Spezielle Fortpflanzung

02. Januar 2018 13:03; Akt: 02.01.2018 13:21 Print

Der Aal ist der Fisch des Jahres 2018

Vom Aussterben bedroht: Wasserkraftwerke sind für Aale unpassierbare Hindernisse.

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Ein «Weltenbürger»: Aale trifft man in fast allen Gewässern der Welt an. (Archivbild) (Bild: Keystone/Patrick Pleul)

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Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) hat den Aal zum Fisch des Jahres 2018 gekürt. Um das Aussterben der Aale zu verhindern, fordert der Verband Flüsse ohne Barrieren. Insbesondere unpassierbare Kraftwerke könnten die lebenswichtige Wanderung verunmöglichen.

Bis zur Industrialisierung gehörten Aale hierzulande zu den häufigsten Fischen, wie der SFV mitteilte. Danach seien Rhein, Rhone und Ticino für die Nutzung von Wasserkraft derart verbaut worden, dass dies das Ende des Aal-Höhenflugs bedeutete.

Im EU-Raum sei der Aalfang seit 2007 stark eingeschränkt oder verboten. Der Aal stehe auf der Roten Liste bedrohter Tierarten und lasse sich nur retten, wenn es gelinge, die uralten Wasser-Wanderwege wieder zu öffnen und die Bestände zu schützen.

Geheimnisvoller «Weltenbürger»

Der Fischerei-Verband beschreibt den Aal als «Weltenbürger». Noch heute treffe man eine seiner Arten in fast allen Gewässern der Welt an, vom Meer bis hin in alpinen Bächen.

Abenteuerlich und geheimnisvoll seien Fortpflanzung und die langen Aalwanderungen. Von den 15 Familien mit rund 800 Arten blieben einige in den Küstengewässern, andere wanderten und würden über Flüsse und Bäche teilweise über tausend Kilometer ins Landesinnere vordringen.

Kein Mensch habe je ihre Hochzeit oder das Schlüpfen ihres Nachwuchses beobachten können. Die intensive Spurensuche führe in den Sargassosee, wo kleinste Aallarven gefunden worden seien. Dieses Meeresgebiet im Atlantik liegt östlich von Florida und südlich der Bermuda-Inseln. Irgendwo dort müssten die Aale schlüpfen und von dort würden sie dank ihrer Weidenblattform, vom Golfstrom passiv während zwei bis drei Jahren in Richtung Europa verfrachtet.

Ein Langzeitwanderer

Zu diesen Langdistanzwanderern gehörten die Schweizer Aale. Die Schweiz erreichten sie in Zeiten unbehinderter Fischwanderung im vierten bis sechsten Jahr ihres Lebens. Wo immer sie sich wohl fühlten, blieben sie und frässen sich Reserven für die spätere Laichwanderung zurück ins Meer an.

Das könne manchmal bis zu zwanzig Jahre dauern. Sei es Zeit für die Hochzeitsreise, verändere sich der Körper. Der Aal werde zum Silberaal und trete seinen bis zu 6000 Kilometer weiten Weg zurück zu seinem Ursprung in der Sargassosee an.

(ij/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miriam G. am 02.01.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe ist nötig

    Es muss doch möglich sein, dem Aal die Chance in unserer Welt zu geben, die jedes Lebewesen verdient. ALLE tragen zu einem funktionierenden Leben auf der Erde bei.

  • Doktor Sommer am 02.01.2018 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grundlage, im Ernstfall

    Ich kann Ihnen versichern, das der Aal, der Fisch des Jahres ist, kann man nicht als Zufall bezeichnen, in der Politik schon längst salonfähig.

  • Brigle am 02.01.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tote Aale

    Ich mag mich noch erinnern wie im Jahre 2003 als es monatelang nicht geregnet und der Bodensee sehr wenig Wasser hatte und die Wassertemperatur auch viel zu hoch war, tausende von Aalen jämmerlich verendet sind. Man konnte gar nicht mehr schwimmen gehen. Es war ein sehr unschöner Anblick.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Florian Müller am 04.01.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    viraal

    Wir haben dem Aal bei der Software Brauerei eine eigene Seite gewidmet um mit einer viraalen Kampagne das Aal Sterben einzudämmen :) https://

  • Freund am 03.01.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aal

    es ist doch schön dass der Aal zum Fisch des Jahres gewählt wurde, wird er doch sonst nur am Rande wahrgenommen, gratuliere Möge der Aal noch lange in unseren Gewässer schwimmen!

    • Jellyfish am 04.01.2018 00:19 Report Diesen Beitrag melden

      Aalbock

      Und wann wird der Aalbock zum Fisch des Jahres? Der Aalbock ernährt sich pflanzlich.

    einklappen einklappen
  • Dani B. am 03.01.2018 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    "Geheimnisvoller «Weltenbürger»"

    Das Rätsel ist, warum es bei uns überhaupt noch Aale gibt. Schaffen sie es, die Wehre und Kraftwerke auf dem Land zu umgehen? Was macht der Aal, was der Lachs nicht kann? Dass wir wenig wissen, beweist der Satz aus dem Artikel: "...von dort würden sie dank ihrer Weidenblattform, vom Golfstrom passiv während zwei bis drei Jahren in Richtung Europa verfrachtet." - Die Form ist doch egal, Aale sind keine Schiffe, und der Strom nimmt alles mit.

  • Butch am 03.01.2018 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Probleme!

    Es sind nicht nur die Wasserkraftwerke, sondern auch, dass viele Glasaale gefangen und nach Asien als Delikatesse verkauft werden. Das sollte verboten werden, dann würden sich die Bestände wohl viel schneller erholen.

  • Aalman Abdaalaal am 03.01.2018 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen bei Aalileo Fischtory

    Ich finde das Geniaal.