Von Madeira aus

21. November 2012 11:49; Akt: 21.11.2012 13:13 Print

Dengue-Fieber schwappt nach Europa

25 Ferienrückkehrer aus ganz Europa haben aus Madeira das Dengue-Fieber nach Hause gebracht. Auf der Insel erlebt man den grössten Ausbruch seit den 1920ern.

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Weltweit wahrgenommen wurde das Ebola-Virus zum ersten Mal im Jahr 1976. Damals kam es zu mehreren Epidemien im Sudan und im Kongo. Eine Infektion führt vielfach zum hämorrhagischen Fieber - es kommt zu inneren Blutungen. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen überleben den schweren Krankheitsverlauf nicht. Der Verlauf des Marburg-Fiebers ist dem der Ebola ähnlich: Zunächst treten eine Reihe unspezifischer Symptome auf, die auch auf Gelbfieber, Typhus oder Malaria schliessen lassen könnten. Dann kommt es zu hämorrhagischem Fieber (Blutungen im Magen-Darm-Trakt und in den Lungen). Der Immunschwäche Aids sind weltweit bislang mehr als 25 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Zum ersten Mal wurde das HI-Virus, das als Auslöser der Krankheit gilt, 1959 bei einem Mann aus dem Kongo entdeckt. HIV kann durch ungeschützten Sex oder das Teilen von Spritzen bei Drogenmissbrauch übertragen werden. Bis heute ist die Krankheit nur behandel- aber nicht heilbar. Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Das Dengue-Virus wird durch Stechmücken in tropischen und subtropischen Gebieten auf den Menschen übertragen. Nach einer Inkubationszeit von rund zwei Wochen, kann es - ähnlich wie bei Ebola - zu hämorrhagischem Fieber (Blutungen) kommen. Bis zu 15 Prozent der Betroffenen überleben die Erkrankung nicht. Von einer Infektion mit Hepatitis C bemerkt der Betroffene zunächst nichts. Im späteren Verlauf kommt es zu Schmerzen im Oberbauch - erste Hinweise auf eine Leberschädigung. Hep-C-Patienten müssen mit Medikamenten therapiert werden - eine Schutzimpfung gibt es nicht. Das durch ein Virus ausgelöste Lassa-Fieber wurde 1969 bekannt. Übertragen wird das Virus via Schmierinfektion. Bei Infizierten kommt es zu stark angeschwollenen Lymphknoten, Bauchschmerzen und Hautausschlag. Später drohen - ähnlich wie bei Ebola - lebensgefährliche Blutungen. Jedes Jahr erleiden zwischen zehn und 20 Prozent der Weltbevölkerung eine Influenza (Grippe). Gefürchtet sind vor allem Komplikationen, die mit einer Grippe einhergehen. Deshalb ist eine Grippe-Impfung besonders für Kranke und ältere Menschen empfehlenswert.

Die gefährlichsten Krankheiten.

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Europa erlebt derzeit den grössten Ausbruch des von Mücken übertragenen Dengue-Fiebers seit den 1920er-Jahren. Zentrum der Epidemie ist nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten die portugiesische Insel Madeira.

In dem beliebten Urlaubsziel wurden nach offiziellen Angaben bislang mehr als 1300 Infektionen registriert.

Das Dengue-Fieber wurde nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) auch bei 25 Personen in anderen Teilen Europas festgestellt, und zwar bei Rückkehrern aus Madeira in Portugal, Grossbritannien, Schweden und Frankreich.

Seit den Ausbruch Anfang Oktober registrierten die Behörden auf Madeira 1357 Fälle. 669 davon seien durch Laboruntersuchungen bestätigt worden, 688 Fälle gelten als wahrscheinlich. Todesfälle habe es noch nicht gegeben.

Das ECDC wertet den Ausbruch in Madeira als bedeutendes Ereignis für die öffentliche Gesundheit.

Keine Impfung erhältlich

Das Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die von bestimmten Mücken übertragen wird und vor allem in tropischen und subtropischen Ländern verbreitet ist. Die Symptome haben eine grosse Bandbreite - von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu extrem starken Schmerzen und inneren Blutungen.

Rund fünf Prozent der Erkrankungen nehmen einen schweren und oft tödlichen Verlauf. Bislang gibt es gegen die Krankheit keine Impfung.

Ein lokales Auftreten des Dengue-Fiebers wurde in Europa zuletzt 2010 in Frankreich und Kroatien registriert. Der Ausbruch auf Madeira ist die anhaltendste Verbreitung seit den 1920er-Jahren.

Das ECDC hat keine Reisebeschränkungen für Madeira empfohlen. Es rät aber dazu, sich gegen Mückenstiche zu schützen. Die das Fieber übertragenden Mücken sind tagaktiv, ein Schutz sei daher nicht nur in der Nacht erforderlich. Auf Flughäfen und in Häfen sollten die Mücken bekämpft werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter bob am 21.11.2012 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe die Freiheit!

    Ja , wir verteilen die Lebensmittel, die Energie, die Menschen und die Krankheiten global umher. Bejubeln die Globalisierung und rühmen unsere internationalen Trips und bekämpfen lokal in buchhalterischer Manier Kleinigkeiten wie Abfallsackgebühren, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Grippesymptome.

  • helli am 22.11.2012 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuhause ist s äm schönsten

    Müsst halt einfach zu Hause bleiben.

  • Filipo Mendez am 21.11.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag Mücken nicht

    Ich hätte nichts dagegen wenn man Mücken ausrotten würde. Doch hätten wohl bestimmte Tierarten etwas dagegen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • helli am 22.11.2012 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuhause ist s äm schönsten

    Müsst halt einfach zu Hause bleiben.

  • maurice am 22.11.2012 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chemie hilft

    das ist nur sind Sorte von Moskitos die das Fieber auslöst. in Cuba geht man damit in Häusern mit Chemie vor und das hilft. arme EU das man es nicht schafft in den griff zu bekommen. 3. Welt ist nicht mehr weit.

  • DieGleiche am 22.11.2012 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Knochenbrecher-Fieber

    Es gibt def. nur die Alternativen Repellents (mehrmals täglich auf Haut UND Kleidung auftragen, langärmelige Kleidung und nachts Moskitonetze. Mein Tropenarzt hat mir dies empfohlen für die Reise nach Lateinamerika

  • Gianni Zürich am 21.11.2012 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Misinformation

    Ebola- und Aids-Virus mit Dengue-Fieber im gleichen Artikel erwähnen?? Mah!

  • Ruedeli am 21.11.2012 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    nicht unterschäzen

    ...damit sind eigentlich die sog. Moskito-Mücken gemeint; Und nein, die sind nicht gefährlicher weil sie grösser sind - Sondern weil sie besonders in unhygienischen Verhältnissen gedeien;-( und nur von dort), und damit doch (un)globale, prepäre, Situationen...mitbringen!