Aasfressende Meerestierchen

08. August 2017 10:21; Akt: 09.08.2017 07:27 Print

Das Rätsel um die blutigen Füsse ist gelöst

Winzige Meerestierchen haben dem Australier Sam Kanizay die Beine blutig gebissen. Nun ist klar, worum es sich bei ihnen handelt.

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Noch im Spitalbett, aber wohlauf: Sam Kanizay hat den Schock über seine blutigen Füsse gut überstanden. Die Verursacher hält er in seiner Hand. Die Meeresbiologin Genefor Walker-Smith hat sie als Meeresflöhe identifiziert, eine Unterart der Amphipoden. Sie kommen in allen Weltmeeren vor und greifen «eigentlich keine Menschen an». Das sei ein dummer Zufall gewesen. Walker-Smith erklärte die starken Blutungen des 16-Jährigen damit, dass der Junge eine halbe Stunde lang in kaltem Meerwasser stand. Wegen der niedrigen Temperaturen habe er die Bisse vermutlich nicht bemerkt. «Normalerweise spürt man das und reibt die Tiere einfach weg», sagte sie dem Fernsehsender ABC. Kanizay hatte mit zahlreichen Bisswunden ins Spital gebracht werden müssen. Erst nach Stunden gelang es, die Blutungen zu stillen und die Schuldigen zu identifizieren. Gleich mehrere Forscher vermuten, dass Seeläuse (Caligidae) die Schuldigen sind – auch wenn das ein sehr drastisches Beispiel für den Fleisch-Appetit der Wirbellosen wäre. Doch nun ist klar: Es handelt sich um Amphipoden, die normalerweise auf tote Fische oder Seevögel losgehen. Amphipoden sind nur zwischen sechs und 13 Millimeter gross. Die Art, die den Schüler angriff, wird Meeresfloh oder auch Meereslaus genannt. Walker-Smith äusserte die Vermutung, dass der Schüler in der Nähe eines toten Tieres stand und die Amphipoden dann auf ihn wechselten. «Er stand einfach lange Zeit still im kalten Wasser. Das hat ihnen viel Zeit gegeben, um zuzuschnappen.» Durch die vielen kleinen Bisse floss viel Blut. Sam Kanizay hat Glück gehabt. Obwohl seine Füsse aussahen «wie durch den Fleischwolf gedreht», muss er keine Folgeschäden befürchten. Es handelt sich bloss um eine oberflächliche Hautverletzung.

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Das Rätsel um die winzig kleinen Tiere, die Sam Kanizay die Füsse blutig frassen, ist gelöst: Die Meeresbiologin Genefor Walker-Smith von den Museums Victoria in Melbourne hat sie als sogenannte Meeresflöhe identifiziert.

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Zunächst waren die Vermutungen in Richtung Seeläuse gegangen, mit denen die Tierchen gern verwechselt werden.

Bei den Meeresflöhen handelt es sich um eine Unterart von Amphipoden, wie sie in allen Weltmeeren vorkommen. Normalerweise gehen die Flöhe (Lysianassid Amphipod) auf tote Fische oder Seevögel los. «Eigentlich greifen sie keine Menschen an», sagt die Biologin. «Das war ein dummer Zufall.»


Rätsel um fleischfressende Mini-Tierchen. Video: Tamedia/AFP

Totes Tier lockte sie an

Amphipoden sind nur zwischen sechs und 13 Millimeter gross. Die Art, die den Schüler angriff, wird Meeresflöhe oder auch Meeresläuse genannt. Walker-Smith äusserte die Vermutung, dass der Schüler in der Nähe eines toten Tieres stand und die Amphipoden dann auf ihn wechselten.

«Er stand einfach lange Zeit still im kalten Wasser. Das hat ihnen viel Zeit gegeben, um zuzuschnappen.» Der Schüler hatte anfangs vermutet, dass er Sand an den Beinen hatte. Erst als er den vermeintlichen Sand wegwischte, entdeckte er das viele Blut.

Aus Sicht der Biologin besteht durch die Tierchen für Menschen keine Gefahr. Walker-Smith lobte die Meeresflöhe vielmehr als wichtigen Teil des maritimen Ökosystems. «Wenn wir sie nicht hätten, wäre das Meer voll von toten Fischen und toten Vögeln. Sie sind einfach Teil der Nahrungskette, der Kette des Lebens.»


Nach dem Vorfall sammelte Sams Vater einige der gefrässigen Tierchen ein und filmte sie dabei, wie sie sich genussvoll über Fleischstücke hermachten. (Video: Jarrod Kanizay via Storyful)

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tratsch Tante am 08.08.2017 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ameisen des Meeres

    Also quasi die Umweltpolizei der Meere... so wie die Ameisen an Land. Es ist ja auch nicht empfehlenswert 30min in einem Ameisenhaufen zu stehen und trotzdem müssen wir uns vor diesen Tieren nicht fürchten ;-)

  • Pedicure am 08.08.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kann es vielleicht sein, dass seine

    Füsse auch wie ein totes Tier gerochen haben? Solche begegnen mir immer wieder im Zug; vor allem solche, die dann noch die Schuhe ausziehen um alle daran teilzuhaben lassen. Spass beiseite; das ist sehr interessant und man sollte sich vielleicht wirklich in Acht nehmen.

    einklappen einklappen
  • Floh am 08.08.2017 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Revidierung

    also doch nicht unbekannte Tiere die uns wie durch den Fleischwolf gedreht ausehen lassen. bin ich nun froh.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Freespirit am 09.08.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch Menschen

    die glauben, die Natur erklären und benennen zu müssen - geschweige es zu können. Die Natur von der wir Menschen abstammen - also eine höhere Ebene. Woher nehmen diese Menschen die Arroganz und Dekadenz der Natur und allen Mitwesen gegenüber? Was zum Geier machen eigentlich "die Menschen" hier auf diesem Planeten als Gast? Geboren um zu überleben? Geboren um primär zu arbeiten als primär zu leben? Geboren um so zu leben, wie andere es erwarten? Das soll das Leben sein? ......

  • Eurotrotter am 09.08.2017 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wo hat sich dieser Vorfall zugetragen?

    Müssen wir das hier unbedingt wissen, noch dazu in allen Details und Facetten? NEIN!

  • reto am 09.08.2017 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    DER JUNGE SOLLTE...

    Ganz einfach, er sollte seine Füsse wieder mal waschen. Wenn die Tierchen Seine Füsse mit Totem Fleisch/Fisch verwechseln hat das wohl seinen Grund. Da wird wohl bald eine Sammelaktion gestartet damit er sich Seife kaufen kann.

  • lacoruna74 am 09.08.2017 02:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Blödsinn. Ich komme aus dem Norden und sehe solche Flöhe täglich. Legen das Strandtuch nebendran und keiner tut was. Wirklich übertrieben dieser Artikel!!

  • Jugni am 08.08.2017 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugendliche-Meer-fressende Tierchen-

    Ich wünsche dem Jungen in Australien gute Besserung!Und das alles wieder verheilt ist an den beiden Beinen und den Füssen.Hab einfach nur Geduld es kommt ganz gut.