US-Marine

10. Dezember 2015 17:12; Akt: 12.04.2016 17:38 Print

Captain Kirk testet Zerstörer auf offener See

Die USA haben erstmals ein Video der Testfahrten des Tarnkappen-Zerstörers USS Zumwalt veröffentlicht. Das Kommando hat James Kirk.

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Vor drei Tagen hat die Marine der Vereinigten Staaten ihren neuesten Trumpf von der Leine gelassen. Nun ist ein erstes Video erschienen, das die USS Zumwalt auf offener See zeigt (siehe unten). Der neue Zerstörer wirkt mit seinen grossen abgewinkelten Flächen wie ein Raumschiff aus einer anderen Welt. Da ist es nur passend, dass Captain James Kirk das Kommando hat.

Natürlich ist es nicht James T. Kirk, der legendäre Kapitän des Raumschiffs Enterprise, sondern James A. Kirk, der die Geschicke des 4,3 Milliarden Dollar teuren Schiffs bestimmt. Der erfahrene Kapitän dient seit 1990 auf diversen Zerstörern, Fregatten und Kreuzern der US-Navy.

Die Zukunft der Navy

Sein neues Schiff soll die US-Navy in die Zukunft katapultieren. So ist vorgesehen, dass der Zerstörer dereinst mit Railguns und Laserkanonen bewaffnet werden soll. Zudem ist das 183 Meter lange Schiff mit knapp 15'000 Tonnen Verdrängung mit Tarnkappentechnologie ausgestattet. Trotz seiner Grösse hinterlässt es auf feindlichen Radarsystemen nur die Spur eines kleinen Fischerbootes.

Auf dem nun veröffentlichten Video sieht man den Zerstörer, wie er auf ruhiger See den Atlantik wie ein riesiges Messer durchschneidet. An Bord ist kein einziges der nur 158 Besatzungsmitglieder zu sehen. Auch das ist der Tarnkappentechnologie geschuldet, da alle Systeme innerhalb der Aussenhülle platziert wurden. Folglich findet auch die Arbeit der Crew im Innern statt.

Eindrückliches Arsenal

Auffällige äussere Merkmale des Schiffs sind die zwei Hauben auf dem Vorderdeck, die die beiden 155-mm-Kanonen beherbergen. Diese Geschütze können sowohl gegen feindliche Schiffe wie auch als Artillerie zur Unterstützung von Landetruppen eingesetzt werden. Um möglichst nahe ans Land fahren zu können, hat die «Zumwalt» einen bemerkenswert geringen Tiefgang von 8,4 Metern.

Um kleinere Schiffe bekämpfen zu können, gibt es zudem zwei 30-mm-Geschütze. Die Hauptbewaffnung besteht aus 20 Raketenmodulen mit je vier Schächten. Jeder Schacht kann eine oder mehrere Raketen aufnehmen, abhängig von deren Grösse. Das können Marschflugkörper, Luftabwehr- oder Anti-U-Boot-Raketen sein.

Bordeigenes Stromnetz

Insgesamt sollen drei Schiffe der Zumwalt-Klasse gebaut werden. Ursprünglich wollte die Marine 32 Stück, was vom US-Kongress aber als zu teuer abgeschmettert wurde. Das dritte Schiff soll dann als erstes mit einem sogenannten Railgun ausgerüstet werden. Die USA arbeiten seit Jahrzehnten an dieser Kanone, bei der das Geschoss nicht mit einer chemischen Treibladung beschleunigt wird, sondern elektromagnetisch auf zwei Schienen. Dabei soll es siebenfache Schallgeschwindigkeit erreichen können.

Um für den enormen Energiehunger der Railguns gerüstet zu sein, verfügt die Zumwalt über vier Gasturbinen mit einer Gesamtleistung von 78 Megawatt. Sie decken den gesamten Energiebedarf des Schiffs – inklusive des Antriebs der Schiffsschrauben, den Elektromotoren übernehmen. Auch künftige Laserwaffen, deren Prototypen derzeit von der Navy getestet werden, würden über dieses bordeigene integrierte Stromnetz betrieben werden.


Die USS Zumwalt auf ihrer ersten Ausfahrt im Dezember 2015. (Video: Youtube/U.S. Navy)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thomas am 10.12.2015 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bordeigenes stromnetz

    Ist ja der knaller! Die haben echt ein Bordeigenes Stromnetz? Und ich dachte schon, die beziehen den Strom via Verlängerungskabel..... tststs, ich Anfänger....

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  • Alexander Uster am 10.12.2015 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein teures "Spielzeug"

    kein Wunder wollte der Kongress keine 32 Schiffe! Aber das ein Kpt. Kirk dieses "Raumschiff" komandiert ist ja doch der Hammer.

  • spock am 10.12.2015 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    auf ihrer 5 jährigen mission...

    ...dringen sie dabei in gewässer vor, die noch nie ein mensch zuvor gesehen hat. :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • malino am 11.12.2015 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scharf sehr Scharf

    muss sehr gut laser haben ansosten gingen nicht 4,3 Milliarden aufs Wasser. sollte es eine Touristen Suit haben? Wo kann buchen?

  • Itzak Goldberger am 11.12.2015 05:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Die Missgünstigen Kommentare zeigen die Eifersucht der Schweizer auf uns US Amerikaner und auf Amerika - das Beste Land der Welt!

    • Roland Müller am 11.12.2015 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      USA, die Macht der Angst

      Sind sie blind? Hab ein paar Jahre bei Big Brother gelebt und kann nur sagen, die USA haben viele Probleme, Regierung, Wirtschaft, Menschenverstand, Wissensstand, Doppelmoral... eine endlose Liste. Klingt vielleicht krass, aber ich habe mich tatsächlich wohler gefühlt in Russland wo ich auch eine Weile war.

    • James Connor am 11.12.2015 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Itzak Goldberger

      Ob die USA das beste Land der Welt ist, sei mal dahin gestellt, aber Ihr seit wenigstens eine Weltmacht und nicht ein Land, dass immer gross sein will, es aber nie sein wird wie die Schweiz.

    • Maximus am 11.12.2015 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      Probleme

      @Müller: welches Land hat denn keine Probleme...? In den USA kann ich wenigstens noch meine Klappe aufreissen wie ich lustig bin. Kritisieren Sie mal den Putin in RU öffentlich, da sehen Sie dann bald mal schwedische Gardinen.

    • Säm s am 11.12.2015 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Selektive Wahrnehmung

      @Müller: Maximus hat ganz Recht. Zwar geht es uns Schweizer besser, oder besser gesagt, weniger schlecht, aber lasst uns nicht vor lautem Schlechten das Gute nicht sehen! Und was Big Brother angeht, kannst ja nach Nord Korea gehen, da kann dir niemand (ausser Nord Korea selbst ^^) nachspionieren, da kein Internet nach draussen und daher auch nicht nach drinnen, keine Mobilfunk nach draussen etc

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  • Frank Reich am 10.12.2015 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja, Tarnkappen

    So stelle ich mir Tarnkappentechnologie vor: Auf dem Radarbild eine Spur, wie von einem Fischerboot. Aber dank den Hochleistungsgasturbinen von General Electrics ein Wärmebild, wie ein brennender Öltanker, und eine Geräuschkulisse eines startenden Jumbojets. Und da das Ding nur sparsam mit dem eigenen Radar umgehen darf, ist es ein potentielles Opfer eines noch unsichtbareren Gegners - der modernen Seemine.

  • Kein böötli am 10.12.2015 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böötli

    Das ist mal ein Geiles Teil! Weiter so! Ein freier Mensch!

    • Alexius Maximus am 10.12.2015 23:48 Report Diesen Beitrag melden

      Freiheit?

      Weiss nicht wie ich beim Anblick neuer, repressiver Spielzeuge der Weltpolizei USA/NATO und den Rüstungsfirmen gleichzeitig an Freiheit denken kann. Naja, vielleicht die Freiheit, die wir alle nie kennenlernen durften.

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  • Thomas am 10.12.2015 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tarnkappe nur etwas für Wessis!

    Die beste Technologie hat noch immer ein U-Boot. Garantiert unsichtbar. Vielleicht hörbar, doch wenn man sich unter einem Handelsschiff fortbewegt fällt auch dieser Nachteil weg. Aus der Luft fallen Schiffe besonders durch ihre schöne Schleppe an aufgewühltem Seewasser auf. Ob das Pünktlein am Anfang Tarnkappe trägt, eher unwichtig.

    • Nomen est Omen am 10.12.2015 20:00 Report Diesen Beitrag melden

      Zerstörer

      Die Zumwalt Klasse wird als "Zerstörer" klassifiziert und nicht als "U-Boot". Ein U-Boot kann die Aufgaben eines Zerstörers nicht übernehmen. Schöne Grüsse in den Osten.

    • Peter P. am 10.12.2015 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Vieleicht solltes du als ambitionierter Armchair-General nochmals deine Wikipedia-Seiten durchlesen, um dein Halbwissen bezüglich den unterschiedlichen Aufgaben eines Zerstörers gegenüber denen eines U-Bootes auf Vordermann zu bringen ;) Ein freundlich gemeinter Tip damit du nicht in die gleiche Schublade wie all die anderen Schnurris grsteckt wirst :D

    • Big B. am 11.12.2015 07:42 Report Diesen Beitrag melden

      keine Ahnung ...

      Erstens: Ein Zerstörer und ein U-Boot, egal ob Jagd- oder Raketenboot, haben einen völlig unterschiedlichen Aufgabenbereich. Zweitens: Ein getauchtes U-Boot, zumindest eines mit Kernantrieb, kann sehr wohl geortet werden. Anhand seines warmen "Abwassers" nämlich, aus dem All, per Satellit.

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