Nützliche Krabbeltiere

02. Dezember 2014 14:43; Akt: 02.12.2014 14:43 Print

Insekten halten New Yorks Ratten in Schach

Essensreste gehören eigentlich in den Müll. Doch oft landen sie auf der Strasse. Weil sich in New York Insekten darauf stürzen, bleibt weniger für Ratten und Tauben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In keiner anderen Stadt der Welt leben so viele Ratten wie in New York. Laut Schätzungen der Behörden sind es mittlerweile 20 Millionen Nager.

Das ist erschreckend. Aber es könnte auch noch deutlich schlimmer sein, wie Forscher der North Carolina State University herausgefunden haben. Denn die Tiere werden vor allem von weggeworfenen Lebensmitteln angelockt. Und davon gäbe es noch viel mehr, wenn nicht Insekten jährlich hunderte Tonnen davon vertilgen würden.

Ehrenamtliche Müllabfuhr

Allein auf den Mittelstreifen von Broadway und West Street in New York City schaffen sie Essensreste in einem Umfang von jährlich etwa 60'000 Hotdogs weg, berichtet das Team um Elsa Youngsteadt im Fachblatt «Global Change Biology». Da weniger Essensreste für Ratten und Tauben blieben, arbeiteten die Krabbeltiere somit auch als Schädlingsbekämpfer.

Um deren Rolle als Müllabfuhr genauer zu untersuchen, bestimmten die Forscher zunächst, welche Arten von Gliederfüssern in den Parks und auf den Mittelstreifen in Manhattan vorkommen. Dazu zählen neben den Insekten auch Tausendfüsser und Spinnentiere.

Tierische Dienstleistung

Dann verteilten sie Chips-, Keks- und Hot-Dog-Reste an ausgewählten Stellen auf den Grünflächen. An jedem Ort legten sie die Nahrungsmittel zum einen offen aus, zum anderen in einem Gitterkäfig, der nur für die Krabbler zugänglich war. Das Ganze machten sie zweimal: einmal mit kleinen Essensresten, einmal mit grösseren Stücken. Nach jeweils 24 Stunden ermittelten sie, wie viel davon noch übrig war.

Dabei zeigte sich, dass die Krabbler kleinere Essensportionen innerhalb eines Tages vollständig entsorgen konnten, grössere Stücke hingegen nicht. «Wir haben errechnet, dass die Gliederfüsser allein auf den Mittelstreifen von Broadway und West Street jährlich mehr als 950 Kilogramm weggeworfenes Junkfood konsumieren können – eine Arbeitspause im Winter eingerechnet», sagt Youngsteadt laut Mitteilung. «Das ist nicht nur eine alberne Tatsache. Das zeigt eine echte Dienstleistung dieser Gliederfüsser auf. Sie entsorgen wirkungsvoll Müll für uns.»

Vorbildliche Pflasterameise

Überraschend war, dass die Krabbler der Mittelstreifen mehr Essen vertilgten als die der Parks – obwohl die Artenvielfalt dort deutlich geringer ist. Dies wohl vor allem wegen der weiten Verbreitung der Pflasterameise (Tetramorium sp.). Wo immer diese vor etwa 100 Jahren nach Nordamerika eingeschleppt Art vorkomme, würden zwei- bis dreimal mehr Essensreste entsorgt als an Orten ohne sie, so die Forscher. Auch an heisseren und trockeneren Orten war die krabbelnde Müllabfuhr besonders effektiv.

Die Art der vorkommenden Gliederfüsser und die Eigenschaften des Lebensraums spielten eine grössere Rolle bei der Abfallbeseitigung als die Vielfalt unter den Krabblern. Wenn auch Wirbeltiere wie Ratten, Vögel, Eichhörnchen und Waschbären Zugang zu den Nahrungsresten hatten, wurde insgesamt mehr davon entsorgt. Dabei konkurrieren beide Gruppen um den Abfall. Dies könne laut den Forschern helfen, die Zahl von Wirbeltieren zu begrenzen, die Krankheiten auf den Menschen übertragen können.

Der Hurrikan Sandy, der 2012 über New York gefegt war und zu grossflächigen Überschwemmungen geführt hatte, beeinträchtigte die Abfallbeseitigung durch die Gliederfüsser nicht messbar, so ein weiteres Resultat der Studie. Ihre Ergebnisse verdeutlichten den Wert, den selbst kleine Grünflächen in Städten besitzen.

(fee/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • vielfrass am 02.12.2014 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    an lord

    ew geht ja nicht darum wo es ist sodern um die tatsache was für leistungen die viecher voll bringnen

  • Lucie Santschii am 03.12.2014 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mimic?

    Irgendwie habe ich ein Déjà-vu mit dem Film "Mimic" :-D

  • Peter Gummiband am 03.12.2014 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basti der Held!

    Und Schweinsteiger hält München in Schach!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lucie Santschii am 03.12.2014 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mimic?

    Irgendwie habe ich ein Déjà-vu mit dem Film "Mimic" :-D

  • Peter Gummiband am 03.12.2014 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basti der Held!

    Und Schweinsteiger hält München in Schach!!

  • The Man who am 02.12.2014 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wurzel

    Der Plage und somit die größte der Plagen, ist und bleibt der Mensch selber. Aber klar uns gehört schließlich der Planet, da würde ich gerne mal einen Kauf oder Zumindest Mietvertrag sehen. Das einzige das auf diesen Umstand hinweisen würde ist nämlich die Bibel und die so habe ich zumindest von den meisten Menschen gehört sei ein Märchen.

  • vielfrass am 02.12.2014 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    an lord

    ew geht ja nicht darum wo es ist sodern um die tatsache was für leistungen die viecher voll bringnen

  • Lord am 02.12.2014 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Immer wieder erstaunlich was für unnötige Artikel in der Zeitung landen. Ich glaube kaum, dass das jemanden in der Schwwiz interessiert.

    • Belina am 02.12.2014 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Auf auf

      Spannend wäre es, wenn es auch hierzulande funktionieren würde. CH-Forscher, ihr seid gefragt!

    einklappen einklappen