Drogen

04. März 2011 09:28; Akt: 04.03.2011 10:02 Print

«Secret Bomb» - die Gefahr aus dem Netz

von Felix Burch - In der Schweiz treten vermehrt synthetische Cannabinoide auf. «Secret Bomb» heisst das neuste Gemisch. Gedealt wird online. Vom Konsum wird dringend abgeraten.

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Weil mit synthetischen Cannabioniden viel Geld gemacht wird, gelangen sie auf immer neuen Wegen auf den Markt. Der Kampf gegen solche Drogen ist schwer. (Bild: Keystone)

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Eine neue Droge, die mit grösster Wahrscheinlichkeit auch in der Schweiz schon auf dem Markt ist, heisst «Secret Bomb». Die Droge soll die mehrfache Wirkung eines Joints haben, es handelt sich um eine psychoaktive Mischung. Diese enthält die Substanzen JWH 122 und JWH 250 - synthetische Cannabinoide, die dem Cannabis nahe sind. Erfunden wurden die Stoffe für medizinische Zwecke in den USA.

Laut Roger Zahner, Bereichsleiter auf der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich, werden in der chemischen Industrie laufend neue Substanzen für die Medizin entwickelt und synthetisiert. «Über verschiedene Wege und Umwege kann ihr psychoaktives Potenzial plötzlich interessant und dann auch vermarktet werden», sagt Zahner. Mit den Substanzen werde viel Geld gemacht. Deshalb würden immer wieder neue, zum Teil legale, Marktzugänge gesucht - auch in der Schweiz. Im Jahre 2008 zum Beispiel sorgte die Droge «Spice» für Furore, mittlerweile ist sie verboten. Auch «Secret Bomb» ist aufgrund der enthaltenen Substanzen bei uns, im Gegensatz zu anderen Ländern, nicht erlaubt. Das Gesetz hinkt zwar meistens noch etwas nach, die Prozesse wurden jedoch beschleunigt. Heute ist es in der Schweiz einfacher, neue Substanzen auf die Liste der verbotenen Betäubungsmittel zu setzen.

Die Ware wird online bestellt

Mit Verboten kann der Handel jedoch kaum unterbunden werden. Bestellt wird heute online. Wer das Rezept kennt, schickt ein Mail nach China und bekommt, was er braucht. Nachgefragt wird in Asien nicht. Der Handel im Web ist fast nicht zu kontrollieren, in jeder Nation herrscht eine andere Regelung. Zudem können die psychoaktiven Substanzen durch den Online-Handel über alle Länder hinweg vermarktet werden.

Explosive Namen wie «Spice» oder «Secret Bomb» sollen den Verkauf zusätzlich ankurbeln. Oft verstecken sich dahinter jedoch ähnliche Gemische. Verschiedene Anbieter versuchen so immer wieder neue Zugänge zu potentieller Kundschaft zu erschliessen sowie Regelungen des Staates zu umgehen.

Diese Drogengemische werden meistens kombiniert mit Tabak geraucht, seltener kommt es zu oralen Einnahmen. Zahner warnt ausdrücklich davor: Konsumierende spielen bei «Research Chemicals» immer wieder Versuchskaninchen. Das heisse, es sei dringend vom Konsum abzuraten, da die Kenntnisse zu diesen Substanzen und zu deren Wirkungen und Nebenwirkungen grösstenteils fehlten.


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nein am 04.03.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    oha

    Das Volk hat vor ein paar Jahren eine Legalisierung abgelehnt, also akzeptiert es einfach. es wird sich nicht ändern. Mehr Drogen zu legalisieren ist sowieso destruktiv und wäre nur ein Schritt mehr zu legalisieren. Legalisierung, um zu kontrollieren und Kriminalität einzudämmen, ist der falsche Ansatz. Erziehung derer die konsumieren wäre besser. Keine Konsumenten - keine Drogenkriminalität.

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  • Walter Hauser am 04.03.2011 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringen Verbote?

    Drogenverbote fördern nur den Schwarzmarkt, dieser schadet auch unbeteiligten und fördert zusätzliche Kriminalität (Mord, Erpressung, etc.). Man verspielt alle Kontrollmöglichkeiten, einer der grössten Fehler in unserer Gesellschaft.

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  • Sigi am 04.03.2011 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei

    Hört doch mal auf mit dier Angstmacherei. Lasst doch die Jungen kiffen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • casper am 08.03.2011 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    hanf das kraut des 21. jahrhunderts

    die cannabispflanze hats in sich! nicht nur des rausches wegen sondern auch für die medizinische anwendung gerade für patienten bei denen herkömmliche medis zu nebenwirkungen führen, wirkt das thc schmerzlindernd, appetitanregend und dient auch als gweisse ablenkung. grosse nebenwirkungen existieren nicht, da man das wundermittel nicht nur durchs rauchen einnehmen muss zudem schon mal was von der hanffaser gehört?! die übrigens überall wächst und im vergleich zur baumwolle enorm viel weniger wasser und chemie braucht!

    • Jefferson Darcy am 16.03.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      Hanf ist eben nicht nur eine Droge

      Wenn die Blüten nicht nebenbei auch eine psychoaktive Wirkung hätten, könnte die Pflanze in der Kleiderindustrie (und auch anderswo) tatsächlich einiges bewirken, nur eben, wer regelt den Anbau und verhindert, dass unter dem Deckmantel der industriellen Herstellung einige die Pflanze nur zur Herstellung von Drogen anbauen, denn da winkt das grosse Geld. Leider, denn Hanf wäre in der Tat sehr vielseitig einsetztbar

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  • AllHailMetal am 07.03.2011 00:28 Report Diesen Beitrag melden

    weniger labern mehr handeln

    Ich finds klasse wieviele Leute sich hier fürs Legalisieren aussprechen und wieviele sich als Kiffer outen, man merkt richtig dass der Grossteil der Bevölkerung kifft und dass es eben doch nicht nur eine Ausnahmeerscheinung ist.. umso wichtiger ist es endlich eine brauchbare Lösung für dieses Problem zu finden anstatt es immer wieder vor sich herzuschieben

  • Peppino am 06.03.2011 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kiffer sind mutiert

    Früher träumten die Kiffer von einer natürlichen Welt. Heute ziehen sie sich den GEN manipulierten Rausch rein und werden permanent dümmer dabei. -Schade, waren mal amüsante, gesellschaftskritische Zeitgenossen..

    • Manuel Lang am 07.03.2011 08:21 Report Diesen Beitrag melden

      genmanipuliert??

      ich wüsste nicht was synthetische Herstellung mit gentechnischer Veränderung zu tun hat, deshalb lieber vorher informieren bevor man auf die Verdummung der Drögler Anspielungen macht ;)

    • Andreas Killet am 26.07.2011 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      DHV, Hanfjournal, Tagesrausch etc.

      Es ist schon witzig wenn Du schreibst, Zitat: "-Schade, waren mal amüsante, gesellschaftskritische Zeitgenossen.." Zitat Ende. Sind sie das Heute nicht mehr? Ich glaube das Gegenteil ist der Fall. Es gibt Hanfparaden in mehreren deutschen Großstädten. Der Deutsche Hanfverband versucht bei den Politikern das Thema Hanf und dessen Legalisierung zum Thema zu machen. Das Internet bietet neue Möglichkeiten und einige nutzen diese Plattform um das Thema Cannabis am Leben zu erhalten.

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  • Tschannen Werner am 06.03.2011 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Money making, Money money making

    es gbt da die Geschichte einer MSkranken Frau die Canabis geraucht hat um die Beschwerden zu lindern. Ein paar Gramm pro Monat auf Rezept des Doktors! Da gab es plötzlich syntetisches THC auf dem Markt. Jetzt muss sie dieses künstliche Zeug nehmen. Kostet der Krankenkasse 3500CHF pro Monat! Da es entschieden teurer ist als natürliches THC. Ein Schelm wer böses dabei denkt...... Ist halt nicht schön wenn die Natur gratis Medizin verteilt.

  • white window am 05.03.2011 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    20 gefährlichsten Drogen

    Ich möchte auf den Artikel "Alkohol gefährlicher als Ecstasy und LSD" von SPIEGEL ONLINE verweisen. Lesen. Lernen. Legalisieren.

    • Max Kuster am 07.03.2011 00:56 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen. Lernen. VERSTEHEN!!!

      In dem Fall bist du einer von denen, die diesen Artikel falsch verstanden haben... Darin wurde NUR der Einfluss der Droge auf da SOZIALE UMFELD unterucht, wobei andere Schäden (zB. Zerstörung des Körpers, langfristige Folgewirkungen, usw.) komplett ausgelassen wurden. Und das Alkohol grosse Auswirkung auf das Soziale Leben eines Menschen hat, ist ja allgemein bekannt.

    • Jefferson Darcy am 16.03.2011 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      Alkohol nicht verharmlosen

      Trotzdem gehört der Alkohol wohl zu den schädlichsten Substanzen, die wir unserem Körper zuführen. Käme er heute auf den Markt, würde er niemals legalisiert werden. Alkohol verursacht jedenfalls weitaus grössere körperliche Schäden als beispielsweise Cannabis, wo die (physischen) Schäden gar nicht von der Substanz selbst, sondern hauptsächlich durch den gleichzeitigen Konsum von Tabak (ohne Filter) verursacht werden .

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