Schmetterlinge, Käfer, Falter

13. August 2017 14:52; Akt: 13.08.2017 21:14 Print

Das grosse Insektensterben

Nicht nur Bienen, auch andere Insekten werden bei uns immer seltener. Forscher sehen dafür mehrere mögliche Gründe.

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Die Zahl hatte Ende 2013 für Aufsehen gesorgt: Mehr als drei Viertel der Insekten seien verschwunden, meldete der Entomologische Verein Krefeld. Die Organisation aus Nordrhein-Westfalen gilt in Fachkreisen als Institution.

Auch wenn der Befund aus den Erhebungen in zwei Naturschutzgebieten in dem deutschen Bundesland basieren und deshalb nicht einfach verallgemeinert werden dürfen, ist laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» ein deutlicher Niedergang der europäischen Insektenwelt feststellbar.

Fehlende historische Daten

Dabei würden nicht nur einzelne Arten immer seltener, auch die Zahl der Insekten insgesamt nehme ab. Das zeige nur schon das «Windschutzscheiben-Phänomen»: Vor wenigen Jahrzehnten habe ein «Fliegen- und Wespenbrei» die Sicht beim Autofahren behindert, heute klatschten kaum noch Insekten auf die Windschutzscheibe.

Ein Problem bei Aussagen zur Zahl von Insekten ist laut dem Bericht das weitgehende Fehlen historischer Daten. Der Entomologische Verein Krefeld, der seit 1905 Erhebungen durchführt, ist hier die Ausnahme. In der Schweiz werden erst seit 15 Jahren Insekten gezählt – zu wenig lang, um Unterschiede abzuleiten, sagt Francis Cordillot, Ökologe beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), zur «NZZ am Sonntag».

Gifte und bedrohter Lebensraum

Der Bund hat 22'300 heimische Insektenarten aufgelistet. 2774 wurden im letzten Jahr untersucht, ganze 40 Prozent davon stehen auf der roten Liste, 5 Prozent gelten laut dem Bericht gar als verschwunden. Das Bafu stuft die Mehrzahl der Schweizer Insektenarten als bedroht ein.

Die meisten Entomologen halten sich laut der «NZZ am Sonntag» bedeckt, wenn es darum geht, Schuldige zu benennen. Dennoch falle in Gesprächen häufig das Wort Pestizide. Auch die Monokulturen der immer intensiveren Landwirtschaft tragen demnach zur Verdrängung der Insekten bei, die in Sträuchern, Pfützen und Totholz am besten gedeihen. Insekten hätten schlicht immer weniger Raum zur Verfügung.

(rub)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ccc am 13.08.2017 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschheit

    Es ist nur eine Frage der Zeit , bis wir Menschen diese Erde zerstört haben.

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  • Tristan72 am 13.08.2017 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind verantwortlich...

    Ich würde empfehlen, das noch mehr Insektizide gespritzt wird, das unser Essen noch schöner, exzellenter, ohne Makel und absolut perfekt ausschaut! Weil wir nur solche Lebensmittel kaufen, müssen tausend und abertausend Tiere sterben!!

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  • Marcel Sagichnicht am 13.08.2017 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Themen mit Rechter Unterstüzung!

    Das wären doch Themen für die Grünen! Weniger Gift in der Landwirtschaft! Weniger Import von Düngemittel usw so hätten auch mal meine Stimme! Aber nein sie hacken lieber auf dem Auto und den Atomkraftwerken herum!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bio - Fan am 17.08.2017 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Zur Vollständigkeit

    @Tristan72: Was Du noch vergessen hast: Gewisse Insektizide und Pflanzenschutzmittel welche wir zwangsläufig mit der Nahrung aufnehmen, werden in unseren Körpern angereichert. Nicht nur die Insekten gehen dabei drauf, auch wir Menschen sind immer näher dran uns zu vergiften. Was wiederum für die Natur ein Geschenk wäre.

  • Andie am 15.08.2017 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leerlauf

    Habe ich schon vor vielen Jahren beobachtet, dass Insekten nur bei hohen Geschwindigkeiten an die Scheibe klatschen. Wenn ich heute im Stau stehe, passiert das nicht. Also hat Stau was gutes? Wär auch eine Studie, aber auch Solche Studien braucht die Welt nicht.

    • Raffi am 16.08.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Braucht's wirklich nicht?

      Im Gegensatz zu ihrem vor Ignoranz und Selbstgerechtigkeit strotzenden Kommentar ist diese Studie durchaus wertvoll. Die Nahrungskette beinhaltet nicht umsonst den Ausdruck "Kette". Eine Kette ist bekanntlich immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied, auch wenn dieses für uns persönlich doch meist nervig und störend wirkt, ist es die Grundlage des Lebens. Für uns an der Spitze der Nahrungskette ist's deshalb alles andere als egal, was "weiter unten" in dieser Kette geschieht..

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  • Rägi am 15.08.2017 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle....

    Die um den 1. August rum Feuerwerke und Böller in die Luft lassen. Und aber die Schuld liegt immer nur beim anderen........nehmt euch selber mal an der Nase!!!

    • Pipo am 15.08.2017 08:56 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte?..

      Feuerwerk zu vergleichen mit der unbändigen Vergiftung unserer Umwelt mit Pestiziden...?? Da bin ich sprachlos...

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  • Unnutz am 15.08.2017 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    was soll das Gejammer

    jeder trägt Verantwortung. Die Politiker, Regierungen und auch Verantwortlichen machen was sie wollen im Sinne der kurzfristigen Profitmaximierung. Der Bumerang kommt schon noch früh genug. Ihr könnt gar nichts machen, ausser es zu beschleunigen, damit es wirklich eskaliert. Erst dann geht vielleicht noch was, ausser man kann Euch nochmals mit einem Rettungsplan schön abmelken und die eigentlichen Verantwortlichen schlagen nochmals Profit daraus. Ja das ist krank aber leider die Realität. Jammert hier schön weiter...

  • Uschi am 14.08.2017 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Insekten

    Eigendlich nicht verwunderlich, wenn alles zu Betoniert wird und man Ihnen den Lebensraum nimmt.! Gilt nicht nur in Deutschland, Schweiz, sondern überall