Jagd im Universum

17. Oktober 2012 10:30; Akt: 17.10.2012 12:06 Print

Schweizer entdecken Planet im Nachbarsystem

Genfer Astronomen ist eine sensationelle Entdeckung gelungen: Sie fanden einen erdgrossen Exoplaneten in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft, im Sonnensystem Alpha Centauri.

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Künstlerische Darstellung des neuen Exoplaneten (r.), der den Stern Alpha Centauri B (M.) umkreist. Alpha Centauri A ist links zu sehen, unsere Sonne oben rechts. (Bild: ESO, L. Calcada)

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Astronomen der Universität Genf haben einen neuen Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Er hat ungefähr die Masse der Erde und umkreist einen der Sonne am nächsten gelegenen Sterne, Alpha Centauri B, wie die Forscher am Donnerstag im Fachblatt «Nature» berichten.

Ein Planet von ähnlicher Masse wie die Erde, der um einen ähnlich hellen Stern wie unsere Sonne kreist: Das weckt Vorstellungen, dass dort Leben wie bei uns gedeihen könnte. «Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings klein», dämpft Stéphane Udry, Direktor des Observatoriums der Universität Genf, in einem Communiqué allzu hohe Erwartungen.

«Dieses Objekt kreist in nur drei Tagen um seine Sonne. Es ist sehr nahe an ihr dran», erklärt der Forscher. «Deshalb gleicht der Planet wohl eher einer geschmolzenen Erde, einer Lava-Kugel.» Zum Vergleich: Die Erde benötigt 365 Tage, um ihre Bahn um die Sonne zu ziehen.

Die Entdeckung gilt trotzdem als «symbolische Etappe», und noch ist nicht alle Hoffnung verloren, Nachbarn in nur 4,34 Lichtjahren Entfernung zu finden: «Planeten entstehen oft familienweise um eine Sonne, wie zahlreiche jüngere Entdeckungen aufzeigen», sagt Udry. «Es ist somit möglich, dass es rings um Alpha Centauri B weitere erdähnliche Planeten gibt.»

Schweizer Hochpräzisions-Instrument

Die Entdeckung der Genfer werde voraussichtlich die Planetenjagd rund um unsere Nachbarsonnen Alpha Centauri A und B anheizen, schreibt die Uni Genf. Aber sie werden äusserst schwierig zu finden sein, da sie sich am Rande der messbaren Radialgeschwindigkeiten befinden. Anhand dieser Messgrösse wurden seinerzeit die ersten extrasolaren Planeten entdeckt.

Das derzeit genauste Instrument dafür ist «Harps», ein Präzisionsspektrograph, der in der Schweiz entwickelt und im 3,6-Meter-Teleskop in La Silla, Chile, installiert wurde.

Sein Nachfolger wird derzeit unter der Aufsicht von Francisco Pepe von der Uni Genf im Very Large Telescope in La Silla installiert. Das «Espresso» getaufte Instrument wird genügend genau sein, um erdähnliche Gesteinsplaneten sowohl anhand von ihrer Masse sowie ihrer Umlaufzeit zu entdecken.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marco s. am 18.10.2012 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4,34 Lichtjahre ist nicht wenig...

    4,34 Lichtjahre sieht nach wenig aus, aber wenn man bedenkt, dass die Raumsonde Voyager 1, die 1977 startete, 2011 einen Abstand zur Erde von ca. 17 Milliarden Kilometern erreichte, das entspricht etwa 16 Lichtstunden.

  • marco s. am 17.10.2012 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4,34 Lichtjahre

    4,34 Lichtjahre sieht nach wenig aus, aber wenn man bedenkt, dass die Raumsonde Voyager 1, die 1977 startete, 2011 einen Abstand zur Erde von ca. 17 Milliarden Kilometern erreichte, das entspricht etwa 16 Lichtstunden.

  • pi ta te wa am 17.10.2012 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was

    ailens existieren ?

  • jo am 17.10.2012 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    technologie

    Also... Unsere entwiklung hat sehr stark zugenommen. Vor 50 Jahren hatte man noch keine ahnung was ein handy oder tablet ist. wenn diese entwiklung im gleichen tempo voranschreittet, bin ich mir ziemlich sicher das wir in weniger als 50 jahren erst kontakt mit sogenanten ailens haben. oob si inteligent sind oder nicht. Des weiteren sind Erdänliche planeten überhaupt nicht selten. man hat schon 100e enteckt. ich könnte noch viel mehr schreiben aber ja... PS: als antrib könte man schwarze bzw. dunkle materie verwenden. ( in Forschung )

  • Q.F. am 17.10.2012 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Werden die Steuern gesenkt? Oder bekomme ich eine Lohnerhöhung? Gibt es jetzt Frieden auf der Welt?