Nach 50 Jahren

09. August 2012 07:28; Akt: 09.08.2012 10:59 Print

USA helfen bei Beseitigung von Agent Orange

Mit dem Entlaubungsmittel Agent Orange erhofften sich die USA entscheidende Vorteile im Vietnam-Krieg. Die dadurch entstandenen Umweltschäden sorgen bis heute für viel Leid.

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Amerikanische Matrosen stossen einen Hubschrauber über Bord der «USS Blue Ridge», um mehr Platz für Evakuierungsflüge aus Saigon zu schaffen. In den letzten Tagen des Krieges bestimmten Panik und Verzweiflung das Bild. Das Bild, das zur Ikone des Vietnamkrieges wurde: Vietnamesische Kinder flüchten schreiend nach einem Napalm-Angriff. Der Konflikt begann schon 1946 als Kolonialkrieg. Nach der Niederlage von Dien Bien Phu 1954 (Bild) zog sich die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zurück; die Amerikaner «erbten» den Krieg. Ab 1965 wurden immer mehr amerikanische Soldaten in die Reisfelder Südvietnams geschickt. Ende 1965 waren es bereits über 184 000 ... ... Ende 1968 über eine halbe Million. In «Search-And-Destroy»-Aktionen kämpften sie gegen einen Feind, der sich geschickt vor ihnen zu verbergen verstand. Bald stiegen die Verluste massiv an. Während des gesamten Krieges starben über 58 000 US-Soldaten. Ein toter Soldat wird geborgen. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung waren allerdings noch weit höher. Insgesamt starben drei Millionen Menschen. Infanteristen im Kampf gegen Scharfschützen des Viet Kong. Ein US-Marinesoldat bringt im Oktober 1965 einen Viet Kong zum Gefangenenlager. Ein südvietnamesischer Soldat schlägt einen gefangenen Viet Kong mit dem Messerknauf. Südvietnamesische Soldaten begegnen einem Bauern, der ein totes Kind hält. Der amerikanische Verteidigungsminister McNamara (M.) und der US-Kommandant General Westmoreland (r.) besprechen im September 1965 mit dem südvietnamesischen General Tee die Lage. Hubschrauber versorgen 1966 die Bodentruppen nordöstlich von Saigon mit Nachschub. Ein verwundeter südvietnamesischer Soldat wird 1967 aus der Kampfzone bei Phan Rang geborgen. Hubschrauber bieten der Infanterie Schutz. Im Kampf gegen die Guerillakämpfer des Viet Kong setzten die USA Entlaubungsmittel wie Agent Orange ein. Heute noch leidet die Bevölkerung unter diesen giftigen chemischen Altlasten. Um Nordvietnam verhandlungswillig zu machen und den Nachschub aus dem Norden zu unterbinden, bombardierte die US-Luftwaffe das Land gnadenlos. Acht Millionen Tonnen Bomben wurden auf Vietnam abgeworfen. Die nordvietnamesische Luftabwehr wurde von der Sowjetunion aufgerüstet. Hier wird im September 1966 eine amerikanische F-105 nördlich von Hanoi abgeschossen. Auf die abgeschossenen Piloten wartete keine angenehme Gefangenschaft. Auch der spätere Präsidentschafts-Kandidat John McCain wurde 1967 bei Hanoi vom Himmel geholt (Bild). Dieser Pilot kehrt 1973 aus der Gefangenschaft zurück und wird von seiner Familie begrüsst. Begegnung auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad. Der Pfad war die Lebensader des Viet Kong, auf dem ... ... tausende von Trägern unablässig Nachschub in den Süden brachten. Aber auch Lastwagen mit Fahrern und Soldaten als Eskorte ... ... waren auf dem Pfad unterwegs. Kämpfer des Viet Kong erklettern einen verlassenen Panzer in Hue. Die Tet-Offensive im Januar 1968 war - zumindest psychologisch - ein schwerer Schlag für die USA und stellte den Wendepunkt des Krieges dar. Das Massaker von My Lay im März 1968, das erst Ende 1969 bekannt wurde, untergrub den moralischen Anspruch der US-Armee enorm. 504 Zivilisten wurden in dem Dorf von US-Soldaten umgebracht. Die amerikanische Friedensbewegung wurde von solchen Vorfällen gestärkt. Die Schauspielerin Jane Fonda reiste gar zum nordvietnamesischen Feind, um gegen den Krieg zu protestieren. In den USA selber nahmen die Proteste laufend zu. Nationalgardisten eröffneten 1970 das Feuer auf Demonstranten an der Kent State University. Vier Studenten starben. Verzweifelte Menschen belagern Ende April die US-Botschaft in Saigon, um aus der Stadt evakuiert zu werden. Ein nordvietnamesischer Panzer dringt auf das Gelände des Präsidentenpalastes in Saigon ein. Nordvietnamesische Soldaten vor brennenden Flugzeugen auf dem Flugplatz von Saigon. Eine Mutter und ihre drei Kinder haben es geschafft; sie werden auf einem Amphibienfahrzeug aus Saigon evakuiert. Die Einwohner von Saigon begrüssen die nordvietnamesische Truppenspitze. Gefangene südvietnamesische Soldaten in den Strassen Saigons. Der Krieg ist vorbei.

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Rund 50 Jahre nach ihrem ersten Einsatz des hochgiftigen Entlaubungsmittels Agent Orange im Vietnamkrieg beteiligen sich die USA erstmals direkt an der Beseitigung der Umweltschäden. Dabei soll unter anderem Dioxin aus dem Boden entfernt werden.

Der Beginn der Arbeiten wurde am Donnerstag mit einer Zeremonie auf dem früheren US-Luftwaffenstützpunkt in Danang begangen. Dort sollen 73 000 Kubikmeter Erde abgetragen und entgiftet werden.

«Wir machen erste Schritte, um Altlasten aus unserer Vergangenheit zu begraben», sagte US-Botschafter David Shear beim ersten Spatenstich nach Angaben der US-Botschaft in Hanoi.

Die USA hatten die dioxinhaltige Chemikalie Agent Orange während des Krieges grossflächig versprüht, um die Wälder zu entlauben. Die Absicht war es, die geheimen Pfade der Guerillakämpfer aus der Luft besser zu entdecken.

Verantwortlich für Kinder mit Fehlbildungen

Die Dioxinverseuchung gehört zu den anhaltenden Hinterlassenschaften des Vietnamkrieges. Die Chemikalie ist hoch krebserregend und wird für Fehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht.

Nach vietnamesischen Angaben leiden vier Millionen Menschen an den Folgen der Verseuchung. «Die USA haben den Opfern nie finanziell geholfen», sagte Mai The Chinh vom Verband Dioxingeschädigter. Selbst in der dritten Generation würden Kinder mit Fehlbildungen geboren.

Der Vietnamkrieg endete 1975 mit der Einnahme der Hauptstadt des mit den USA verbündeten Südvietnams, Saigon, dem heutigen Ho-Chi- Minh-Stadt, durch die nordvietnamesischen Truppen.

Seit 2007 haben die USA rund 60 Millionen Dollar für die Sanierung der Umwelt und soziale Dienste in Vietnam gezahlt, sich aber bislang nicht direkt an der Beseitigung von Dioxin beteiligt.

(dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Bamert am 09.08.2012 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ein lächerlicher Betrag

    60 Mio. USD, ein lächerlicher Betrag gemessen am materiellen und gesundheitlichen Schaden der angerichtet wurde. Aber in Vietnam werden auch die 60 Mio willkommen sein.

  • Mindi am 09.08.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    wird auch Zeit

    Wird höchste Zeit, dass die USA da mal die Verantwortung übernimmt. Wir waren mal in einem Kinderheim in Saigon und konnten die Auwirkung bis zum heuten Zeitpunkt persöhnlich sehen. Grauenhaft kann man da nur sagen. In der USA wurden die Veteranen finaziell unterstützt, aber den Vietnamesen gegenüber stritten sie alle Schuld ab.

  • Pietro Delrio am 09.08.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wieviel.....

    Leid muss noch geschehen, damit es endlich Frieden auf Erden gibt? Der Mensch soll endlich aus der Vergangenheit lernen, um solches Unglück zu vermeiden. Und es gibt auch hier wie immer nichts zu rechtfertigen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Bamert am 09.08.2012 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ein lächerlicher Betrag

    60 Mio. USD, ein lächerlicher Betrag gemessen am materiellen und gesundheitlichen Schaden der angerichtet wurde. Aber in Vietnam werden auch die 60 Mio willkommen sein.

  • martin am 09.08.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Schöne Geste... schliesslich haben sie den Krieg nicht angefangen !

    • stefan am 09.08.2012 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      usa und der krieg

      Schon mal etwas vom tonkin zwischenfall gehört? Dann würden sie hier nicht so einen quatsch schreiben, die usa haben sich unter einem vorwand in den krieg eingemischt.

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  • neutron am 09.08.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    siegerjustiz

    warum machen das die amis? die haben doch immer abgestritten das ihr agent was mit den missbildungen zu tun hat! wielange haben sie das abgestritten? 30 oder 40 jahre? ich kann es täglich nicht verstehen warum so viele menschen die usa so lässig finden. die kriegen, foltern und zerstören seit sie in europa eingefallen sind. die theorie von wegen befreiung europas, da kann ich nur lachen. die ein hälfte europas, die achsenmächte wurden besiegt, und eine andere hälfte des restes wurde besetzt von den alliierten die danach ihre atomwaffen in besetzten gebiet aufstellen. gut ist nie was passiert!

    • Entsetzt am 09.08.2012 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      WOW wie wenig Ahnung von Geschichte

      Dir wäre also ein heutiges Europa unter Dölf Hitler angenehmer? Oder bevorzugst doch eher Gulag Terror a la Stalin? Wenn die Amis damals nicht gekommen wären, wäre es heute nämlich so. Zersch dänkä, dänn schriibä!

    • Stefan am 09.08.2012 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Amis nicht so gut

      Die Amis sind nicht so gut wie in ihren Filmen, sie haben nicht jeden Krieg an dem sie beteiligt waren auch entschieden...

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  • Silvio am 09.08.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war da

    Wird auch Zeit!!!!!!!!!!!!!!! Heute noch sieht man wo die Flugzeuge drübergeflogen sind - Scneisen im Dschungel - , tut richtig weh, wenn man das sieht!

  • Michael am 09.08.2012 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ohne Grund

    Vietnam ist ein wichtiger Teil der neuen Asien Strategie gegen China. Nur aus diesem Grund wollen die Amis da wieder etwas gutmachen. Es geht darum das US-Kriegschiffe wieder Vietnamesische und ihren alten Häfen anlaufen dürfen...