Tierische Wachen

10. Dezember 2012 18:17; Akt: 10.12.2012 18:18 Print

Bienen vertreiben Elefanten – Ernte gerettet

Ohne Bienen keine Landwirtschaft: Diese Weisheit hat für Bauern in Simbabwe eine neue Bedeutung erhalten. Denn die Insekten bestäuben nicht nur Pflanzen, sondern schützen diese auch vor wilden Elefanten.

storybild

Das Summen der Bienen schreckt Elefanten ab. (Bild: Keystone/Michael Reynolds)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der Hwange-Nationalpark im Nordwesten Simbabwes beheimatet eine der dichtesten Elefantenpopulationen der Welt. Auf 15'000 Quadratkilometern lebten 1986 noch etwa 15'000 Tiere, während es heute mehr als doppelt so viele sind, nämlich rund 35'000.

Besonders von Dezember bis Mai, der Hauptwachstumszeit für Mais und Hirse, ergänzen diese ihre Nahrung auf den Feldern der benachbarten Bauern. Die Bewohner von Magoli bewachen während der Anbauzeiten nachts ihre Felder. Zur Abwehr der Elefanten knallen sie mit Peitschen, stecken Elefantenmist in Brand und schlagen Trommeln - mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg.

Erfolgversprechend dagegen ist die Strategie, auf die Barbara Ngwenya setzt: Die Witwe, die keine Nachtwachen auf die Beine stellen konnte, lässt seit rund zwei Jahren ihr Feld von Bienen schützen. Im Zuge wissenschaftlicher Untersuchungen wurden mehrere Bienenstöcke am Rand von Ngwenyas Feld aufgebaut.

Für die Elefanten ist es seither unmöglich, auf das Feld zu gelangen, ohne die Bienen zu alarmieren. Schon allein das wütende Summen der Bienen reicht in der Regel aus, um die Elefanten in die Flucht zu schlagen. Denn diese fürchten sich vor Stichen in ihre sensiblen Rüssel oder Ohren.

«Die anderen Leute hier überzeugt das, sie wollen auch Bienenstöcke für ihre Felder», sagt Victor Bitu, ein Vertreter von sechs Dörfern. Die Ökologin Chloé Guerbois spricht von den Bienen als einer passiven Form der Wache, «die die Bauern entlastet».

Elefanten nützen den Bauern

Trotzdem könne von einem «Konflikt» zwischen den Dickhäutern und den Menschen nicht die Rede sein, sagt Guerbois. Sie befragte im Rahmen ihrer Forschung zum Verhältnis von Dorfbewohnern und Elefanten hunderte Menschen in der Region.

Nach Aussage der Dorfbewohner überwögen die Vorteile durch die Nähe zu den Elefanten die Nachteile, berichtet die Wissenschaftlerin. So zertrampelten die Rüsseltiere zwar einerseits die Felder. Andererseits aber erschlössen sie durch die Zerstörung von Bäumen auch Weideland für das Vieh und lieferten gleichzeitig Holz. Und auf der Suche nach Trinkwasser entdeckten die Elefanten zudem immer wieder nützliche Quellen.

(sda)