Beunruhigender Test

20. November 2012 22:42; Akt: 21.11.2012 10:08 Print

Aus dem Wasserhahn tropft ein Chemiecocktail

von L. Hanselmann - Fast in der ganzen Schweiz ist das Trinkwasser mit Chemikalien verseucht. Diese könnten auch beim Menschen zu Missbildungen führen.

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Pestizide, Medikamente, Rostschutzmittel: Rückstände von Chemikalien, die wir benutzen, tropfen aus dem Hahn. Dies zeigt die Kassensturz-Analyse des Trinkwassers in 50 Städten.

Die Resultate sind beunruhigend: In Zürich, Luzern, Bern und Basel wurden etwa Spuren des verbotenen Herbizids Atrazin gefunden. Dieses kann zu Missbildungen bei Fischen führen. Dasselbe gilt für Rückstände der Antibabypille.

«Abnormalitäten nicht ausgeschlossen»

Auch andere Tiere sind betroffen: Flusskrebse kommen wegen des Brustkrebsmittels Tamoxifen im Labor kleiner und mit unterentwickelten Fühlern zur Welt, wie eine laufende Analyse der Uni Lausanne zeigt.

Ob dies langfristig Folgen hat, weiss niemand genau. «Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass beim Menschen irgendwann Langzeiteffekte, zum Beispiel Abnormalitäten, auftreten», sagt Ökotoxikologin Nathalie Chèvre.

Bund will 1,2 Milliarden investieren

Der Bund hat das Problem jedenfalls erkannt. Bis in 20 Jahren will er rund 100 der zirka 700 Abwasserreinigungsanlagen für gegen 1,2 Milliarden Franken mit einer weiteren Reinigungsstufe aufrüsten – beispielsweise mit Aktivkohlefiltern oder einer Ozonierungsanlage.

«Unser Ziel ist es, dass so wenig Chemikalien wie möglich in die Gewässer gelangen», so Stephan Müller, Abteilungsleiter Wasser beim Bundesamt für Umwelt. Im Frühling will der Bundesrat eine Botschaft dazu verabschieden. Das letzte Wort hat dann das Parlament.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • joker am 21.11.2012 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    wer lacht wohl zuletzt?

    vor 20-30 jahren wurde man noch ausgelacht wenn man von klimaveränderung, co2, hormonaktiven substanzen, verweiblichung usw redete. heute sind die menschen schon soweit mit dem thema überfordert das sie wieder lachen. ich würde gerne den "tag" erleben wo ihnen das gelächter im hals stecken bleibt. p.s. mir ist es unterdessen auch egal, habe keine kinder und denke das die menschheit eh nicht fähig ist und schlussendlich wird unsere zivilisation genau so untergehen wie andere davor. der zeitpunkt spielt eingentlich keine rolle.

  • Chrigu am 21.11.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    1,2 Mia., erst in bis 20 Jahren?

    Sorry, aber statt das Gripen-Kampflieger-Theater weiterzuführen, sollte der Bund schläunigst die Aufrüstung der Abwasserreinigungsanlagen in Angriff nehmen. Das hilft der gesamten Schweizer Bevölkerung und bringt weitaus mehr, als 22 neue Fliegerlis für ein paar wenige Auserwählte! Ist erst noch günstiger! ;-)

  • Will noch Kind am 21.11.2012 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bald sind wir alle Zeugungsunfähig

    Dass die Antibabypille im Trinkwasser zu finden ist, steht für mich schon lange fest. Schliesslich können Hormone noch nicht abgebaut werden in der ARA. Wer ökologisches Bewusstsein hat, sollte nicht damit verhüten! Für Mensch und Tier wird diese "Sexuelle Revolution" ein Bumerang.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mara_Jade am 21.11.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist giftig

    Heute ist doch überall Gift drinn. In unseren Klamotten, im Wasser, im Essen..... Ich mag mich da gar nicht mehr aufregen. Wollten wir alle Gesund leben, müsste man die Erde verlassen und auf einem anderen Planeten neu anfangen. In dem Sinne: Leben gniessen und nicht zu oft Panik schieben...Prost zusammen....

  • Der Logiker am 21.11.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Logik im Kopf

    Haarfärbemittel, Gels, Salben, Waschmittel, Farben und Lacke, Medikamente, Dusch und Bademittel und und.... Die Masse und Menge von den Kaufhausverbrauchwegwerfmüll Dingen, ist extrem und für unseren Wohlstand gut jedoch für das Leben Gift.

  • Chrigu am 21.11.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    1,2 Mia., erst in bis 20 Jahren?

    Sorry, aber statt das Gripen-Kampflieger-Theater weiterzuführen, sollte der Bund schläunigst die Aufrüstung der Abwasserreinigungsanlagen in Angriff nehmen. Das hilft der gesamten Schweizer Bevölkerung und bringt weitaus mehr, als 22 neue Fliegerlis für ein paar wenige Auserwählte! Ist erst noch günstiger! ;-)

  • Kritischer Konsument am 21.11.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kassensturz schon lange unglaubwürdig

    Das ist genau wieder eine reisserische Kassensturz-Story wie immer. Was haben Menschen mit Fischen zu tun? Gar nichts, ausser dass wir auch schwimmen können. Der Kassensturz will sich immer profilieren und dazu ist denen jedes Mittel recht und wenn die Vergleiche noch so absurd sind. Vor 20 Jahren hatte der Kassensturz noch Stil und gite Themen, heute geht es nur darum unsere Wirtschaft zu demontieren und angebliche Umweltschäden zu produzieren. Ich jedenfalls lasse mich von denen schon lange nicht mehr hinter's Licht führen.

  • prostheiri am 21.11.2012 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    milli, micro, nano, pico:

    im schweizer grund- und trinkwasser gibt es wahrscheinlich sogar auch URAN (aus landwirtschaftlichen düngemitteln), so wie es beispielsweise im leitungswasser in der deutschländischen republik auch nachgewiesen werden kann, soll, muss und darf.