5800 Quadratkilometer

12. Juli 2017 12:23; Akt: 12.07.2017 12:40 Print

Riesiger Eisberg hat sich von der Antarktis gelöst

Ein Eisberg, ungefähr so gross wie der Kanton Bern, ist vom Larsen-C-Schelfeis vollständig abgebrochen.

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Der Riss im Larsen-C-Schelfeis auf einem Archivbild vom vergangenen November. (Bild: Reuters)

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Einer der grössten jemals gesichteten Eisberge hat sich von der Antarktis gelöst. Der etwa eine Billion Tonnen schwere und etwa 5800 Quadratkilometer grosse Eisberg sei von dem Eisschelf Larsen C abgebrochen, teilten Wissenschaftler der britischen Universität von Swansea heute mit. Die Ablösung der Eismassen könnte das Eisschelf Larsen C destabilisieren, wodurch ein deutlicher Anstieg des weltweiten Meeresspiegels drohen könnte.

Bereits Anfang Juni hatten die Forscher vor einer Ablösung des Eisbergs gewarnt. Dadurch allein sei kein Anstieg des Meeresanstiegs zu befürchten, erklärten die Wissenschaftler damals. Die Ablösung der Eismassen könne aber Larsen C destabilisieren und zum Einsturz bringen. Dadurch würden riesige Wassermassen freigesetzt. Wenn alle von Larsen C aufgefangenen Gletscher ins Meer flössen, würde der weltweite Meeresspiegel um etwa zehn Zentimeter steigen, warnten die Forscher. Durch das Abbrechen des Eisberges, der voraussichtlich den Namen A68 erhalten soll, verringerte sich die Fläche von Larsen C den Forschern zufolge um ein Zehntel. Larsen C ist das nördlichste und grösste Eisschelf der Antarktis.

Zwei keinere Eisschelfe an der östlichen Seite der Antarktis sind bereits kollabiert: 1995 ging Larsen A verloren, sieben Jahre später Larsen B. Die Antarktis ist besonders stark vom Klimawandel betroffen: Sie zählt zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten unseres Planeten.

Eisberg-Giganten aus jüngerer Zeit

Die abgebrochene Eismasse zählt mit rund 6000 Quadratkilometern zu den grössten registrierten Eisbergen. Solche Abbrüche sind nicht ungewöhnlich. Immer wieder lösen sich gigantische Eisberge vom Schelfeis – jenen schwimmenden Eismassen, die mit Gletschern verbunden sind. Einige Beispiele:

  • Der grösste durch Satellitenerkundung erfasste Koloss löste sich im März 2000 vom antarktischen Ross-Schelfeis. B15 – so der Name – war ursprünglich 11'600 Quadratkilometer gross. Das entspricht gut der vierfachen Grösse des Saarlands. Vom ihm brach später der Eisberg B15A ab, der 2005 noch mehr als 2500 Quadratkilometer mass.
  • Ein anderer Gigant brach 2002 ebenfalls vom Ross-Schelfeis ab. Der C19 getaufte Eisberg war mehr als 6000 Quadratkilometer gross.
  • Im selben Jahr brach vom Thwaites-Gletscher in der Westantarktis ein riesiger Eisklotz ab. B22 bedeckte eine Fläche von etwa 5500 Quadratkilometern.
  • Anfang 2010 löste sich vom Mertz-Gletscher im australischen Antarktis-Gebiet der Eisberg C28 mit einer Fläche von mehr als 2500 Quadratkilometern. Zuvor war ein anderer Eisriese ein Bruchstück des 1987 entstandenen, damals etwa 5400 Quadratkilometer grossen B9 – gegen die Gletscherzunge gekracht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roli W am 12.07.2017 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer mit der Ruhe

    Wenn er so gross wie der Kanton Bern ist, schmilzt er sicher gaaanz laangsaaam

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  • Markus am 12.07.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flut

    Bin gespannt was Trump sagt, wenn Manhatten geflutet wird.

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  • passionate dude am 12.07.2017 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferienplanung

    Ouhh, schnell schnell noch Amsterdam und New York buchen, solange sie noch an der Oberfläche stehen. ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kopfschüttler am 13.07.2017 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie lange....

    wie lange wollen wir uns eigentlich noch einreden, dass wir kein problem haben (solche Dinge passieren ja nie nahe genug als dass sie uns wirklich berühren würden) und den klimawandel zwar thematisieren aber nichts dagegen tun ? #LachendinDieKreissäge

  • Sgt. Cool Drink am 13.07.2017 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Whao...!

    Dabei habe ich nur "rein in den Warenkorb" gedrückt und schon macht Amazon Ernst mit der Bestellung. Dann kann die 1.August Party also steigen - super, merci

  • Peter am 12.07.2017 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Geografiestunde

    Nicht einmal ein Eisberg von der Grösse der USA würden den Meeresspiegel beeinflussen. Leute, schaut Euch doch bitte mal den Globus an. Nicht mal nur kurz, richtig genau. Fällt Euch etwas auf? So gross er auch ist, der Eisberg, er ist 0.0015% der Oberfläche der Meere, und zu 7/8 eh UNTERWASSER. Ich seh schon einen Anstieg der Weltmeere von 0.0001 bis 0.0002mm. Armes Venedig, armes New York! Selbst die Masse von Nord UND Südamerika zusammen sind nur gerade mal 7% der Erdoberfläche.

    • Cumackel am 13.07.2017 01:30 Report Diesen Beitrag melden

      Dann kommt das ja doch hin, oder?

      Wenn deine Zahlen in etwa stimmen sollten, müsste der Meeresspiegel ja doch um 10 cm steigen, sogar zugunsten des Meeresvolumen gerundet.

    • Rolf Gysling am 13.07.2017 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Ja Masse und Fläche sind nicht jedermanns Sache... Geografie in Ehren aber bei Geometrie, Physik und Mathe müsste man auch mal aufpassen

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  • Claudio Künzli am 12.07.2017 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Wochenende

    In Zürich habe ich auch schon solch grosse Eisklumpen gesehen -in jedem Drink... ;-)

    • Rolf Gysling am 12.07.2017 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudio Künzli

      Ja in Zürich ist alles etwas grösser. Vor allem der Grössenwahn!

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  • Investment Banker am 12.07.2017 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltigkeit

    Die nachfolgenden Generationen sind mir sowas von Wurst. ich fahre trotzdem meinen mind. 20l/100km englischen Sportwagen und habe gerade rund 700gr Rinderfilet vertilgt. Sanfte Grüsse

    • Marcel93 am 17.07.2017 08:30 Report Diesen Beitrag melden

      Nachhaltigkeit

      klingt zwar egoistisch aber du hast recht :)

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