Riesiges Netzwerk

16. August 2017 16:00; Akt: 16.08.2017 16:00 Print

Forscher entdecken im ewigen Eis 91 Vulkane

Im Eis der Antarktis sind Forscher auf Dutzende unbekannte Vulkane gestossen. Wenn sie ausbrechen, könnten die Meeresspiegel drastisch ansteigen.

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In den letzten Jahrzehnten waren wiederholt Gipfel aus Basaltgestein beschrieben worden, die aus dem antarktischen Eis herausragen. Ein britisches Forscherteam ist diesen Meldungen nun nachgegangen. Dafür werteten sie die in früheren Studien dokumentierten Radarsignale aus und verglichen sie mit Satellitendaten. Auf diese Weise entdeckten sie 91 bis dato unbekannte Vulkane. Diese sind unterschiedlich gross und erstrecken sich über rund 3500 Kilometer. Der Kleinste ist nur rund 100 Meter hoch, der Grösste ist mit seinen 3850 Metern fast so hoch wie der Eiger im Berner Oberland, der es auf 3967 Meter bringt. Ob die Vulkane aktiv sind, ist noch unklar. Die Forscher befürchten aber, dass sie aktiver werden könnten, wenn die Eisdecke in der Antarktis weiter abnimmt. Die Sorge: Bei einer Eruption würde das antarktische Eis schmelzen und so die Meeresspiegel ansteigen lassen. (Im Bild: Mount Erebus, der südlichste aktive Vulkan der Erde) Es wäre nicht die erste durch den Klimawandel begünstigte Veränderung in der Antarktis in diesem Jahr: Im Juli 2017 meldeten US-Forscher, dass die Erderwärmung den Kaiserpinguinen zusehends Lebensraum und -grundlage raubt und diese Ende des Jahrhunderts Im gleichen Monat sorgte auch der vollständige Abbruch des Eisbergs A68 vom Larsen-C-Schelfeis für Aufsehen. Wenn nun das ganze Schelfeis zusammenbricht, münden die Gletscher direkt ins Meer. Dann würden sie viel schneller abfliessen als vorher und Eismassen aus dem Landesinneren ins Meer fliessen.

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Die Hiobsbotschaften aus der Antarktis reissen nicht ab: Erst melden Forscher, die Tage der Königspinguine sind gezählt. Dann bricht ein gigantischer Eisberg vom Schelfeis ab. Und nun verkünden Geowissenschaftler den Fund von 91 bislang unbekannten Vulkanen.

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Die neu entdeckten Feuerberge sind alle sehr unterschiedlich: Der kleinste Vulkan ist nur rund 100 Meter hoch, der grösste ist mit 3850 Metern fast so hoch wie der Eiger.

Sie alle gehören zu einem Netzwerk unter dem antarktischen Eis, das aus insgesamt 138 Vulkanen besteht. Es handle sich damit um die Region mit der höchsten bekannten Vulkandichte der Erde, schreibt das Team um Robert G. Bingham von der in einer Sonderveröffentlichung der Geological Society of London.

Wie aktiv sind die Vulkane?

Die Neuentdeckung wirft laut Bingham eine grosse Frage auf, wie er im Gespräch mit dem «Guardian» erzählt: «Wie aktiv sind die Vulkane?» Der Hintergrund ist ein ernster: Schliesslich würde eine Eruption das antarktische Eis schmelzen und so die Meeresspiegel ansteigen lassen.

Ein solches Szenario ist gar nicht so unwahrscheinlich, warnen die Forscher: «Eine Theorie ist, dass ohne die Eisdecke der Druck in der Region nachlässt und die Vulkane daraufhin wieder aktiv werden», so Bingham.

Insgesamt erstreckt sich das Netzwerk der Feuerberge über etwa 3500 Kilometer zwischen dem Ross-Schelfeis und der Antarktischen Halbinsel (siehe Bildstrecke), wie die Hochschule mitteilte. Bingham und seine Kollegen vermuten, dass unter der Eisdecke noch deutlich mehr Vulkankegel stecken könnten als die nun bekannten 138.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus. am 16.08.2017 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was für eine Entdeckung

    nein.... im Eis gibt es Vulkane.... das darf nicht sein.... uns wird doch der Klimawandel teuer in Rechnung gestellt und jetzt tauchen in der Arktis solche Wärmequellen auf. Das Eis schmilzt wegen uns... nicht weil es das seit Millionen Jahren macht... das dürft ihr mir jetzt nicht wegnehmen.... und den Grünen dürfen wir das auch nicht antun.... was sollen sie jetzt nur machen....

    einklappen einklappen
  • Sarkas Mus am 16.08.2017 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Henne Ei Problem

    Wenn die Forscher fürchten, Vulkane werden aktiv wenn das Eis schmilzt, ja wie zum Geier ist auf dem Vulkan dann überhaupt erst Eis entstanden?

  • BoomXfactor am 16.08.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschöne Landschaft

    Höchst interessant!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Denker am 21.08.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ach nee, jetzt wirklich, und wer zahlt?

    Wer heist denn nun das Klima an??? die unbekannten Vulkane oder die bekannten Menschen? Naja, den Menschen kann man die verursachte Erwärmung, in Rechnung stellen. Da fragt sich doch einer, ob wir nicht schon lange an der Nase herumgeführt warden.....

  • Mani Motz am 18.08.2017 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher nicht neu

    Spannend, aber ich glaube nicht, dass das bis jetzt niemand wusste. Dazu ist die Erde zu gut erforscht.

  • Winterwäldler am 17.08.2017 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst ihn hochgehen

    Vielleicht wäe so ein Worst Case mal gar nicht so schlecht, sicherlich hätten dann all die Trumps und Merkels anderen Prioritäten nachzugehen und die Menschheit würde mal wieder zusammenwachsen...

  • Patrick am 17.08.2017 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort verbieten

    Vulkane in der Antarktis, das geht gar nicht.

  • Frank am 17.08.2017 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    würde, wenn und vermuten...

    aber nichts wissen. überall auf der Welt gibt es Vulkane und die meisten sind inkativ. Was nun? Heulen? Solche "Entdeckungen" sind keiner Meldung Wert