US-Weltbild

17. Februar 2014 16:18; Akt: 17.02.2014 16:38 Print

90 Prozent zweifeln an Evolutionstheorie

Nur jeder zehnte Amerikaner hält die wissenschaftliche Evolutionstheorie für vollständig richtig. Der Rest glaubt, dass Gott mindestens zum Teil seine Finger im Spiel hatte.

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Bibel oder Darwin? Nur jeder zehnte Amerikaner glaubt einer neuen Studie zufolge vollständig an die wissenschaftliche Evolutionstheorie. Sie sind davon überzeugt, dass Gott oder eine andere höhere Macht absolut keinen Einfluss auf die Entstehung des Universums und des menschlichen Lebens hatten. Elaine Howard Ecklund von der Rice Universität berichtete beim Jahrestreffen des Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) in Chicago über die Umfrage.

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Die anderen rund 90 Prozent der insgesamt mehr als 10'000 Befragten gaben an, dass ihrer Meinung nach Gott oder eine andere höhere Macht ganz oder zumindest teilweise für die Entstehung des Alls, der Erde und des Menschen verantwortlich seien. Bei den Evangelikalen unter den Befragten sind laut der Umfrage sogar rund 97 Prozent dieser Ansicht.

Mehr als die Hälfte von ihnen glaubt den Angaben zufolge an den Kreationismus. Dieses Weltbild entstammt dem protestantischen Fundamentalismus und bestreitet die von Charles Darwin entwickelte Evolutionstheorie, nach der sich das Leben auf der Erde ohne höheres Eingreifen in Jahrmilliarden zu seiner heutigen Form entwickelt hat.

Echte Spannungen

Kreationisten berufen sich auf die Schöpfungsgeschichte der Bibel. Sie vertreten den Standpunkt, dass Gott das Leben in sechs Tagen erschaffen hat. Mehr als 40 Prozent der Evangelikalen sprechen sich in der Umfrage dafür aus, in den Schulen Kreationismus statt Evolutionstheorie zu lehren. Von den knapp 600 Wissenschaftlern unter den Befragten glaubt den Angaben zufolge etwa jeder Fünfte, dass Gott mit der Entstehung des Universums nichts zu tun hatte.

Etwa jeder dritte US-Amerikaner sieht einen Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft, wie die Umfrage ergab. «Besonders beim Thema Evolution gibt es echte Spannungen», sagte Forscherin Ecklund, die die Studie im Auftrag von AAAS durchführte. Ein Lichtblick sei, dass rund die Hälfte der Evangelikalen der Umfrage zufolge der Meinung sei, dass Religion und Wissenschaft zusammenarbeiten können.

(lmm/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • livia am 17.02.2014 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    bedenklich

    Ich finde dies sehr bedenklich aber es zeigt auch wie die Amis ticken.

    einklappen einklappen
  • Jackmans am 17.02.2014 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ach herrje...

    90% der Amerikaner glauben nicht an die Evolution? Ups, kaum zu glauben! Aber wenn ich die Kommentare hier so lese, kriege ich Kopfweh, weil ich mich so oft an die Stirn fassen muss. Wenn Gott den Menschen erschaffen hat wie es die Bibel berichtet, wie konnten wir denn entstehen, hatten Adam und Eva ja nur Söhne, wovon der eine den anderen auch noch erschlug? Ist halt so eine Sache, wenn Menschen glauben....

  • Crassus, Bern am 17.02.2014 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Welcher Glauben

    Ist doch eine sterile Diskussion. Keine seriöse wissenschaftliche Theorie behauptet, dass sie ohne Einschränkungen wahr ist. Im Gegenteil, sie muss falsifizierbar sein, im Gegenteil zum Glauben, der hat einen absolutistischen Anspruch. Nun gibt es verschiedene Glaubensrichtungen. Warum soll ausgerechnet der christliche Glauben der einzig wahre sein?

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 18.02.2014 23:52 Report Diesen Beitrag melden

    Einzigartig?

    Alle Glaubenslehren geraten spätestens dann arg ins Wanken, wenn man ausserirdisches leben nachweisen kann, resp. wenn Ausserirdische uns besuchen. Alle Religionen sind auf Menschen fixiert, auf das der Mensch einzigartig sei. Wenn Gott den Menschen erschuf, warum soll er Ausserirdische nicht auch erschaffen haben u darüber schweigen? Ganz einfach, dann wären wir nicht mehr einzigartig. Auf diesem Wissen basiert auch Glaube, eben, einzigartig u zudem noch von Menschen beschrieben, nicht aus Gottes Feder....

  • Manuel Rüfenacht am 18.02.2014 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaftstheorie

    Aus Sicht der Wissenschaftstheorie ist die Evolutionslehre leider keine Theorie, sondern lediglich eine Hypothese, also eine unbewiesene Vermutung. In Bezug auf die Beweisbarkeit ist sie dem Glauben an einen Schöpfergott in keiner Weise überlegen.

  • Juan Pablo Barraza am 18.02.2014 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wem alles überprüft, darf was sagen

    Man darf akzeptieren was man will. Hier was zu nachdenken: Wenn die Evolutionstheorie stimmt, warum sind wir traurig wenn jemand stirbt? Laut einem Artikel im Wall Street Journal von Phillip E. Johnson, Professor für Rechtswissenschaften an der University of California, ist die Evolution zwar nicht bewiesen, ihre Unterstützer verspotten aber nicht selten Personen, die die Evolution in Frage stellen. Die Theorie hat derzeit beträchtliche Probleme mit der Beweisführung. Ihre Befürworter wünschen allerdings keine ehrliche Debatte, durch die ihre Weltanschauung ins Wanken kommen könnte"

  • G. Laube am 18.02.2014 00:47 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder glaubt!

    Es wird nie so weit kommen, dass die Menschen alle Rätsel gelöst haben. Man kann nicht alles wissen und das ist auch gut so! Man studiert das Hirn schon seit Jahrhunderten, jedoch ist man noch nicht wirklich weit gekommen. Gleiches gilt mit dem Universum. Aber jeder denkt er weiss es besser. Jeder glaubt an etwas. Nur denken viele, dass ihr Glaube der Richtige ist. (ich spreche nicht von Religion sondern von Glaube) Lasst eure Mitmenschen das Glauben, was für sie am besten ist und glaubt das, was für euch am meisten Sinn ergibt.

  • StM am 17.02.2014 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum braucht Ihr einen Gott?

    Warum heißt es, Gott sei die Erklärung für irgendetwas? es ist es nicht- er ist die Unfähigkeit zu erklären, ein Schulterzucken, ein »ich weiß es nicht« gekleidet in Spiritualität und Rituale. Wenn wir irgendetwas auf Gott schieben, heißt das in der Regel, dass wir keine Ahnung haben, und deshalb berufen wir uns auf irgendeine unerreichbare, unerklärliche Himmelsfee. Fragt man dann, woher dieser Gott kommt, erhält man aller Wahrscheinlichkeit nach eine unbestimmte pseudophilosophische Antwort, es habe ihn immer gegeben oder er stehe ausserhalb der Natur. Womit natürlich nichts erklärt ist. Die Religion lehrt uns, damit zufrieden zu sein, das wir die Welt nicht verstehen!