Monogamie

18. Dezember 2016 17:11; Akt: 18.12.2016 17:11 Print

Darum haben Männer keinen Knochen im Penis

Viele Säugetiere besitzen einen Penisknochen, Menschen nicht. Sie müssen sich beim Sex allein auf Schwellkörper verlassen. Nun ist klar, warum.

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Walrösser verfügen über den längsten Penisknochen der Tierwelt. Bei ihnen und vielen anderen Säugetierarten sorgt er für lang anhaltende Erektionen. (Im Bild: zwei je 60 Zentimeter lange Walross-Penisknochen) Beim Menschen hingegen sucht man ihn vergebens. Bei ihnen müssen Schwellkörper fürs Aufrichten des besten Stücks sorgen. Doch warum? (Im Bild: Streetart in Berlin) Um das zu klären, untersuchten Forscher um Christopher Opie vom University College in London, wie sich das Körperteil im Laufe der Entstehung der Arten entwickelt hat. Dafür verglichen sie unter anderem Form, Umfang, Gewicht und Länge der Knochen von verschiedenen Lebewesen. Dabei zeigte sich, dass sich der Knochen bei Säugetieren vor etwa 145 bis 95 Millionen Jahren ausgebildet hat, um dann wieder teilweise zu verschwinden. Warum er beim Menschen überflüssig wurde, erklären die Forscher mit der Dauer des Geschlechtsverkehrs und der Zahl der Sexualpartner. Sie nehmen an, dass der Mensch aufgrund seiner überwiegend monogamen Lebensweise den Penisknochen verloren hat. Zu dieser ging der Mensch vor etwa 1,9 Millionen Jahre über. «Wahrscheinlich fehlte der evolutionäre Druck, den Penisknochen beizubehalten», sagt Opie. Denn seit damals konnte sich der Mann beim Sex ganz auf seine Partnerin konzentrieren, statt gleichzeitig die lauernde Konkurrenz im Auge behalten zu müssen. Er konnte schlichtweg konzentrierter bei der Sache sein. Andere Säugetiere wie beispielsweise Waschbären blieben hingegen weitgehend flexibel, was die Partnerwahl angeht. Weil sie deshalb in buchstäblich harter Konkurrenz zu ihren Geschlechtsgenossen stehen ... ... verfügen sie bis heute über einen Penisknochen. Das auch Baculum genannte Körperteil sieht bei verschiedenen Tieren ganz unterschiedlich aus. Das hier abgebildete gehörte einst einem Waschbären. Dieser Penisknochen ist deutlich grader und konnte einem Seehund zugeordnet werden. Dieses Prachtstück gehörte einem sogenannten Rotgesichtsmakaken (Macaca fuscata).

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Schimpansen haben einen, genauso Bären. Und Walrösser haben mit etwa 60 Zentimetern den längsten Penisknochen, auch Os penis oder Baculum genannt. Bei ihnen und vielen anderen Säugetierarten sorgt er für lang anhaltende Erektionen. Beim Menschen hingegen sucht man ihn vergebens. Bei ihnen müssen Schwellkörper fürs Aufrichten des besten Stücks sorgen. Doch warum?

Um das zu klären, untersuchten Forscher um Christopher Opie vom University College in London, wie sich das Körperteil im Laufe der Entstehung der Arten entwickelt hat. Dafür verglichen sie unter anderem Form, Umfang, Gewicht und Länge der Knochen von verschiedenen Lebewesen.

Evolutionärer Druck fehlte

Dabei zeigte sich, dass sich der Knochen bei Säugetieren vor etwa 145 bis 95 Millionen Jahren ausgebildet hat, um dann wieder teilweise zu verschwinden, wie es in den «Proceedings of the Royal Society B» heisst.

Warum er beim Menschen überflüssig wurde, erklären sich die Forscher mit der Dauer des Geschlechtsverkehrs und der Zahl der Sexualpartner. Sie nehmen an, dass der Mensch aufgrund seiner überwiegend monogamen Lebensweise den Penisknochen verloren hat.

Zu dieser ging der Mensch vor etwa 1,9 Millionen Jahre über. «Wahrscheinlich fehlte der evolutionäre Druck, den Penisknochen beizubehalten», sagt Opie. Denn seit damals konnte sich der Mann beim Sex ganz auf seine Partnerin konzentrieren, statt gleichzeitig die lauernde Konkurrenz im Auge behalten zu müssen. Er konnte schlichtweg konzentrierter bei der Sache sein.


Fossiler Penisknochen eines Bären aus dem Miozän. (Video: Wikimedia Commons)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian aus der Denkfabrik am 17.12.2016 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Genau so ist es !

    In 1,9 Millionen Jahren werden Forscher erklären warum beim Menschen das Wadenbein verschwunden ist. Langsam aber sicher baut es sich ab, weil der Mensch die Beine viel zu wenig braucht. Meine Befürchtung ist, dass beim Menschen das Hirn viel schneller abbaut, denn das wird schon heute viel zu wenig gebraucht. Grins!

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  • Loki am 17.12.2016 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch ohne Knochen

    Weiterhin viel Spass, auch ohne Knochen. ;-))

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  • Susi am 17.12.2016 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Er braucht dann auch keinen Gips,

    wenn er einmal gebrochen sein sollte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Claudius 1 am 18.12.2016 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... wieder nix. ..

    ich dachte immer, alte Männer seien verknöchert...? Gott sei Dank segnet uns die Forschung mit vertieftem Wissen.

  • Donna M. am 18.12.2016 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Überwiegend Monogam? Danke für diesen Schmuzler.

  • greenfizz am 18.12.2016 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt

    weiss ich endlich, wieso mich meine Frau "alter Knochen" ruft.....

  • Lolla am 18.12.2016 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lach

    Da bekommt der Penisbruch eine ganz andere bedeutung:-)

  • Andrin Ziswiler am 18.12.2016 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein schreg es Tema

    Nein, das ist ja ein Thema in den Medien.