Alpiner Hochwasserschutz

09. November 2012 14:51; Akt: 09.11.2012 15:01 Print

Der Klimawandel hat auch gute Seiten

Auf diese Nachricht hat die Erdöl-Lobby gewartet: Die globale Erwärmung bringt gewisse Vorteile mit sich. In den Bergen könnte sie den Hochwasserschutz verbessern, da Buchen in immer höheren Lagen gedeihen.

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Stufiger Tannen-Fichtenwald mit jungen Buchen im Gantrischgebiet, Kanton Bern. (Bild: K. Allenspach)

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Die Buche kann einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten: Da sie den Boden tief durchwurzelt, kann dieser mehr Wasser aufnehmen. Künftig können auch Bergregionen davon profitieren, wie eine Studie von Zürcher und Berner Forschern ergab.

Vor allem in den Voralpen werden mit dem Klimawandel Buchen vermehrt in die bestehenden Tannen-Fichtenwälder einwachsen, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf ZH in einer Mitteilung schreibt. Die Wurzeln der Buche dringen in tiefere Bodenschichten als die der oberflächlich wurzelnden Fichte.

Abgestorbene Wurzeln hinterlassen Hohlräume, in denen der Boden Wasser speichern kann. Buchenwurzeln hinterlassen somit mehr Hohlräume, weshalb weniger Wasser oberflächig abfliesst. Es wäre also zu erwarten, dass ein buchenreicher Gebirgswald besser vor Hochwasser schützt als ein buchenarmer Wald.

Dies testeten nun Forscher der WSL, der Universität Bern und der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen im Berner Gantrischgebiet. Sie verglichen dazu zwei Waldstücke, einen fichtenreichen Mischwald und einen tiefer gelegenen, buchenreichen Wald.

Mehr Wasserspeicherung dank Buchen

Mit Beregnungsanlagen simulierten sie auf jeweils einem Quadratmeter einstündige Starkniederschläge. Es zeigte sich, dass ein mit Tannen und Buchen bestückter Wald rund 15 Prozent mehr Wasser aufnehmen kann als ein buchenarmer Tannen-Fichtenwald, wie die Forscher nun im Fachjournal «Wald und Holz» berichten.

Die Resultate zeigten auch, dass der Boden im Tannen-Buchenwald bis in etwa 70 Zentimeter Tiefe gut durchwurzelt war, während dies beim Fichtenwald nur in den obersten zehn Zentimetern der Fall war.

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die Böden dank der Buchenwurzeln in Zukunft zwischen zehn und 100 Zentimetern Tiefe mehr Wasser speichern können. In den obersten zehn Zentimetern dürfte die Speicherfähigkeit leicht sinken, weil Fichten dichtere Wurzeln haben.

Ob diese Veränderungen tatsächlich den Hochwasserschutz verbessern, ist gemäss den Forschenden noch unklar. Denn der Klimawandel wird voraussichtlich auch häufiger starke Niederschläge bringen. Der höhere Buchenanteil könne dem aber zumindest teilweise entgegenwirken, schreiben sie.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Simon Gerber am 11.11.2012 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    den Winter vergessen?

    der grösste Hacken an diesem "Forschungsprojekt": Buchen verlieren im Winter ihre Blätter, im Gegensatz zu Fichten, die den ganzen Winter über Nadeln tragen und damit sehr viel Wasser aufnehmen, speziell bei Starkregen. Ich kenne die oben beschriebene Versuchsandordnung nicht. Das beigefügte Bild deutet aber auf Sommer hin. Wie wäre das Resultat wohl, wenn im Winter das Gleiche untersucht würde? Ich fürchte, das Resultat würde erschreckend gegenteilig aussehen.

    • Pfister am 12.11.2012 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      Boden

      Im Winter ist der Starkregen nicht so ein Problem. Aber leeren sie mal einen Kübel Wasser in einem Tannen-Fichten Wald aus und vergleichen dies in einem Wald der mit Laubbäume dominiert ist. Egal ob Winter oder Sommer der mit Tannennadeln, die sich sehr schlecht abbauen lassen, überdeckte Boden lässt Wasser viel schlechter versickern.

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  • Neon am 10.11.2012 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schutz

    Ja der Klimawandel ist echt super. Irgendwann haben wir gar kein Schnee mehr in den Bergen dann brauchts auch keinen Lawinenschutz mehr.

  • Mother Nature am 10.11.2012 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    jaja bestimmt..

    WOW! Selten so was dämliches gelesen... "Der Klimawandel hat auch gute Seiten" Ernsthaft jetzt?! Selbst wenn dem so wäre: Das würde sich höchstens regional positiv auswirken. GLOBAL hingegen wird es absolut keine Wirkung zeigen. Ausserdem fallen die "Wunder-Buchen" sowiso der Holzindustrie zum Opfer.. Wenn man schon versucht, eine Katastrophe schön zu reden, dann doch bitte etwas glaubwürdiger...

    • Roman am 11.11.2012 22:06 Report Diesen Beitrag melden

      Klimawandel schlecht und unnatürlich?

      Ich will weder sagen dass wir nicht am Klimawandel mitverantwortlich sind oder dass er gut ist, allerdings ändert sich das Klima bereits seit die Erde existiert ständig, wodurch neue Arten entstehen und manche aussterben. Wir sagen immer, dass es schlecht sei, weil sich das für uns gewohnte Klima ändert. Vor ein paar tausend Jahren war das Klima anders als heute und auch in ein paar tausend Jahren wird es wieder anders sein, egal ob durch unser zutun oder nicht.

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  • Beat am 10.11.2012 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz sicher ?

    Mehr Hohlräume? Mehr Wasser,das dann auch wieder gefrieren kann. Hmm,noch mehr Steinschläge,Felsstürze usw. Ob das gut kommt?

  • LeDueff am 10.11.2012 01:37 Report Diesen Beitrag melden

    Alles im Fluss....

    Die Vorteile und die Nachteile der globalen Klimaveränderungen halten sich die Waage! Nehmt das Ganze etwas entspannter, wir können die Natur sowieso nicht aufhalten. Passen wir uns an, wie wir es immer getan haben, aber hören wir mit diser elenden Klimahysterie auf!