Schädliches Aluminium

21. September 2016 15:42; Akt: 21.09.2016 16:02 Print

Brustkrebs wegen Deos – das müssen Sie beachten

von Fee Riebeling - Forscher haben einen Zusammenhang zwischen Aluminium in Deos und Brustkrebs nachgewiesen. Doch der Gefahr kann man entgehen.

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Schon lange wird ein Zusammenhang zwischen gewissen Deodorants und Brustkrebs vermutet. Jetzt haben Forscher der Genfer Clinique des Grangettes einen weiteren Nachweis dafür erbracht, dass in Deos enthaltene Aluminiumsalze die Entstehung von Brustkrebs fördern können. In ihrer im «International Journal of Cancer» veröffentlichten Studie setzten sie die Brustzellen von Mäusen Aluminiumchlorid aus und dokumentierten, was passiert. So konnten die Forscher nachweisen, ... ... dass Aluminiumsalze eine Häufung von Mutationen im Genom der betroffenen Zellen verursachen - ein bekanntes Merkmal von Krebszellen. Zudem zeigte sich, dass die den Aluminium ausgesetzten Brustzellen bei Mäusen Tumore mit sehr aggressivem Verhalten entwickeln können. Auch wenn es bislang laut den Forschern noch keinen «keinen formellen Beweis für die Toxizität solcher Deos beim Menschen» gibt, sei Vorsicht geboten. Denn die Ergebnisse erlaubten, den bereits seit mehreren Jahren bestehenden Verdacht zu erhärten. Ganz auf Deos muss man deswegen jedoch nicht verzichten, denn immer mehr Hersteller haben neben den klassischen Produkten auch Aluminium-freie im Programm. Und die sind gar nicht mal so schlecht, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Von den 14 im März von «Kassensturz» getesteten Deos schlossen drei mit der Note «gut» ab: Das Cien Deospray Sensitive von Lidl, ... ... das Ombia Deospray Pure von Aldi und ... ... das Axe Africa Bodyspray für Männer. Auch im Test der deutschen Stiftung Warentest gab es Produkte, die überzeugten. Hier schnitten das CD Deospray Wasserlilie, ... ... das Kult Clear Touch Deodorant (Aldi Nord), ... ... das Nivea Deodorant Fresh Natural Ocean Extracts und ... ... das Lavera Basis Sensitiv Deo Spray mit Bio-Hamamelis & Bio-Rosenessenz mit einem «Gut» ab. Laut Stiftung Warentest sind nicht alle als aluminiumfrei deklarierten Produkte wirklich frei von Aluminiumsalzen. Wer vollstandig darauf verzichten will, sollte beachten, dass keine Alu-Verbindungen wie in der Inhaltsstoffliste aufgeführt sind. Angaben wie «Antitranspirant», «vermindert die Schweissproduktion» oder «reduziert Achselnässe» sind ein zuverlässiger Indikator dafür, dass im Produkt Aluminiumsalze enthalten sind. Wer Aluminium-haltige Deos weiterhin benutzen möchte, kann das tun. Allerdings sollte man darauf achten, sie nicht auf frisch rasierte Achseln zu sprühen. Denn über dabei entstandene winzige Hautverletzungen könnte mehr Aluminium in den Körper gelangen.

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Deodorants mit Aluminiumsalzen könnten eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs beim Menschen spielen, berichten Forscher der Genfer Clinique des Grangettes in einer neuen Studie.

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Stefano Madriota und André-Pascal Sappino haben nachgewiesen, dass Brustzellen aus Kulturen mit Alu-Konzentrationen bei Mäusen Tumore mit sehr aggressivem Verhalten hervorrufen können. Es ist der bislang deutlichste Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Aluminium in Deos und Brustkrebs.

Die aktuelle Studie liefert zwar «keinen formellen Beweis für die Toxizität solcher Deos beim Menschen», erklärt Onkologe Sappino auf Anfrage von 20 Minuten. Aber die Ergebnisse erlaubten, den bereits seit mehreren Jahren bestehenden Verdacht zu erhärten. Das müssen Deo-Nutzer jetzt wissen:

Warum gibt es trotz des langjährigen Verdachts noch immer aluminiumhaltige Deos?
So lange ein Zusammenhang zwischen Aluminium in Deodorants und der Entstehung von Brustkrebs nicht eindeutig nachgewiesen ist, müssen die Hersteller nicht reagieren.

André-Pascal Sappino wäre überrascht, wenn sie es freiwillig tun würden, denn «für die Hersteller ist Aluminium als Inhaltsstoff attraktiv, da er effizient und nicht teuer ist». Er geht davon aus, dass die aluminiumhaltigen Deos erst dann aus den Regalen verschwinden, wenn die Bevölkerung Druck ausübt – sprich: nur noch aluminiumfreie Sprays, Roll-ons oder Sticks kauft.

Das ist zum Teil schon der Fall. Der Konsumgüterkonzern Unilever, Eigentümer der Marken Axe, Dove und Rexona, schreibt dazu: «Da Konsumenten vermehrt Deos ohne Aluminium nachfragen, hat Unilever sein Produktportfolio dahingehend erweitert, um den Bedürfnissen der Konsumenten optimal entgegenzukommen.»

Unilever-Sprecherin Nadja Kleszcz betont, dass es keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Aluminium in Deos und Brustkrebs gebe. Zudem gäben aktuelle Untersuchungen Hinweise darauf, dass kaum Aluminium die Hautbarriere durchdringe. Um sicherzugehen, habe man sich einem Konsortium angeschlossen, das «mit einer unabhängigen Forschungseinrichtung» daran arbeite, «die Datenlage zu erweitern und zu bestätigen».

Gibt es gute Alternativen zu Deos mit Aluminium?
Immer mehr Hersteller haben aluminiumfreie Deodorants im Angebot. Und die sind gar nicht mal schlecht, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Auffällig ist: Es sind vor allem die günstigen Produkte, die die Prüfer überzeugten. Von den 14 im März vom «Kassensturz» getesteten Deos schlossen drei mit der Note «gut» ab: das Cien Deospray Sensitive (Lidl), das Ombia Deospray Pure (Aldi) und das Axe Africa Bodyspray für Männer.

Auch im Test der deutschen Stiftung Warentest von 2014 gab es Produkte, die überzeugten. Hier schnitten das CD Deospray Wasserlilie, das Kult Clear Touch Deodorant (Aldi Nord), das Nivea Deodorant Fresh Natural Ocean Extracts und das Lavera Basis Sensitiv Deo Spray mit Bio-Hamamelis & Bio-Rosenessenz mit einem «Gut» ab.

Worauf muss man beim Deo-Kauf achten?
Stiftung Warentest zeigte, dass nicht alle als aluminiumfrei deklarierten Produkte wirklich frei von Aluminiumsalzen sind. Wer vollständig darauf verzichten will, sollte beim Kauf beachten, dass keine Alu-Verbindungen wie Aluminiumchlorid, Aluminium-Zirconium-Hydrochlorid oder Aluminiumchlorhydrate in der Inhaltsstoffliste aufgeführt sind. Angaben wie «Antitranspirant», «vermindert die Schweissproduktion» oder «reduziert Achselnässe» sind ein zuverlässiger Indikator , dass im Produkt Aluminiumsalze enthalten sind.

Sollte man aluminiumhaltige Deos noch nutzen?
Das ist jedem selbst überlassen. Die Genfer Forscher raten jedoch ab. Denjenigen, die es tun wollen, raten sie, aluminiumhaltige Sprays nicht auf frisch rasierte Achseln sprühen. Denn über dabei entstandene winzige Hautverletzungen könne mehr Aluminium in den Körper gelangen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klartext am 20.09.2016 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liste

    Interessant wäre jetzt eine Liste von schädlichen und unschädlichen Deos.

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  • Herr Besorgt am 20.09.2016 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alu

    Dachte ich schon immer. Was unternimmt jetzt der Staat dagegen? Ich denke nichts und das Gift wird weiter verkauft.

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  • sonja simmenring am 20.09.2016 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Hut neu verpackt

    Ist schon lange bekannt und wird von der Industrie natürlich ignoriert. Auch vieles dass wir Essen ist sehr schädlich, Fast Food ala McDonalds wird in 50 Jahren kaum mehr erlaubt sein. Jeder der sich informiert wird nie mehr so was essen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luvi am 22.09.2016 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Alu und keine tierischen Proteine

    Hmm! Ich wurde in einer Brustklinik vor drei Jahren darauf hingewiesen, keine aluhaltigen Deos mehr zu verwenden. Zusammen mit Ernährungsberatung bin ich jetzt Soja abstinente Veganerin und auf dem Weg der Besserung. Ich würde allen Frauen dazu raten, aluhaltigen Deos zu meiden und beim Essen tierische Proteine zu reduzieren.

    • Werner Ernst am 22.09.2016 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Luvi

      Meine Frau hatte auch auf AlufreieDeos umgestellt. Fazit: riesiger und juckender Ausschlag. Noch Fragen?

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  • Motzimuus am 22.09.2016 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja oder Ja,schädlich oder nicht..

    Ja wenn doch nachgewiesen wird das die Deos schädlich sind,wieso wird dann nicht alles unternommen das es nur noch Aluminiumfreie Deos gibt,ich habe die Erfahrung gemacht wenn ich ohne Aluminium nehme dann stinke ich nach einer gewissen Zeit,da sollte schon was ausgedüftelt werden,sonst nimmt man automatisch wieder das normale Deo.

  • Mathilda am 21.09.2016 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwörungstheoretiker

    Ich habe schon vor 15 Jahren aluminiumfreie Deos für mich und meine Familie gekauft, damals galt man noch als Verschwörungstheoretiker deswegen. Dasselbe gilt übrigens für fluoridfreie Zahnpasta und künstliche Süssstoffe.

  • m.h. am 21.09.2016 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Eine Studie sagt das nun...und in einem Jahr heisst es dann es wäre nicht das Alu sondern sonst ein Stoff

  • tintin am 21.09.2016 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Alu im Körper

    Die Grossen können sich die Salamitaktik ja wieder leisten..und keiner tut was. In Amerika gibt es schon lange kein Alu mehr in den Deos...warum wohl! Aber grundsätzlich ist Alu in kleisten Mengen schädlich..und wird vor allem in den säurehaltigen Getränken (zB. Redbull u.ä.-Dosen) oder mariniertem Fleisch in der Grill-Schale in Kleinstmengen gelöst...Alu ist aber im Körper nicht abbaubar...ob Krebs ausgelöst wird oder Tumore entsteh ist ja völlig egal...Alu auch in kleinsten Mengen kriegst du nicht mehr los...es ist immer wieder überraschend wo der Amstschimmel was unternimmt und wo nicht....

    • Zoe. am 21.09.2016 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @tintin

      Echt jetzt? Ich hab meine deos von amerika hab ca. 20 stück migenommen und da steht, dass es allu drauf hat. Und es ist ein axe deo, welches kurz darauf bei uns nicht mehr gab und dann auch nicht mehr dort. Warum es bei mir solange hält? Ich ca. 4 verschiedene deos, einmal tut dies besser und einmal das andere, jeh nach hormone und stress. Und ich dusche mich jeden tag und wasche mich nach bedarf auch mehrmals unter den armen mit seife. Hab mal diese umweltfreundlichen deos probiert, da war ich mich mehr am waschen, als bei irgendeinem anderen deo. Nicht jeder körper ist gleich ;)

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