Es ist nur Staub

03. Januar 2018 16:48; Akt: 03.01.2018 16:58 Print

Astronomen enträtseln angeblichen Alien-Stern

100'000 Dollar wurden gespendet, um einem mysteriösen Stern weiter zu beobachten. Jetzt liegen die Erkenntnisse vor.

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Extrem feiner Staub statt Aliens: Das Geheimnis um den Stern KIC 8462852 ist gelüftet. (Bild: NASA/JPL-Caltech)

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Der «seltsamste Stern der Milchstrasse» ist wohl doch nicht die Heimat einer fortgeschrittenen ausserirdischen Zivilisation. Stattdessen ist vermutlich Staub für das rätselhafte Flackern dieser Sonne im Sternbild Schwan verantwortlich.

Das berichtet ein grosses Forscherteam um Tabetha Boyajian von der Louisiana State University in Baton Rouge (USA) im Fachblatt «The Astrophysical Journal Letters».

Die Helligkeit von Tabbys Stern, wie er nach seiner Entdeckerin Tabetha Boyajian getauft wurde, schwankt in unregelmässigen Abständen um bis zu 22 Prozent. Das ist extrem ungewöhnlich für eine Sonne dieses Typs.

Der seltsame Stern mit der Katalognummer KIC 8462852 ist nur knapp 50 Prozent grösser und massereicher als unsere Sonne und sollte nach den etablierten Sternmodellen weitgehend gleichmässig leuchten.

Zahlreiche Erklärungsansätze

Astronomen haben zahlreiche Erklärungsansätze für das unerwartete Verhalten des Sterns vorgeschlagen: So könnte er Planeten besitzen, die gelegentlich vor dem Stern vorbeiziehen und ihn dabei teilweise abdecken. Allerdings verdunkeln selbst Riesenplaneten wie der Jupiter in unserem System ihre Sterne typischerweise nur um etwa zwei Prozent.

Eine andere Möglichkeit sind grosse Mengen Kometentrümmer oder eine grosse, unregelmässige Scheibe aus Staub, die den Stern umgeben könnte. Solcher Staub sollte sich allerdings erwärmen und so über zusätzliche Infrarotstrahlung bemerkbar machen, die bislang nicht beobachtet werden konnte. Dies ist jedoch auch schwer messbar.

Der spektakulärste Erklärungsversuch schlägt vor, dass eine technologisch fortgeschrittene Zivilisation um den Stern eine sogenannte Dyson-Sphäre gebaut hat, um ihren Energiebedarf zu decken.

Der US-Theoretiker Freeman Dyson hatte in den 1960er Jahren spekuliert, solche Zivilisationen könnten eine gigantische gitterartige Schale um ihren jeweilige Stern konstruieren, um damit möglichst viel Strahlungsenergie zu ernten. Konkrete Hinweise auf eine ausserirdische Zivilisation gibt es bei Tabbys Stern allerdings nicht.

Feiner Staub

Das Rätsel um Tabbys Stern ist so fesselnd, dass rund 1700 Unterstützer mehr als 100'000 US-Dollar gespendet haben, um weitere Beobachtungen zu ermöglichen. Die jüngsten Analysen des Teams um Boyajian schliessen eine künstliche «Megastruktur» wie eine Dyson-Sphäre nun nahezu aus.

Stattdessen deuten die Daten auf extrem feinen Staub mit typischer Korngrösse von deutlich weniger als einem tausendstel Millimeter hin, wie die Forscher schreiben. Solcher Staub schluckt Licht verschiedener Farben unterschiedlich stark.

«Staub ist höchstwahrscheinlich der Grund, warum das Licht des Sterns heller und dunkler wird», erläutert Boyajian in einer Mitteilung ihrer Universität. «Die neuen Daten zeigen, dass verschiedene Lichtfarben mit unterschiedlicher Intensität blockiert werden. Was immer zwischen uns und dem Stern vorbeizieht ist daher nicht undurchsichtig, wie man es von einem Planeten oder einer ausserirdischen Megastruktur erwarten würde.»

Ob der vermutete Staub in Form einer Scheibe oder anders angeordnet ist, wissen die Forscher nicht. Das Rätsel sei insgesamt noch nicht gelöst, betonen die Autoren der Analyse.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 03.01.2018 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Enträtselt wohl kaum

    Na ja, so viel wurde bis anhin nicht enträtselt, liegt noch viel Arbeit vor.

  • Dani B. am 03.01.2018 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Solaris

    Nicht das erste mal, dass Sterne uns an der Nase führen.

  • estevanico am 03.01.2018 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Information?

    Habe selten solch einen einfältigen Bericht gelesen. Steht nicht mal geschrieben, wieviel Lichtjahre dieser Stern von unserem Sonnensystem entfernt ist. Übrigens: 100'000 US Dollar reichen (wenn es gutgeht) gerade mal aus, um das Team des Mount Palomar-Observatoriums in Kalifornien zu einer einzigen Beobachtung zu bewegen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolando am 07.01.2018 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realistisch gesehen....

    muss es die Aliens irgendwo im All geben. Unvorstellbar dass bei x - Milliarden von Galaxien und pro Galaxie mehrere Billionen von Sternen und jeder Stern hat mehrere Planeten, keine andere inteligenz vorhanden sein soll. Aber wegen den unüberwindbaren grossen Distanzen in Lichtjahren wird verhindert, dass ein Kontakt zustande kommt. Das ist vielleicht auch gut so.

  • Luis am 06.01.2018 02:23 Report Diesen Beitrag melden

    Spekulation

    Titel: Astronomen enträtseln angeblichen Alien-Stern Letzter Satz: Das Rätsel sei insgesamt noch nicht gelöst, betonen die Autoren der Analyse. Hauptsache so tun als ob wir Menschen alles wissen. Und dann ist es doch nur spekulation!

  • Alfred A. am 05.01.2018 02:16 Report Diesen Beitrag melden

    Erklärung ist plausibel

    Staub in der Akkretionsscheibe eines jungen Sterns ist durchaus üblich und wenn man durch diese Akkretionssscheibe auf den Stern sieht, sind unregelmässige Helligkeitsschwankungen zu erwarten. Epsilon Eridani, ein naher, junger Stern hat auch viel Staub. Da schaut man aber von der Erde aus nicht durch seine Akkretionsscheibe und so flackert Epsilon Eridani auch nicht so unregelmässig.

  • Yves Stehli am 04.01.2018 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plasmaversum

    Wie wünsch ich mir, dass die Kosmologie die Tatsache endlich akzeptiert, dass wir in einem Plasmauniversum leben. Dass endlich die Wissenschaftler, die es schon wissen, den Mut haben, sich dem Dogma entgegen zu setzen. Es gibt keinen Urknall, schwarze Löcher oder sonstige dunklen Sachen. Alle Sonnen sind riesige Plasma Kugelblitze. Der ständige Ionen Fluss, im elektromagnetischen Feld, nährt diese. Sie können darum auch flackern. Alles im Labor schon bewiesen. In grösseren Dimensionen dauert es halt länger. Alle Beobachtungen im Universum lassen sich so einfach und logisch erklären.

  • Dani am 04.01.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Galaxie

    Es gibt keine Aliens Punkt Schluss. Alles nur Propaganda von der NASA.

    • SamField am 05.01.2018 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      Woher wollen Sie das denn so genau wissen? Uns gibt es schliesslich ja auch...

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