Aus der Schweiz

02. Februar 2012 21:36; Akt: 02.02.2012 19:40 Print

Das grünste Rechenzentrum der WeltDas grünste Rechenzentrum der Welt

von Samuel Buchmann - Mit heissem Wasser kühlen – was paradox klingt, ist die Grundlage für einen neuen, umweltfreundlichen Supercomputer.

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Bruno Michel zeigt den Prototyp der Heisswasserkühlung. Foto: ibm

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IBM baut zurzeit das schnellste Rechenzentrum Europas. Sein Name: SuperMUC. Die drei letzten Buchstaben sind das Kürzel des Münchner Flughafens. Die deutsche Stadt ist Standort des neuen Supercomputers. Aussergewöhnlich ist vor allem sein Kühlsystem. Denn nicht kalte Luft, sondern 45 Grad Celsius heisses Wasser transportiert die Wärme der Prozessoren ab. «Das klingt zwar seltsam, funktioniert aber gut», erklärt Ingenieur Bruno Michel von IBM Schweiz. Denn die maximale Betriebstemperatur eines Prozessors beträgt 85 Grad Celsius. Um diese zu halten, arbeitet eine herkömmliche Luftkühlung mit 10 Grad Celsius kalter Luft. Das braucht Unmengen an Energie: Die IT- und Telekommunikationsbranche macht laut IBM zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus – das entspricht dem gesamten internationalen Flugverkehr. «Ein Sechstel dieser Energie wird allein für die Kühlung von Servern gebraucht», sagt Michel. Anders beim SuperMUC: Um die Kühlflüssigkeit auf 45 Grad Celsius zu halten, ist nur wenig Energie nötig.

Gleichzeitig wird die Wärme des Wassers auch für die Heizung der Gebäude genutzt. So schrumpft die CO2-Bilanz gegenüber der einer Luftkühlung um insgesamt 90 Prozent. Damit ist der SuperMUC das grünste Rechenzentrum der Welt. Er geht im Sommer in Betrieb, schafft drei Billiarden Rechenschritte pro Sekunde und soll zum Beispiel die Entstehung des Universums simulieren können.

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