Enten

29. September 2017 07:03; Akt: 29.09.2017 07:03 Print

Auf Konkurrenz reagieren Enten mit grossem Penis

Der Penis der Ente ist geringelt und jederzeit ausfahrbar. Dass das Erpelglied justiert werden kann, ist wichtig, um bei den Weibchen zu landen.

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Enten gehören zu den wenigen Vögeln, die über einen Penis verfügen. Wie gross dieser ist, hängt nicht nur von der Art der Ente ab, sondern auch davon, ob das Männchen beim Werben um das Weibchen Konkurrenz hat oder nicht. Das berichten US-Wissenschaftler im Fachjournal «The Auk». Für die Studie beobachteten die Forscher zwei Enten-Arten über zwei Jahre – entweder als einzelnes Pärchen oder in Gruppen aus einem Weibchen und mehreren Erpeln. Bei den einen handelte es sich um Schwarzkopfruderenten, die für ihre häufigen Partnerwechsel und grossen Penisse bekannt sind. Bei den anderen um Veilchenenten, die saisonale Beziehungen eingehen und – verglichen mit den gut bestückten Schwarzkopfruderenten – eher kleine Penisse haben. Bei den Veilchenenten war das Ergebnis eindeutig: Lebten sie nur mit Weibchen zusammen, blieben ihre Genitalien unauffällig. Wurden sie aber in Gruppen mit anderen Geschlechtsgenossen untergebracht, entwickelten sie allesamt längere Penisse. Bei den Schwarzkopfruderenten war die Angelegenheit deutlich komplexer. Lebten sie mit anderen Männchen zusammen, entwickelten sie eine Hierarchie. So liess nur das dominanteste Männchen ein grosses Gemächt stehen und behielt dieses während der ganzen Paarungszeit bei. Es war allzeit parat. Bei den anderen Männchen, denen kein grosser, sondern nur ein kleiner Penis gewachsen war, wuchs nur, wenn es darauf ankam, schnell ein normalgrosser Penis. Zudem versuchten sie, sich möglichst viel Geschlechtsverkehr zu holen, bevor das dominante Männchen sie vertrieb. Daraus folgern die Forscher, dass Wettbewerb die Grösse der Enten-Genitalien beeinflusst. Das einzige andere Tier, von dem bekannt ist, dass es seine Genitalien entsprechend dem sozialen Umfeld modifiziert, ist der Rankenfusskrebs. Er verlängert seinen Penis, wenn seine Kolonie so dünn besiedelt ist, dass er seinen nächsten Artgenossen nicht anders erreichen kann. Möglich ist das, weil die beiden Arten die einzigartige Fähigkeit haben, ihre Genitalien nachwachsen zu lassen, sagt Matt Dean von der University of Southern California, der nicht an der Studie beteiligt war. So wächst zum Beispiel der Enten-Penis nur während der Paarungszeit. Ist sie vorbei, schrumpft er auf zehn Prozent der Maximalgrösse.

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Dass sich Männer Gedanken über ihre Penisgrösse machen, ist bekannt. Neu ist, dass die Länge des besten Stücks auch für Erpel relevant ist.

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Wenn es darum geht, die männliche Konkurrenz in die Schranken zu weisen, legen sie kurzerhand ein paar Zentimeter zu – jedoch nicht alle gleich viel. Das berichten Forscher des Mount Holyoke College und der Yale University im Fachjournal «The Auk: Ornithological Advances».

Auf den Penis geschaut

Um den schon langgehegten Verdacht zu überprüfen, dass die Genitalien von Erpeln vom sozialen Umfeld beeinflusst werden, beobachteten Patricia Brennan und ihre Kollegen zwei unterschiedliche Entenarten über zwei Jahre. Sie hielten sie entweder als einzelnes Pärchen oder in Gruppen aus einem Weibchen und mehreren Erpeln.

Konkret wurden Schwarzkopfruderenten (Oxyura jamaicensis) und Veilchenenten (Aythya affinis) für die Studie auserkoren. Erstere sind für ihre häufigen Partnerwechsel und grossen Penisse bekannt, Letztere dafür, dass sie saisonale Beziehungen eingehen und – verglichen mit den gut bestückten Schwarzkopfruderenten – eher kleine Penisse haben.

Mehr Mitstreiter, mehr Länge

Bei den Veilchenenten war das Ergebnis eindeutig: Lebten sie nur mit Weibchen zusammen, blieben ihre Genitalien unauffällig.

Wurden sie aber in Gruppen mit anderen Geschlechtsgenossen untergebracht, entwickelten sie allesamt längere Penisse. Dies wohl, um ihre Fortpflanzungschancen zu erhöhen, wenn sich das Weibchen mit ihnen einlässt, so die Forscher.

Hierarchie im Entenreich

Bei den von Natur aus gut bestückten Schwarzkopfruderenten war die Angelegenheit deutlich komplexer. Waren sie zusammen mit anderen Männchen untergebracht, entwickelten sie eine soziale Hierarchie. So liess nur das dominanteste Männchen ein normal grosses Gemächt (rund 18 Zentimeter) stehen und behielt dies während der ganzen Paarungszeit bei. Es war quasi allzeit bereit.

Die ihm untergeordneten Männchen, denen kein grosser Penis, sondern nur ein kleiner Stummel (rund 0,5 Zentimeter) gewachsen war, verfolgten eine andere Strategie.

Nur dann, wenn es darauf ankam, entwickelte sich bei ihnen schnell ein normal grosser Penis; zudem versuchten sie, sich möglichst viel Geschlechtsverkehr zu holen, bevor das dominante Männchen sie vertrieb. Anschliessend schrumpfte ihr Glied wieder auf die ursprüngliche, nicht zur Fortpflanzung geeignete Grösse.

Jedes Jahr ein neuer Penis

Daraus folgern die Forscher, dass Wettbewerb die Grösse der Enten-Genitalien beeinflusst. Das einzige andere Tier, von dem bekannt ist, dass es seine Genitalien entsprechend dem sozialen Umfeld modifiziert, ist der Rankenfusskrebs. Er verlängert seinen Penis, wenn seine Kolonie so dünn besiedelt ist, dass er seinen nächsten Artgenossen nicht anders erreichen kann (siehe Bildstrecke).

Möglich ist das, weil diese Tiere die einzigartige Fähigkeit haben, ihre Genitalien jedes Jahr nachwachsen zu lassen, sagt der Biologe Matt Dean von der University of Southern California, der nicht an der Studie beteiligt war. So wächst der Enten-Penis nur während der Paarungszeit, wie Oliver Kuhn in seinem Buch «Alles, was ein Mann im Kopf haben muss: Unnützes Wissen für alle Lebenslagen» schreibt. Ist sie vorbei, schrumpft er auf zehn Prozent der Maximalgrösse.

Erpel können ihre Penisse im Nullkommanix ausfahren. (Video: Dr. Chris Clark)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 29.09.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Huch...

    Wunderbar! Es ist 7:45 Uhr früh, ich komme ins Büro und das erste was ich sehe ist ein Entenlümmel... So stellt man sich den perfekten Start in den Tag vor! Danke!

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  • Röschu Us Bäärn-Bümpliz am 29.09.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnäbi vergleich

    Jupih es lebe die Presse mit Penisvergleichen aus der Tierwelt. Jetzt kann ich weiter lächelnd unter der Dusche beim Sport links und rechts schauen. Das machen ja auch Enten...

  • Turtle am 29.09.2017 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh gott

    Und ich dachte das Schildkröten-Ding sei schon schlimm gewesen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Al Mighty am 30.09.2017 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannend

    Viele Männer versuchen die Konkurrenz mit grossen Autos zu täuschen. Wie die Natur spielt...

  • Emmi Groh am 29.09.2017 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Mann ist ein

    Unternehmen gef..., das sein Werbefilmchen vor diesen Beitrag geschaltet bekommt.

  • Marieli am 29.09.2017 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da- schau- wer

    Ich glaube da verwechselt man was! Sicher waren es Zweibeiner mit Schnabel aber... das waren doch Hans und Heiri die nach dem Jassabend noch kurz einen Sprung in den See machten...!

  • StimmefürsVOLK am 29.09.2017 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik vs. EntenPimmel 

    Wenn es gar nichts mehr interessantes zu berichten gibt, redet man halt über Enten Pimmeln. Why not? :)

    • H. Nuta am 29.09.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @StimmefürsVOLK

      Immer noch interessanter als der Mann auf Ihrem Profilbild.

    • War intressant am 30.09.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @StimmefürsVOLK

      Entschuldigen Sie bitte - ich fand den Beitrag interessant.

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  • Stark Beeindruckt am 29.09.2017 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    18 Zentimeter?!

    Eine Schwarzkopfruderente mit 18cm Penis und der Rest mit 0,5cm? Also, wenn das kein Kommatafehler ist, dann bin ich jetzt mal schwer beeindruckt. Das Teil wäre ja grösser als der des urchschnittlichen Schweizers!