Roboter-Forscher

20. März 2013 19:13; Akt: 21.03.2013 17:43 Print

«Wir wollen mit Tieren diskutieren»

von A. Meili - Es hört sich verrückt an, soll jedoch schon bald Wirklichkeit werden: Schweizer Forscher arbeiten mit europäischen Kollegen an Robotern, die mit Fischen und Bienen kommunizieren können.

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Der Roboter-Salamander der Schweizer Forscher kann schwimmen, kriechen und laufen - fast so wie sein tierisches Vorbild (Bild: Kostas Karakasiliotis, EPFL).

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Maschinen, die selbstständig von Fische oder Bienen lernen und mit ihnen im Schwarm leben. Mit dieser wahnwitzigen Idee wollen Forscher des EU-Forschungsprojekts Assisi zum ersten Mal weltweit die Kommunikation innerhalb von Fisch- und Bienenschwärmen erforschen, um sie danach selbst steuern zu können.

Die Vorteile der Forschung liegen auf der Hand: Lassen sich Bienenschwärme lenken, können sie beispielsweise ohne Einsatz von Giftstoffen von Häusern ferngehalten werden. Fischschwärme könnten davor bewahrt werden , in verdrecktes Wasser zu schwimmen und können problemlos in andere Gewässer umgesiedelt werden.

So weit sind die Forscher zwar noch lange nicht. Das Grossprojekt ist erst gerade angelaufen und erstreckt sich über fünf Jahre. Trotzdem hat das Forscherteam an der EPFL Lausanne rund um Francesco Mondada bereits einen ersten Prototypen eines Fischroboters entwickelt.

Roboter müssen Teil der Gruppe werden

In den nächsten Monaten geht es nun darum, die Kommunikation zwischen den Tieren zu erforschen und zu verstehen. Dazu zeichnen die Roboter die Bewegungen der Fische auf und versuchen, gewisse Muster zu erkennen. «Denn die Kommunikation zwischen den Fischen steuert die Gruppendynamik. Es ist nicht ein einzelner Fisch, der bestimmt, wie sich der Schwarm verhält», sagt Mondada.

Zudem könnten die Roboter das Verhalten des Schwarms erst dann mittels speziellen Bewegungen steuern, wenn sie dessen Gruppendynamik voll verstanden haben. Sollten die Roboter tatsächlich funktionieren, sieht Mondana das Potenzial seiner Forschung noch lange nicht ausgeschöpft: «Ich habe die verrückte Idee, dass wir am Ende eine Sprache entwickeln können, in der wir mit den Fischen und Bienen diskutieren können.»

Kriechende Maschine soll Evolution erklären

Doch nicht nur Mondana und sein Team betreiben am EPFL revolutionäre, «tierische» Forschung. In über zehn Jahren Arbeit hat eine Gruppe um Alessandro Crespi einen einzigartigen Roboter entwickelt, der wie ein Salamander schwimmen und sich an Land bewegen kann.

Mit Hilfe dieser kriechenden Maschine soll herausgefunden werden, in welcher Weise verschiedene Umwelteinflüsse die Bewegungen des Salamanders beeinflussen. «Der Salamander eignet sich perfekt dazu, da er den ersten Wirbeltieren sehr nahe ist. Er kann uns helfen zu verstehen, wie sich die neuralen Netzte von Fischen entwickelt haben, damit sie sich auch an Land fortbewegen konnten», so Crespi.