehrt.
In der Nähe der Fundstelle wurde 1468 ein Lazarett für Pestkranke eingerichtet. Je mehr die Pest um sich griff, desto mehr glaubte man, Vampirfrauen würden die Krankheit übertragen.
Blutiges Leichentuch
Der Vampirglaube entstand wohl dadurch, dass nach dem Tod aus dem Mund der Verstorbenen Blut floss, das Tuch verschmierte und bei Graböffnung für einen schaurigen Anblick sorgte, wird der forensische Archäologe Matteo Borrini, der die Vampirfrau entdeckte, auf grenzwissenschaft-aktuell.de zitiert.
Borrini hat seinen Fund vergangene Woche zum ersten Mal auf dem Treffen der American Academy of Forensic Sciences in Denver der Öffentlichkeit und Forscherkollegen als erstes ««Vampirgrab»» präsentiert, welches mit forensischen Mitteln untersucht wurde.
Andere Vampirgräber entdeckt
Es gibt aber auch schon ältere und frühere Funde, die den Glauben an die Lebenden heimsuchende Untote belegt. So wurde erst im vergangenen Sommer in Böhmen ein rund 4000 Jahre altes Vampirgrab entdeckt, in dem der Leichnam zusätzlich mit schweren Steinen auf der Brust beschwert wurde, schreibt grenzwissenschaft-aktuell.de.

(kub)
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