Alkohol-Wissen

31. Dezember 2017 13:49; Akt: 31.12.2017 14:14 Print

Sie wollen heute feiern? Lesen Sie nicht weiter

von Fee Riebeling - An Silvestern trinken viele ausgiebig Alkohol.

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Für viele Menschen gehört zu einer richtigen Party auch Alkohol dazu. Bevor man allerdings kräftig zulangt, ... ... sollte man sich bewusst machen, dass Alkohol, genauer gesagt Ethanol, als Gift gilt: 2007 wurde der Stoff von der WHO als potenziell krebserregend eingestuft. Ausserdem soll er nach bisherigem Kenntnisstand für über 300 Krankheiten und Organschäden verantwortlich sein. Doch wie so oft gelten auch hier die vielzitierten Worte des Schweizer Mediziners Paracelsus (1493-1541). Der sagte frei übersetzt: «Die Dosis macht das Gift.» Soll heissen: Gegen Alkohol spricht nichts, solange er massvoll getrunken wird. Doch bereits seine Zeitgenossen schlugen seine Ermahnungen oft in den Wind. Die Alkoholkrise war so gross, dass der deutsche Reformator vor dem «Saufteufel» warnte. Auch wenn die Gelage heute in der Regel moderater ausfallen: Ganz unberechtigt war Luthers Warnung nicht, denn Alkohol beeinflusst so gut wie jedes Organ, wie die nächsten Bilder zeigen. Sofort nach dem ersten Schluck beginnt die Aufnahme ins Blut: Ein kleiner Teil gelangt über die Mundschleimhaut und die Speiseröhre direkt dorthin. Bis zu einem Viertel wird über die Magenschleimhaut aufgenommen. Der Rest gelangt über den Darm ins Blut. Nach rund zwei Minuten kommt der Alkohol im Gehirn an. Dort dringt er in alle Hirnareale ein, auch in das sogenannte Belohnungszentrum, wo er verstärkt Botenstoffe wie Dopamin und Endorphine freisetzt. Ab einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille wird man unternehmungslustig und gesellig, aber auch hemmungsloser. Die Risikobereitschaft steigt. Die Reaktionsfähigkeit dagegen sinkt. Bei einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille ist sie gegenüber dem nüchternen Zustand um 30 bis 50 Prozent verlängert. Aber das merkt man nicht. Man fühlt sich entspannt. Zudem bekommt man Schwierigkeiten, wenn es darum geht, Entfernungen richtig einzuschätzen. Bei 1 bis 2 Promille wird das Gleichgewicht beeinträchtigt. Zudem verändern sich Emotionen und das Verhalten. Auch Stimmungsschwankungen können die Folge sein, genauso wie eine plötzlich aufkommende Müdigkeit. Auch das Aggressionspotenzial steigt: So zeigte zuletzt eine Studie des Bundes, dass bei Gewalthandlungen im öffentlichen Raum zunehmend Alkohol im Spiel ist. Wer trotz ersten Ausfallerscheinungen weiter trinkt, riskiert, ganz die Kontrolle über sich und seinen Körper zu verlieren. Ab 3 Promille kann ein Erwachsener bewusstlos werden und sogar ins Koma fallen. Grundsätzlich gilt: Frauen vertragen Alkohol weniger gut als Männer. Damit ist für sie die gleiche Menge Alkohol schädlicher als für einen Mann. Dies einerseits, weil Frauen im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr Körperfett und weniger Körperwasser haben. Da sich Alkohol in Wasser besser löst als in Fett, ist nach dem Konsum gleicher Mengen die Alkoholkonzentration im Blut bei Frauen in der Regel höher. Andererseits weil Frauen über geringere Mengen des Leber-Enzyms ADH (Alkoholdehydrogenase) verfügen, das den Alkohol in Azetaldehyd abbaut. Wer zu viel Alkohol getrunken hat, den erwartet am nächsten Tag ein ausgewachsener Kater. Der ist zwar unangenehm, aber bei weitem nicht so gefährlich wie eine akute Alkoholvergiftung, die aufgrund der gereizten Magenschleimhaut häufig mit Erbrechen einhergeht. Es besteht die Möglichkeit, an dem Erbrochenen zu ersticken. Auch lebensbedrohliche Atemlähmungen können die Folge sein. Das erste bekannte Alkoholopfer der Geschichte war kein Geringerer als König Alexander der Grosse: Er war nicht nur ein genialer Feldherr, sondern auch für seinen reichlichen Alkoholkonsum bekannt. Letztendlich starb er daran. Bei einer Alkoholvergiftung besteht auch die Gefahr zu erfrieren: Weil das Blut durch den Alkohol in die äusseren Körperregionen gelenkt wird, entsteht ein trügerisches Gefühl der inneren Wärme. Das täuscht darüber hinweg, dass die Körpertemperatur eigentlich stark absinkt. Während es sich bei dem bisher Erwähnten um direkte Folgen von Alkoholkonsum handelt, gibt es auch Spätfolgen, die sich nach dem regelmässigen und übermässigen Trinken einstellen. Laut Medizinern wie dem Leberspezialisten Helmut Karl Seitz aus Heidelberg geht bereits von «moderatem Dauerkonsum» eine Gesundheitsgefahr aus, denn auch so kommen Alkoholmengen zustande, die der Körper auf Dauer nicht verkraftet – weil ihm die alkoholfreien Erholungsphasen fehlen. Durch regelmässigen Alkoholkonsum kann es zu schweren Organschäden kommen. Am stärksten davon betroffen ist die Leber (dunkelrot), denn in ihr wird der grösste Teil des Alkohols abgebaut. Das Problem: Beim Abbau von Alkohol werden die für diesen verantwortlichen Leberzellen geschädigt und es sammelt sich Fett an. Dies kann zu einer Fettleber, zu Gelbsucht und zu Leberzirrhose und -Krebs führen. Zu einer Leberzirrhose, der wohl bekanntesten Folge von übermässigem Alkoholkonsum, kommt es, weil die Leberzellen wegen Überlastung nach und nach absterben und sich immer mehr knotiges Narbengewebe bildet. Die Leber schrumpft. Irgendwann bleiben zu wenig Leberzellen übrig und der Körper kann nicht mehr entgiftet werden und man stirbt. Aber nicht nur die Leber wird angegriffen: Alkoholiker und regelmässig konsumierende Genusstrinker leiden häufig auch unter entzündeten Bauchspeicheldrüsen (Pankreas). Wird das Problem chronisch, kommt es zu Kalkablagerungen, die schlussendlich zu einer Verstopfung des Organs führen. Alkoholkonsum kann Veränderungen am Herzen zur Folge haben. Der Blutdruck wird durch Alkoholkonsum erhöht. Dadurch steigt auch das Herzinfarktrisiko. Zu viel Alkohol schadet zudem Haut und Blutgefässen. So kann regelmässiges Trinken zu entzündlichen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) führen. Mit schuld daran kann eine weitere Folge von chronischem Alkoholkonsum sein: ein geschwächtes Immunsystem. Auch Krebs, insbesondere Speiseröhrenkrebs, geht auf das Konto von Alkohol. Laut einer an der Tagung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) vorgestellten Studie erkranken weltweit jährlich rund 700'000 Menschen aufgrund ihres Alkoholkonsums an Krebs. Jährlich stehen 365'000 Todesfälle von Patienten mit Leber-, Speiseröhren-, Darm-, Hals- oder Brustkrebs mit Alkohol in Verbindung, so das Fazit der Wissenschaftler. Wie gefährlich Alkohol sein kann, zeigen auch Zahlen aus der Schweiz. Laut Bundesamt für Gesundheit sterben hierzulande jährlich rund 1600 Menschen zwischen 15 und 74 Jahren an den Folgen. Allein die Leberzirrhose führt zu mehr als 430 Todesfällen pro Jahr. Etwa doppelt so häufig sind tödlich ausgehende alkoholbedingte Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Störungen. Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit können ebenfalls dauerhaft beeinträchtigt werden. Der Grund: Regelmässiger Alkoholkonsum kann zu schweren hirnorganischen Schäden führen. Konkret sorgt er für ein Schrumpfen der Hirnsubstanz, über die Jahre sterben Nervenzellen, der Gang wird unsicher, die Hände zittern. Auch das Risiko für psychische Krankheiten wie Depressionen oder Psychosen steigt. Aber was heisst das? Laut «Sucht Schweiz» liegt gesundheitlich unbedenklicher Alkoholkonsum bei gesunden erwachsenen Frauen bei 12 Gramm reinem Alkohol. Das entspricht einem sogenannten Standardglas – 3 Dezi Bier, 1 Dezi Wein, 2 cl Spirituosen – pro Tag. Männer dürfen etwas mehr trinken: Für sie liegt die Grenze bei 24 Gramm Alkohol pro Tag, etwa zwei Standardgläser. Doch wie immer gilt auch in Sachen Alkohol: Ausnahmen sind erlaubt. Wer mal über die Stränge schlägt, hat wenig zu befürchten. Schwangere sollten jedoch ganz darauf verzichten.

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Bei gesellschaftlichen Anlässen gehört der Alkohol meist dazu. Ob in der Familie, mit Freunden oder an Silvester – schliesslich machen ein, zwei Gläschen locker und lustig. Auch deswegen steht er bei vielen Menschen hoch im Kurs.

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Das ist an sich noch nicht schlimm, solange man es nicht übertreibt, denn ein übermässiger Konsum hinterlässt Spuren im Körper. Und auch wer nur wenig, aber regelmässig ins Glas schaut, kann Probleme mit der Gesundheit bekommen.

Warum das so ist und wie sich negative Effekte verhindern lassen, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke.

Sport macht wieder gut, was Alkohl ruiniert hat

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andri am 31.12.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele geblaber

    Egal was Leute sagen ich trinke weiter mein Bier

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  • Theophil am 31.12.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Liebe

    Niemand kann mich davon abhalten mein Bier zu trinken egal was hier steht

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  • Laimigs am 31.12.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genussmensch versus Fuseltrinker

    Kein Alkohol ist auch keine Lösung. In diesem Sinne Allen ein unbeschwertes 2018.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Machets guet am 01.01.2018 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Vorsatz umsetzten

    Einen wunderschönen guten Morgen, hoffe ihr könnt den Morgen im Neuen Jahr Katerfrei geniessen und müsst nicht zu euch sagen "ich trinke nie wieder Alkohol".

  • Gute Frage am 01.01.2018 05:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie?

    Sie sollen 12g reiner alk jn 2cl schnaps enthalten sein? 2cl schnaps wiegen deutlich weniger als 12g...

    • Dsign am 01.01.2018 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gute Frage

      Du hattest in der Schule wohl nur singen und klatschen oder was?

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  • Baculum am 01.01.2018 01:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biochemiker

    Es dauert nicht 2 Minuten, bis der erste Alkohol das Hirn erreicht, sondern gerademal 20 Sekunden!

  • Julian Widmer am 31.12.2017 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Just have fun

    Man lebt nur einmal. Mach was dir spass macht und denk nicht zu viel nach. Bis jetzt hat noch keiner das leben überlebt

    • NR NA am 01.01.2018 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Julian Widmer

      Alkohol und Nikotin rafft die halbe Menschheit hin. Ohne Schnaps und ohne Rauch nimmt's die andere Hälfte auch.

    • Prosit Neu Jahr am 01.01.2018 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @NR NA

      Ja so ist es , jetzt reichen als Sündenbock nicht mehr nur Zigaretten , jetzt muss auch noch der Alk herhalten .Frage mich ernsthaft wann man endlich mal die Agra und Lebensmittel Industrie mal so unter die Lupe nimmt und mal draufkommt, das viele Krebsfälle durch Gift versaute Lebensmittel entsteht.Immer mehr Leute sind es die ich kenne , die werder rauchen noch mit Alkohol was zu tun haben und trotzdem an Krebs erkrankten oder daran allzufrüh verstorben sind.Ohne Alk und Zigi kann man gut Leben aber Essen muss jeder.Darum dringend nötig das Gift in der Landwirtschaft und zur Lebensmittel herstellung verbieten.

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  • wie bitte? am 31.12.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Psoriasis

    Das ist mir auch neu, dass Psoriasis durch Alkohol entsehen soll. Soviel mir bekannt ist, muss eine genetische Veranlagung da sein, damit sie ausbrechen kann. Also nicht durch Alkohol alleine...