Klimawandel

08. Juni 2017 08:39; Akt: 08.06.2017 15:11 Print

Gigantischer Eisberg bricht bald ab

Eine riesengrosse Eismasse in der Antarktis wird sich loslösen. Die Forscher wissen nicht, wann genau das der Fall sein wird.

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Deutlich erkennbar: Der Riss im Larsen-C-Schelfeis. (1. Juni 2017) (Bild: AFP)

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Ein immenser Eisklotz steht kurz vor dem Abbrechen. Satellitenbilder der europäischen Weltraumbehörde Esa zeigen, dass ein seit langem beobachteter Riss im Larsen-C-Schelfeis nur noch 13 Kilometer von der Eiskante entfernt ist.

Der Eisgigant nehme Fahrt auf, schreibt der britische Leiter des Antarktis-Projekts Midas, Adrian Luckman, auf Twitter: «Er bewegt sich unaufhaltsam zum Kalben.» Wann der Koloss sich vom Schelfeis löst, können Forscher nicht genau vorhersagen. «Es kann sein, dass es heute passiert oder noch ein oder drei Monate dauert», sagte Daniela Jansen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Der Eisklotz wird rund 5000 Quadratkilometer gross sein. Nach Angaben des AWI wird er zu den fünf grössten Eisgiganten der vergangenen 30 Jahre zählen. «Wenn er sich gelöst hat, wird es keine zwei Jahren dauern, bis er vollständig geschmolzen ist», so Jansen. Eine Gefahr für Menschen oder für die Schifffahrt besteht demnach nicht. Schelfeise sind auf dem Meer schwimmende Eismassen, die von Gletschern gespeist werden und mit ihnen noch verbunden sind. Dass davon Eisberge kalben, ist ein natürlicher Prozess.

Riss wächst rapide

Im Januar war der Riss im Schelfeis Larsen C schon 175 Kilometer lang, dann tat sich zunächst nichts mehr. «Anfang Mai setzte sich der Spalt dann nicht an seiner alten Spitze fort, sondern verzweigte sich», so Jansen.

Innerhalb weniger Tage wuchs der Riss um 17 Kilometer. Vor gut einer Woche verlängerte er sich um weitere 16 Kilometer und änderte die Richtung: Seine Spitze zeigt jetzt Richtung Meer. Die Wissenschaftler hatten diese Entwicklung erwartet. «Es gibt Vorzugswege, die Risse nehmen», erklärt die Wissenschaftlerin. «Das hat etwas mit der Spannung im Eis zu tun.»

Klimawandel

Für die Forscher ist weniger der Abbruch des Eisberges spannend als die Entwicklung des Schelfeises im Anschluss. «Uns interessiert, ob die neu entstandene Front stabil bleibt oder sich immer weiter zurückzieht und das Schelfeis schliesslich zerbricht», sagt Jansen.

In den letzten zwei Jahrzehnten seien bereits sieben Schelfeise von insgesamt zwölf an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen. Grund dafür sei vermutlich der Klimawandel, sagt die Glaziologin.

Und die Fans von Ice Age sehen den Vorgang auf ihre (humorvolle) Weise.

Huge crack forms in Antarctica's ice shelf.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dino Schön am 08.06.2017 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenfassung

    Irgend etwas wird passieren. Wir wissen zwar nicht genau was, wann oder warum. Trotzdem vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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  • Wer weiss am 08.06.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Dubai

    Ist da schon Dubai am Werk, die so ihr Meer mit Eiswürfeln abkühlen und Trinkwasser gewinnen wollen...

  • Prof. Dr. emer. Spritzer am 08.06.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eis bildet sich

    Eis bildet sich und Eis schmilzt. Jetzt schmilzt halt das Eis stark und der Mensch bildet sich auch stark. Dies obwohl die Erde im gesamten Universum nur ein Fliegenschiss darstellt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Unknown am 09.06.2017 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Baken mit der reinen Sonne

    Klima Erwärmung? Und morgen, wenn es kalt wird spricht man von Klimawandel und nicht vor Erkältung. Einigen sich die Forscher mal einigen auf ihre Thesen? Es ist und bleibt ein relatives Thema mit vielen Theorien die man überhaupt nicht nachweisen kann, ausser man geht in die Vergangenheit.

    • P Lüthi am 09.06.2017 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Unknown

      Das Thema Klimawandel ist so was von offensichtlich und immer noch gibt es Kommentare welche von einer unklaren Theorie sprechen. Man muss sich halt schon Mühe geben und versuchen die Begriffe Wetter und Klima zu unterscheiden. Wetter ist kurzfristig, das heisst es wird am Sonntag heiss oder auch nächsten Winter eiskalt. Das Klima umschreibt die langfristigen Änderungen über mehrere Jahre bis Jahrtausende. Und das Klima hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten so dramatisch schnell nach oben bewegt wie noch nie. Wenn die globale Temp nur schon 2 Grad ansteigt wird dies äusserst einschneidend.

    • Rolf Gysling am 09.06.2017 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Unknown

      Wieso meine Sie hat man von Klimaveränderung gesprochen und nicht mehr von Erwärmung? Weil dann so Spezis wie sie hinter dem Ofenrohr rauskommen, rausschauen und sagen 'aber hier wurde es kälter' was eben Wetter ist. Klima ist Global und das zeigt im Trend ungebrochen eine sehr deutliche Erwärmung an. Das lässt sich such mit nicht glauben halt nicht leugnen.

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  • Steven Reynard am 09.06.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Täter

    Larsen C ist ein alter Täter. Er hat Risse und Spalten seit mehreren hundert Jahren. Also bevor der Range Rover erfunden wurde. Die Welt lebt. Sie kann sich verändern. Wir, kleinen Würmer, haben dazu nichts zu bestimmen. Menschen sind hier und weg lange bevor wir Schaden anrichten können.

  • Beat Meier am 09.06.2017 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt keine Erwaermung

    Es gibt keine Klimaerwaermung. Selbst in 50 Jahren wird alles so sein wie heute. Hoert auf immer neue Steuern und Abgaben zu erfinden. Besteuert endlich Reiche grosse Organisationen Stiftungen und stellenabbauende Unternehmen.

    • Rolf Gysling am 09.06.2017 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Meier

      Auch noch für Sie anschaulich, weil ich befürchte Sie verstehen es sonst nicht (Englisch wenigstens?): xkcd(dot)com(slash)1732

    • Werner am 11.06.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Beat Meier

      Wenn man sich das Klima, also die Jahresmitteltemp. anschaut sieht man dass in Zeiten von Julius Cäsar also etwa 50. v. Chr. sowohl auch in der Mittelalterlichen Wärmeperiode das Klima noch wärmer war als heute. Komisch da gabs aber noch keine Flugzeuge und Autos die ihr Co2 in die Atmosphäre geblasen haben... Klimawandel an sich anzuzweifeln ist schon recht grenzdebil. Dass es durch Menschenhand und Co2 geschieht wird aber auch nicht wahrer wenn man es noch 100 mal wiederholt. Dies bedeutet übrigens nicht, dass ich Umweltverschmutzung für gut befinde. Das sind 2 paar Schuhe.

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  • Marion M. am 08.06.2017 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur wird gewinnen.

    Zum Glück braucht sie die Menschen nicht, umgekehrt jedoch geht es nicht. Mutter Natur hat viel grössere Lebewesen als der Mensch ernährt und auch verhungern lassen. Wir sind für die Natur, egal in welche Richtung es geht, komplett bedeutungslos.

  • ;-) am 08.06.2017 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was!

    Das ist deutlich sichtbar eine Strasse im Schneefeld.