Kein Glaube an Gott

10. Dezember 2012 14:01; Akt: 10.12.2012 14:24 Print

Atheisten werden wie Aussätzige behandelt

Atheisten werden in vielen Ländern verfolgt. In mindestens sieben Ländern droht ihnen die Todesstrafe. Auch in den USA und anderen säkularen Staaten sind Atheisten Bürger zweiter Klasse.

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Atheisten haben 2009 in London auf eine Plakataktion einer christlichen Gemeinschaft reagiert. (Bild: Keystone)

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Atheisten und Religionsskeptiker werden in vielen Teilen der Welt verfolgt und diskriminiert. In mindestens sieben Ländern droht Atheisten die Todesstrafe. Das zeigt ein am Montag in Genf veröffentlichter Bericht.

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Vor allem in islamisch geprägten Staaten werden Atheisten und Nicht-Religiöse durch Staat und religiöse Autoritäten bedroht. Doch auch in einigen christlich geprägten Ländern Europas und in den USA würden Atheisten und Humanisten wie Aussätzige behandelt, schreibt die internationale humanistische und ethische Union (IHEU) in ihrem Bericht.

«Es gibt Gesetze, die Atheisten das Recht auf Leben absprechen, ihr Recht auf Glaubens- und Meinungsäusserungsfreiheit beschneiden, ihnen ihre Bürgerrechte oder das Recht auf Heirat entziehen», heisst es im 70-seitigen Bericht «Freiheit des Denkens 2012».

Andere Gesetze verbauen Nicht-Religiösen «den Zugang zu öffentlichen Schulen und Universitäten, zu Stellen im öffentlichen Sektor und kriminalisieren Kritik an der Religion». Menschen, die die Religion ihrer Eltern aufgäben, würden exekutiert.

Drakonische Strafen

Im Bericht wurde die Lage in rund 60 Ländern untersucht. In sieben Ländern - Afghanistan, Iran, den Malediven, Mauretanien, Pakistan, Saudi-Arabien und Sudan - droht Atheisten und Konvertiten die Hinrichtung. Gemäss der Studie wurde zuletzt offiziell keine Todesstrafe aus religiösen Gründen mehr vollzogen, stattdessen würden andere Anklagen vorgeschoben.

In diesen und anderen Staaten wie Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Kuwait und Jordanien sei die Veröffentlichung von atheistischen oder humanistischen Schriften verboten oder durch «Blasphemie«-Gesetze stark eingeschränkt.

Bürger zweiter Klasse

In vielen Ländern, darunter Malaysia, seien die Bürger zudem gezwungen, sich als Mitglied einer Religionsgemeinschaft zu registrieren. Akzeptiert seien dabei nur wenige Religionen - neben der islamischen noch die christliche und die jüdische.

Dies zwinge Atheisten, Nicht-Religiöse oder Mitglieder anderer Religionen zu lügen, um beispielsweise einen Pass zu erhalten. Ohne offizielle Dokumente sei es ihnen aber verwehrt zu reisen, Auto zu fahren, zur Universität zu gehen oder Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten, heisst es im Bericht.

Club der christlichen Staaten

Viele säkulare Staaten in Europa, Afrika südlich der Sahara, Latein- und Nordamerika wiederum privilegierten in Tat und Wahrheit die christlichen Kirchen.

So seien in Griechenland und Russland die Orthodoxe Kirche streng vor Kritik geschützt und nähmen bei staatlichen Feiern einen Ehrenplatz ein. In Grossbritannien wiederum erhalten Bischöfe der Anglikanischen Kirche automatischen einen Sitz im Oberhaus des Parlaments.

Amerikaner zweiter Klasse

In den USA wiederum ist das Recht auf freie Religionsausübung und auf Meinungsäusserungsfreiheit durch die Verfassung geschützt. Dennoch werden in mindestens sieben US-Bundesstaaten Atheisten per Verfassung vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen. In einem Bundesstaat, Arkansas, werden Atheisten gar per Gesetz als Zeugen von Prozessen ausgeschlossen.

Die IHEU ist der Dachverband von über 120 humanistischen, atheistischen und säkularen Organisationen aus 40 Staaten. Ihren Bericht veröffentlichte sie anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Losensky am 11.12.2012 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugend mit gott 

    Die jugendlichen von heute sind wieder sehr viel mehr gläubig - zum glück :) Macht darüber mal eine umfrage @20min

  • Sarah am 11.12.2012 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    ganz ehrlich...

    In der Schweiz wird man als Gläubige(r) Christ(in) ja wie Aussatz behandelt. Man wird schräg angeschaut, ausgeschlossen und vorverurteilt... Etwas einseitger Artikel. Atheisten predigen Toleranz - doch viele halten sich selbst nicht daran. Da wird man nach jahrelanger Mitgliedschaft auch kurzerhand aus einem Verein rausgeworfen, sobald das rauskommt.

  • ein Christ am 11.12.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Erstmal: Ich bin Christ und glaube an die Bibel Wort für Wort (nennt mich einen "Fundi") In dem Bericht geht es, nebst den USA ausschliesslich um stark Muslimische Staaten. Ein Muslim ist man nicht durch eine persönliche Beziehung mit Gott sondern weil man so geboren wird. Sich da als Atheist (oder jegliche andere Religion) zu outen wird nicht akzeptiert. Ich persönlich habe nichts gegen Atheisten und bin auch der Meinung, dass Staat und Kirche getrennt werden sollten. Was aber bsw. auch heissen würde, dass weder Schöpfung noch Evolution gelehrt wird sondern nur faktisch belegbare Wissenschaft

  • Phantom am 11.12.2012 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kirche und Staat SIND getrennt!

    Liebe Leute, hört bitte mal mit dem "Kirche und Staat soll getrennt werden" Unsinn auf. In der Schweiz IST Kirche und Staat getrennt. Wenn Christen eine Initative starten, hat das nichts mit diesem Thema zu tun. In einer Demokratie ist es jedem Bürger erlaubt, politisch eine Meinung zu haben und zu vertreten, auch wenn diese Meinung aus einer Religion entstanden oder beeinflusst ist. Die Mehrheit entscheidet und wenn die Mehrheit eine Religionsgemeinschaft ist, dann entscheidet trotzdem diese Mehrheit. Das ist Demokratie.

  • Phantom am 11.12.2012 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ist nur die Religion schuldig?

    Auch Atheisten verfolgen und diskriminieren andere Menschen. Stalin und Mao haben Christen und Moslem systematisch verfolgt. Auch hier und heute in der Schweiz werden Christen und Moslem diskriminiert - von Atheisten. Dazu muss man nur mal die teilweise extrem verletzenden Kommentare hier auf 20min lesen. Von Idoten und Spinnern, Behinderten, Unmündigen und Rückständigen ist die Rede und das obwohl 20min jeden Beitrag einer Prüfung unterzieht. Oder die Medien und Schulverantwortlichen, die den Christen verbieten wollen, Lehrer zu werden. Nicht nur Religion tut den andersdenkenden Gewalt an.