Raumsonde Juno

08. März 2018 02:51; Akt: 08.03.2018 03:16 Print

Auf dem Jupiter toben riesige Sturm-Karussells

Die Raumsonde Juno hat in den Polarregionen des grössten Planeten überraschende Beobachtungen gemacht.

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In den Polarregionen des Riesenplaneten Jupiter toben überraschende Sturm-Karussells: Am Nordpol des Gasriesen umkreisen acht Wirbelstürme einen zentralen Sturm, am Südpol sind es fünf.

Entsprechende Beobachtungen der Jupitersonde Juno der US-Raumfahrtbehörde Nasa stellen Forscher um Alberto Adriani vom italienischen Astrophysikalischen Institut Inaf im Fachblatt «Nature» vor. Drei weitere Teams berichten in derselben Ausgabe von weiteren Messungen der Juno-Mission.

Wirbel um Zentralwirbel

Die Polarregionen des grössten Planeten unseres Sonnensystems sind wenig erforscht, weil Jupiters Rotationsachse keine grosse Neigung besitzt und seine Pole daher von der Erde kaum zu sehen sind. Juno ist die erste Raumsonde, die gezielt die Jupiterpole überfliegt.

Auf den Aufnahmen der ersten fünf Überflüge sind deutlich die Muster der Wirbelstürme zu sehen, die sich jeweils um einen zentralen Wirbelsturm bewegen, der direkt über dem Pol sitzt.

Überraschenderweise scheinen die kreisenden Wirbelstürme nicht in die Mitte zum zentralen Sturm am Pol zu driften, wie es die Atmosphärendynamik erwarten lässt. Die Art und Weise, wie die Zyklone nicht verschmelzen, sei ebenso unbekannt wie der Prozess, über den sie sich zu der derzeitigen Konfiguration entwickelt haben, schreiben die Wissenschaftler in «Nature».

Asymetrische Schwerkraft-Verteilung

Ein weiteres Forscherteam hat die grossen Jetstreams in Jupiters Atmosphäre untersucht. Diese Ost-West-Winde reichen von der äussersten Wolkenschicht aus gesehen in Tiefen von bis zu 3000 Kilometern, wie die Wissenschaftler um Yohai Kaspi vom Weizmann-Institute in Israel berichten. «Jupiters Atmosphäre ist viele Male grösser als alles, was wir zuvor gesehen haben», betonte Kaspi in einer Mitteilung seines Instituts.

Die Analyse seines Teams basiert auf einer genauen Messung der in Nord-Süd-Richtung erstaunlich asymmetrischen Jupiter-Schwerkraft durch Juno, die Luciano Iess von der Universität Rom und Kollegen in «Nature» vorstellen.

«Da Jupiter im Wesentlichen ein gigantischer Gasball ist, lautete die ursprüngliche Erwartung, dass es keine Asymmetrien im Gravitationsfeld zwischen Nord und Süd geben sollte», erläuterte Kaspi. Doch die deutlichen Unterschiede zwischen den Winden im Norden und Süden sollten sich auch im Schwerkraftfeld zeigen, wie Kaspi berechnet hat. Das hat Juno nun bestätigt.

Kern dreht wie Festkörper

Diese Messungen zeigten auch, dass unterhalb von etwa 3000 Kilometern das flüssige Innere von Jupiter wie ein fester Körper rotiere, schreibt ein Team um Tristan Guillot von der Universität der Côte d'Azur. Die Atmosphäre des Gasriesen, die etwa ein Prozent seiner gesamten Masse ausmacht, rotiert dagegen in verschiedenen geografischen Breiten unterschiedlich schnell.

Jupiter ist von einer dichten Wolkenhülle umgeben, in die wir von der Erde aus nicht weit hineinsehen können.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schüler am 08.03.2018 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nana Herr Jupiter...

    Entgegen der Physik. Da wird mein Physiklehrer aber begeistert sein.

  • Jürg am 08.03.2018 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht flach?

    Müsste der Jupiter, nach der Flachschädelehre, nicht flach wie die Erde sein?

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  • bebbeli am 09.03.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Jupiterfotos

    Bitte mehr solche Beiträge. Ich liebe das.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ID4ever am 09.03.2018 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das sind doch keine Stürme

    Das sind nur die Raumschiffe aus ID :D

  • bebbeli am 09.03.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Jupiterfotos

    Bitte mehr solche Beiträge. Ich liebe das.

    • Gamma Ray am 12.03.2018 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bebbeli

      https://www.missionjuno.swri.edu/ auf dieser Website findest du viele solche artikel über die junomission und jupiter!

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  • Jürg am 08.03.2018 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht flach?

    Müsste der Jupiter, nach der Flachschädelehre, nicht flach wie die Erde sein?

    • xxl-bmw am 08.03.2018 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg

      Du glaubst echt diese fotos sind echt

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  • Jerome am 08.03.2018 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das haben die davon

    Mein Gott! Wie bei uns auf der Erde. Es sollte uns eine gewaltige Lehre sein, was passieren kann, wenn man nicht Umweltfreundlich ist. Die Jupiterianer haben so viel Müll produziert und Co22 durch Ihre Hypermotoren verbrennt, dass der Planet nun sein ganzes Sturmklima verändert! Wenn das uns nicht allen eine Lektion ist. Gar ein Beweis, dass nur dank uns Menschen/Jupiterianer das Klima verändert wird und Nein es gibt garantiert keine anderen Gründe, hihi.

    • W. Dafoe am 08.03.2018 07:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Jerome

      Lieber Jerome. Danke für Ihrem Kommentar. Mittlerweile weiss ja Hans und Heini das ein durch Menschen verursachter Klimawandel schwindel ist, da ein Milliardenbusiness. Wo ist das grosse Waldsterben hin? Das Ozonloch haben die Mechaniker ebenfalls ratz fratz repariert und nun kommt als dieses Märchen. Das Klima hat sich immer geändert, mal schnell mal ganz langsam. Also liebe Lemminge, keine Panik auf der Titanic.

    • Obelix am 08.03.2018 08:02 Report Diesen Beitrag melden

      @W. Dafoe

      das stimmt nur teilweise. Es gibt einen natürlichen Klimawandel, das ist klar. Nur die Geschwindigkeit mit der er vollzogen wird ist nicht natürlich. Er läuft viel zu schnell ab, und DAS ist die Schuld der Menschen, aufgrund des massiven Verbrennens von fossilen Brennstoffen.

    • Sven 20J. am 08.03.2018 08:13 Report Diesen Beitrag melden

      @W. Dafoe

      Ja, lieber beim alten bleiben. Die Zukunft soll so sein wie die Vergangenheit. Hat noch nie funktioniert. Wie heute mit den Emissionsrechten gehandelt wird ist jenseits von gut und böse. Ich habe lieber ein Milliardenbusiness mit sauberer Luft als das heutige Luftverpestende System (welches leider noch sehr lange laufen wird).

    • Dä Jesus am 08.03.2018 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Obelix

      Aber trotz des massiven verbrennens von fossilen Rohstoffen, ist das Co2, welches vom Menschen freigesetzt wird, ein Tropfen auf den heissen Stein, im Vergelich dazu, was natürlich an Treibhausgasen freigesetzt wird.

    • Dä Jesus am 08.03.2018 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sven 20J.

      Die Probleme liegen an ganz anderen Orten als nur beim CO2, aber CO2 lässt sich halt so schön einfach zu Geld machen. Klar CO2 ist zwar Klimaaktiv, aber nicht so schlimm wie man denkt, Methan z. B. Ist 28 mal so Klimaaktiv wie CO2, Methan wird in Unmengen in der Nutztierhaltung freigesetzt. Weiter werden auch täglich x tausenden Tonnen freigesetzt, ohne das der Mensch einen Einfluss darauf hätte. Und nun zum stärksten, dem Menschen bekannten, Treibhausgas ist Wasserdampf rund Zwei Drittel der Klimaerwärmung geht auf das Konto von Wasserdampf und das restliche Drittel teilt sich unter allen anderen Treibhausgasen auf, wobei CO2 ein ganz kleiner Teil ist. So jetzt besteuern sie Methan und die Bauern laufen Amok oder erklären sie den Leuten ganz genau, warum Wasserdampf plötzlich böse ist und deswegen Wasserdampf besteuert wird. Co2 hingegen, nun das wird hauptsächlich bei Verbrennungen freigesetzt. Die grösste Menge wird von der Industrie in die Atmosphäre geblasen und Platz 2 geht an den Verkehr. Also perfekte voraussetzumgen für eine Besteuerung, und das, obwohl Co2 nicht annähernd das grösste Problem ist.

    • Der Irre mit dem Smartphone am 08.03.2018 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dä Jesus

      Das ist korrekt, je nach Schätzung sind nur zwischen 3 und 5% der jährlichen co2 Emissionen durch den Menschen verursacht. Das Problem dabei ist nur, das vor dem Eingriff des Menschen, im co2 Kreislauf nahezu soviel co2 gebunden wurde, wie freigesetzt. Das bedeutet das sich langsam das co2 in der Atmosphäre anreichert und die Konzentration steigt.

    • John Doe am 08.03.2018 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Dafoe /Jesus

      Genau, Klimawandel gibts nicht, die Erde ist flach, Menschen ware nie auf dem Mond, Impfen bringt nichts, Chemtrails sind real und die Illuminaten kontrollieren die Welt..! ;-) So, Aluhut absetzen und Hirn wieder einschalten.. :-)

    • Dä Jesus am 09.03.2018 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @John Doe

      Niemand hat behauptet, dass es keinen Klimawandel gibt. Nur ist es nicht genau so, wie es die Medien uns berichten dürfen. Und wenn sie an die Flacherde glauben, schön für sie.

    • Dä Jesus am 09.03.2018 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Irre mit dem Smartphone

      Sie bringen es auf den Punkt, genau so siehts aus.

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  • Schüler am 08.03.2018 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nana Herr Jupiter...

    Entgegen der Physik. Da wird mein Physiklehrer aber begeistert sein.