Sex im Tierreich

16. Juli 2013 12:13; Akt: 16.07.2013 12:13 Print

Bonobo-Weibchen machen Männchen mit Sex gefügig

Sexwillige Bonobo-Weibchen gehen in Konflikten mit Männchen häufig als Siegerinnen hervor. Die Männchen verhalten sich dann weniger aggressiv.

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Dominante Weibchen: Bonobos bei der Paarung (Bild: PD)

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Wenn Bonobo-Weibchen mit Männchen aneinandergeraten, gewinnen sie häufig die Oberhand, obwohl die Männchen meist grösser und stärker sind. Die Waffe, die sie in den Konflikten einsetzen, ist Sex: Sexwillige Weibchen sind für Männchen besonders attraktiv, und die Aussicht auf Sex bremst die Aggressivität der Männchen, wie Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausfanden.

Auch bei Auseinandersetzungen, bei denen die Männchen den Nachwuchs angreifen, gewinnen die Weibchen häufig. «Weibliche Dominanz über Männchen ist bei Säugetieren ein seltenes Phänomen. Bonobos scheinen zu diesen Ausnahmen zu gehören», heisst es in einer Mitteilung des Instituts vom Montag.

Die zu den Menschenaffen gehörenden Bonobos leben südlich des Kongos in der Demokratischen Republik Kongo. Die Wissenschaftler untersuchten zwischengeschlechtliche Streitereien in einer wildlebenden Bonobo-Gruppe nahe des Salonga Nationalparks.

Weibchen in höchsten Rängen

Dabei wiesen sie eine geschlechtsunabhängige Hierarchie in der Gruppe nach, in der einige Weibchen die höchsten Ränge einnehmen. Beim Ausgang von Konflikten spielen vor allem zwei Faktoren eine wichtige Rolle: der Wille der Weibchen, ihrem Nachwuchs zu helfen – und die weibliche Attraktivität.

So gewannen die Weibchen alle Konflikte, bei denen ihre Jungen von Männchen angegriffen wurden. Sie gewannen aber auch vermehrt Auseinandersetzungen, wenn sie eine auf höhere Empfängnisbereitschaft hinweisende sexuelle Schwellung zeigten – und damit für die Männchen besonders attraktiv waren.

«Die Männchen waren zu diesen Zeiten auch von sich aus weniger aggressiv gegenüber den Weibchen, was sie sehr deutlich zum Beispiel von Schimpansenmännchen unterscheidet», erklärte der Wissenschaftler Martin Surbeck.

(dhr/sda)