Näher als der Mond

12. Oktober 2017 09:28; Akt: 12.10.2017 16:11 Print

Asteroid rast an Erde vorbei - ESA probt Ernstfall

Ein Asteroid hat heute Morgen die Erde passiert. Er kam ihr fast so nahe wie manche Satelliten. ESA und Nasa wollten den Ernstfall trainieren.

Kam der Erde viel näher als der Mond:Der Brocken 2012 TC4. (Video: Tamedia/AFP)
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Der Asteroid 2012 TC4 hat die Erde am Donnerstagmorgen in relativ geringem Abstand passiert. Der Vorbeiflug sei wie berechnet pünktlich erfolgt, sagte Detlef Koschny von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA am Donnerstag im niederländischen Noordwijk.

Dabei erreichte der Himmelskörper seinen erdnächsten Punkt um 7.41 Uhr mit rund 44'000 Kilometern Abstand. Zum Vergleich: Der Mond ist etwa 400'000 Kilometer entfernt, geostationäre Satelliten fliegen in einer Höhe von knapp 36'000 Kilometern.

Weitere Informationen lagen Koschny zunächst nicht vor. «Ich bin mir aber sicher, das sie kommen», sagte er. So werde etwa untersucht, aus welchem Material der Asteroid besteht. «Wir haben Daten, mit denen wir das herausfinden», erklärte er.

ESA und Nasa trainieren

Gefährlich war 2012 TC4 zwar nicht, doch Experten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA und ihre Nasa-Kollegen wollten die Gelegenheit nutzen, um für den Fall einer ernsten Bedrohung unseres Planeten zu üben. «Dieses Mal ist es kein Besorgnis erregender Fall, aber wir werden ihn nutzen, um zu trainieren», sagte der deutsche ESA-Wissenschaftler Detlef Koschny am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Das Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur in Darmstadt (D). Bild: Keystone/Uwe Anspach

Bis wirklich einmal ein gefährlicher Asteroid auf die Erde zufliege, wollten die Raumfahrt-Experten dafür schon mehrfach geübt haben, fügte Koschny hinzu, der bei der ESA Ko-Direktor der Abteilung Erdnahe Objekte ist.

Zusammenarbeit mit Katastrophenschutz

Die Institute sollen ihre Informationen über den Asteroiden an die beteiligten Katastrophenschutzzentren melden, erläuterte Koschny. Danach werde überprüft, ob die Angaben verständlich sind und ob der Informationsaustausch verbessert werden muss.

Ein Wiedersehen mit 2012 TC4 wird es erst im Jahr 2079 geben. Dann existiert laut ESA eine minimale Wahrscheinlichkeit, dass er die Erde trifft. Die Chance betrage nach aktuellsten Berechnungen 1:15'000. Doch da der Asteroid auf seinem jetzigen Vorbeiflug von der Erde abgelenkt werde, könne sich die Wahrscheinlichkeit geändert haben.

(oli/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • asdf am 12.10.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es passierte und wird wieder passieren

    Die Erde wurde schon oft und auch von grossen Brocken getroffen. Der nächste Asteroid der treffen wird ist in diesem Moment auf dem Weg zur Erde. Angenommen ihr wärt ein Astronom und würdet einen Asteroiden entdecken der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Erde treffen wird und gross genug ist um das Leben auszulöschen. Würdet ihr an die Öffentlichkeit gehen damit? Wenn ja, wie würdet ihr das der Menschheit beibringen? Und welche Reaktionen würdet ihr erwarten? Massenpanik und -suizide?

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  • Bernereidgenosse am 12.10.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Frage der Zeit

    Was wäre passiert? Mittlerer Durchmesser 1030 m[1] bzw. 12-27 m[2] Ich behaupte mal, die Regierungsdödler wären komplett überfordert wenn einer mal auf uns zusteuert. Ist nur noch eine Frage der Zeit, dann passierts.

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  • Pack Man am 12.10.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll krass

    Ich bin entäuscht erst jetzt davon zu erfahren!Hatte man Angst vor Panik oder falschen Berechnungen und/oder bekommen wir diese Nachricht jetzt erst,da Hobbie "Himmelsguckerdas Ding mit ihrem Heimteleskop auch gesehen haben?!;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Homo sapiens am 13.10.2017 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Als die Erde von einem verherenden Gen

    getroffen wurde, hinterliess das zuerst keine sichtbaren Zeichen. Das Übel hat sich jedoch vermehrt. Einige Mutanten sind heute so intelligent, dass sie die Vorstellung haben, der Schöpfung helfend unter die Arme greifen zu müssen.

  • Rindvieh am 13.10.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Weltuntergang vorläufig verschoben

    Wieder eine Chance zum "jüngsten Gericht" verpasst... wann kommt dieser Weltuntergang endlich, der uns aufrichtigen, guten Menschen seit zweitausend Jahren versprochen wurde?!

    • V.D. am 14.10.2017 04:55 Report Diesen Beitrag melden

      Weltuntergang?

      Ich denke, dass wir diesen "Weltuntergang" gar nicht mehr erleben werden. Bevor dieser nähmlich eintift, wird die Menschheit selbst die Erde zerstören. -> berücksichtigt man den Kindergarten zwischen Korea und den USA.

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  • s.m- am 13.10.2017 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    sehr schade

    eigentlich hätte ich nix dagegen dass er die Erde trifft, wir Menschen verdienen nicht auf dieser schöner Erde zu leben, wir zerstören sowieso alles...aber irgendwann gibt es diesen Knall und dann ist vorbei...

    • v.t. am 14.10.2017 04:51 Report Diesen Beitrag melden

      hm....

      Eine etwas zu pessimistische Einstellung, hat jedoch etwas wahres dran.

    • FF am 14.10.2017 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @s.m-

      Was wenn ich ihnen sage das die Erde villeicht für uns da ist um sie zu benutzten und zu vebrauchen ? Villeicht nicht so schnell aber wenn es uns nicht gibt, ist ja niemand mehr da um zu sagen : ,,Wow, jetzt ist es besser!''

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  • _uhu am 13.10.2017 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    Realtivieren wir mal ein bisschen

    Bei ca. 30km/s, die die Erde um die Sonne zurücklegt, hat das Teil uns um nur 24min verpasst. Wenn ich noch 5km "Lufthülle" rechne, falls der Asteroid uns darin gestreift hätte (auch das hätte noch genügend Schaden verursacht), dann sind's noch 19min. Ja, man kann vollkommen von ungefährlichem Abstand sprechen ^^ Vielleicht gibt's tatsächlich (Zitat von Uriella) "mal eine Globalreinigung inklusive Menschheit" Auch wenn ich nicht an Uriella glaube, so dennoch an letzteres.

    • Boris am 13.10.2017 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ob wir den rechtzeitig entdecken ?

      Wenn der Brocken dann noch mit 30 km/s unsere Bahn kreuzen würde, wäre die Einschlagsgeschwinigkeit des Asteroiden bis zu doppelt so schnell, das wären dann 60km/s.

    • Thomas am 13.10.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      der ist klein

      Gemäss Wikipedia wird seine Grösse auf 10-30 Meter Durchmesser geschätzt. Kenne mich nicht so gut aus, aber würde der nicht beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen oder zumindest auseinanderbrechen in kleine Teile, die dann weniger Schaden anrichten könnten?

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  • Sumi am 12.10.2017 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ha, wenn mal einer einschlägt

    dann fällt er sehr wahrscheinlich eh ins Meer. Und die Schweiz hat ja keinen Meeranschluss. Alles halb so schlimm..

    • _uhu am 13.10.2017 00:19 Report Diesen Beitrag melden

      Viel Glück

      genau, der imense, entstandene Wasserdampf in der Atmosphäre bleibt lokal, wo er ist? ;-) und dir kann auch egal sein, wenn die Flutwelle z.B. alle Häfen an der Nordsee (inkl. Rotterdam) lahm legt, da du ja nichts importierts. Nichts für ungut, aber wenn jemand so egozentrisch ist, ist er/sie/es innerlich schon gestorben - auch ohne von einem Asteroiden getroffen worden zu sein.

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