Radioaktivität

26. April 2017 14:55; Akt: 26.04.2017 14:55 Print

Atomtests belasten das Grundwasser bis heute

Das meiste Grundwasser auf der Welt stammt von Niederschlägen aus einer Zeit, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Verseucht ist es trotzdem.

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Bisher glaubte man, dass nur junges Grundwasser anfällig für Verunreinigungen durch den Mensch sei. Doch selbst «fossiles Grundwasser» ist offensichtlich nicht davor gefeit. Das berichtet ein Expertenteam unter Leitung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und der ETH Zürich im Fachjournal «Nature Geoscience» und bei der Tagung der European Geosciences Union (EGU) in Wien.

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Die Forscher um Scott Jasechko von der University of Calgary in Kanada haben das Wasser von 6455 Brunnen weltweit untersucht. «Mit Radiokarbon-Datierung fanden wir heraus, dass der Grossteil des globalen Grundwassers mehr als 12'000 Jahre alt ist», so Jasechko. Um diese Zeit stampften Mammuts auf der Erde herum und die Menschen wurden erstmals sesshaft.

Spuren der Neuzeit

Obwohl das Wasser seit damals in den porösen Gesteinen und Spalten der Erdkruste verborgen ist, ging die Neuzeit nicht spurlos an ihm vorüber, sagte James Kirchner von der WSL und der ETH bei der Generalversammlung der EGU.

Die Forscher fanden in mehr als der Hälfte des fossilen Grundwassers Spuren von radioaktivem Wasserstoff (Tritium), die von den Atombomben-Versuchen in den 1950er-Jahren stammen müssen. Entweder direkt in den Reservoirs selbst oder in den Leitungen wird das alte Wasser also mit jungem vermischt, so Kirchner.


Im Eniwetok-Atoll führten die USA 1958 einen Nuklearbomben-Test unter dem Namen «Operation Hardtack-1 – Nutmeg 51» durch. (Video: Youtube/Lawrence Livermore National Laboratory)

Man dürfe sich also nicht darauf verlassen, dass zumindest alte Quellen sauber sind. Deshalb müsse man bei der Landnutzung vorsichtiger sein, um diese wichtigen Ressourcen nicht zu gefährden. Ausserdem sollte man das fossile Wasser nicht bedingungslos für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen ausbeuten, denn es würde Jahrtausende dauern, bis die Reservoirs tief unter der Erde wieder aufgefüllt sind.


1956 wurde in Nevada ein unterirdischer Atomtest durchgeführt. (Video: Youtube/Lawrence Livermore National Laboratory)



Diese Atombombe wurde im Jahr 1962 auf 3600 Metern über Meer gezündet. (Video: Youtube/Lawrence Livermore National Laboratory)

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mensch am 26.04.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Wahrheit

    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gegessen ist usw, wird der Mensch feststellen, dass man Geld nicht essen kann...

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  • Balint am 26.04.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?

    Kann es wirklich sein das sich die Menschheit erst jetzt über sowas sich Gedanken macht?

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  • Chris am 26.04.2017 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutter Erde

    Wie die Indianer einst und immer noch sagen: " Wenn der Weisse Mann kommt, geht die Natur"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bibi am 27.04.2017 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Abgrund der Menschheit

    Nee, wirklich? Haben die Wissenschaftler von gestern und von heute geschlafen oder was? Sogar meine Oma (1980) wusste es...und sie ist keine Wissenschaftlerin gewesen. Nuclear ist Nuclear und nicht Elium oder Wasser mit Sirup. Frage: wo haben wir diese Wissenschaftler gefunden? Und die Politiker was tun dagegen? Nichts, nur mehr produzieren und test machen, logisch oder?

  • Wulline am 27.04.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Naiver Mensch

    Wie naiv der Mensch doch tut, wenn es um Folgeschäden geht. Man braucht kein Professor zu sein um zu wissen, dass Radioaktivität alles Leben auf lange Zeit zerstört. Die Menschheit gibt es vielleicht noch 500 Jahre, die Folgen unserer Dummheit werden der Erde aber noch hunderttausende Jahre bleiben.

  • mr.bananas am 27.04.2017 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Amerika

    Danke Amerika Weil ihr ja auch immer die Stärksten sein wollt und überall Weltpolizei spielen müsst dabei stürzt ihr die Menschheit ins verderben

  • Markus R. am 27.04.2017 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Atombombenversuche waren eins von

    den ersten Aktionen von Greenpeace, und sie hören damit nicht auf, andere für die Verschmutzung der Umwelt anzuprangern. Es war auch Frankreich, dass Atombombentest auf Murora gezündet hat, und weil Greenpeace das verhindern wollte, haben die Franzosen ihr Schiff versenkt.

  • Tom Sutter am 26.04.2017 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strahlenmüll der SVP

    Und den Strahlenmüll den wir gerade jetzt produzieren wollen wir in der Tiefe versenken, wie in Asse. Es ist Zeit den Wahnsinn zu stoppen. Nur noch die Strahlenpartei SVP will aus Eigeninteressen das Volk betrügen.

    • Petra Wyler am 27.04.2017 06:58 Report Diesen Beitrag melden

      Ja fast zu vergleichen

      Ich dachte immer Mitte/Linkswähler seien gebildet.

    • Rantanplan am 27.04.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Woher die Verseuchung kommt ist egal

      Offensichtlich nicht ungebildet. Das Problem bei Asse ist eben genau das Grundwasser eintritt und logischerweise auch verseucht wird. Natürlich hätte jedes Endlager in der Schweiz ähnliche Probleme, das sich die Natur frecherweise nicht genau so verhält wie der Herr Experte es vorausgesagt hat. Deswegen gibt es ja nirgendwo ein Endlager, weil die Probleme nicht gelöst sind, z. B. mit Grundwasser.

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