Astronomie

05. Oktober 2012 15:19; Akt: 05.10.2012 17:19 Print

Superschnelles Teleskop nimmt den Betrieb auf

In Australien hat sich ein neues Auge ins Weltall geöffnet. Das ASKAP ist der erste Teil der weltgrössten internationalen Teleskopanlage, die dereinst den Blick zum Urknall zurück erlauben wird.

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In Murchison, 700 Kilometer nördlich von Perth an der Westküste Australiens, sind 36 Schüsseln auf Empfang geschaltet worden. Sie haben jeweils einen Durchmesser von zwölf Metern und sind auf einer Fläche von 4000 Quadratkilometer angeordnet.

Spezialkameras können damit eine 30-mal grössere Himmelsfläche beobachten als es herkömmliche Technologie erlaubt, teilte die Forschungsorganisation CISRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) mit. Das hochauflösende Teleskop sucht den Himmel schneller ab als bisherige Anlagen und liefert die Daten an einen Supercomputer in Perth, von wo aus sie nach einer Qualitätskontrolle sofort der Wissenschaft zur Verfügung stehen.

Das Square Kilometre Array als Ziel

Die Anlage «Australian Square Kilometer Array Pathfinder» (ASKAP) wird Teil der Riesenteleskopanlage SKA, die 20 Nationen gemeinsam bauen. Nach einem Wettbewerb um den SKA-Standort bekamen Australien und Südafrika im Mai gemeinsam den Zuschlag. Auch in Neuseeland und mehreren afrikanischen Ländern sollen Antennen installiert werden.

«Forscher aus aller Welt stehen schon Schlange, um die Anlage zu nutzen, zusammen mit zehn ASKAP-Teams - das sind zusammen mehr als 700 Astronomen», sagte CSIRO-Chefin Megan Clark. Die Anlage hat 140 Millionen australische Dollar (134 Millionen Franken) gekostet.

Das SKA (Square Kilometer Array - Quadratkilometerfeld) soll eines Tages aus 3000 Einzelantennen mit bis zu 15 Metern Durchmesser bestehen, die über Glasfaserleitungen verbunden sind. Dadurch entsteht eine Sammelfläche von einem Quadratkilometer.

Die Anlage soll Aufschluss über die ersten Sterne des Universums und die rätselhafte Dunkle Energie geben. Sie könnte auch Signale aus der kosmischen Nachbarschaft empfangen - sollte es dort Leben geben. Die Kosten der Gesamtanlage betragen rund 1,8 Milliarden Franken.


Einzigartiges Video der Testphase des ASKAP. Ist es einmal im Betrieb, werden in der näheren Umgebung keine Kameras mehr geduldet, um die hochempfindlichen Geräte vor Interferenzen zu schützen. (Video: Vimeo/Alex Cherney)

(sda)