Gefährliche Strahlung

07. Februar 2018 19:02; Akt: 07.02.2018 19:02 Print

Der Weltraum-Tesla wird nach einem Jahr zerfallen

Der Tesla-Sportwagen, der mit der Falcon-Heavy-Rakete ins All geschossen wurde, könnte Millionen von Jahren unterwegs sein. Nur nicht in einem Stück.

Schwebt durchs All Richtung Mars: Ein Tesla Roadster. (Video: Tamedia/SpaceX)
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Nun ist er also unterwegs, der kirschrote Roadster von Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk. An der Spitze der zurzeit stärksten Rakete der Erde ist er ins All befördert worden. Sein Ziel: eine elliptische Umlaufbahn um die Sonne, die ihn in regelmässigen Abständen in die Nähe des Mars bringen wird. Auf dieser werde er noch in einer Milliarde Jahre unterwegs sein, sagte Musk dazu im Vorfeld des gestrigen Starts der Falcon-Heavy-Rakete.

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Realistischerweise dürfte aber schon viel früher kaum mehr etwas vom Weltraum-Sportwagen übrig sein. Zwar hat er die erste Hürde, den Start, problemlos genommen, doch in den Tiefen des Alls lauern noch weitere Gefahren. Schon kleinste Partikel können verheerende Schäden anrichten, sollten sie das Auto treffen. So erhält ein 30 Gramm schweres Trümmerteil bei einer Geschwindigkeit von 28'000 km/h die Zerstörungskraft eines Geländewagens, der mit 100 km/h unterwegs ist. Und der Tesla wird sogar noch schneller unterwegs sein.

Kein Schutz vor Strahlen

Doch auch wenn der Sportwagen von kleineren oder grösseren Einschlägen verschont bleibt, der Strahlung kann er nicht entgehen. Auf der Erde werden wir von einem starken Magnetfeld und der dichten Atmosphäre davor geschützt. Diesen Luxus haben das Cabrio und sein Passagier «Starman» nicht.

William Carroll, ein Kunststoffexperte an der amerikanischen Indiana University, sagte zu Livescience.com: «Alle organischen Verbindungen werden durch die verschiedenen Arten von Strahlung, denen sie dort begegnen, zersetzt.» Als organische Verbindungen werden Verbindungen bezeichnet, die auf Kohlenstoff basieren. Dazu gehören im Falle des Teslas neben den Ledersitzen auch sämtliche Kunststoffteile, inklusive der Karosserie aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff.

Zerfall innert Jahresfrist

Die kosmische Strahlung wird die Verbindungen nach und nach auflösen. Zuerst werden wohl die Ledersitze, die Reifen und die Farbe dran glauben müssen. Unter den gegebenen Bedingungen – schutzlos der Sonnenstrahlung ausgesetzt – dürfte dieser Prozess sehr schnell vor sich gehen. «Diese Verbindungen in dieser Umgebung – ich würde ihnen kein Jahr geben», so Carroll.

Am längsten werden es die kohlenstofffaserverstärkten Teile überleben. Doch auch sie werden irgendwann weg sein. Dann bleiben nur noch die anorganischen Teile übrig: der Aluminiumrahmen, Metallbauteile und alle Teile aus Glas, die nicht schon vorher bei Meteoriteneinschlägen zu Bruch gegangen sind. Und so wird allfälligen Entdeckern in einer fernen Zukunft einiges an Fantasie abverlangt, in dem Trümmerhäufchen noch einen kirschroten Tesla Roadstar aus dem 21. Jahrhundert zu erkennen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lapidarius am 07.02.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transformers

    In 1000 Jahren wird Elons Tesla als Teslepticon auf die Erde zurückreisen und sie vor der Zerstörung retten :)

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  • Bänz am 07.02.2018 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kunststoffexperte

    Offenbar hat der Mann nicht berücksichtigt, dass im All der Sauerstoff fehlt, welcher auf der Erde an aufgebrochene organische Moleküle andockt. Das Material wird sehr viel länger als ein Jahr halten, wenn es nicht von Meteoriten getroffen wird.

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  • lösli am 07.02.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen?

    Sorry, aber fliegt im Weltraum nich sonst schon genügend Müll rum oder müssen wir tatsächlich noch mehr nachhelfen? Exgüse aber könnte mir mal jemand erklären, was das hier genau bezwecken soll!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco B. am 08.02.2018 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schwere Teslas

    Schon schwer diese Teslas mit ihren riesigen Batterien. Sogar der Roadster sage und schreibe 64 Tonnen!

  • Luca am 08.02.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Jammerimimimi

    Müll im All ist kein Müll. Hier auf der erde schadet Müll der Umwelt. Im All dagegen ist Müll nur ein paar Atome das im unendlichen raum umherschwirrt. Man kann das All nicht verschmutzen (höchstens unser näheres Umfeld).

  • mülleentsorger am 08.02.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Tesla im All

    super jetzt entsorgen wir den müll auch schon ins all. Der platz hier muss wohl wirklich langsam knapp sein, also müllen wir doch auch alles andere noch zu.

  • Alien am 08.02.2018 03:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr Verrückten

    Wir Ausserirdischen beobachten die Erde schon seit Jahrzenten und standen kurz davor Kontakt mit euch aufzunehmen. Jetzt haben wir gesehen, dass ihr Verrückten ein Auto ins Weltall geschossen habt. Ihr seid noch lange nicht soweit!

  • Daniel K. am 08.02.2018 01:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig

    Die Menschen waren auf dem Mond. Wurden sie auf dem Weg dorthin und auf dem Mond selber nicht auch sehr gefährlicher Strahlung ausgesetzt? So gut war der Schutz damals doch noch nicht?

    • Mr. Space am 08.02.2018 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      ISS

      Nun sie wurden dieser Strahlung ausgesetzt. Was viel schlimmer ist, sind die Astronauten die bis zu einem Jahr auf der ISS sind. Die Strahlungsstärke ist dort ähnlich. Dieses sehen sogar grüne Blitze wenn sie die Augen schliesses. Und die ISS ist auch noch nicht zerfallen. Ein bisschen übertrieben wird hier schon.

    • Pablo am 08.02.2018 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Space

      Also so ungeschützt ist die ISS auch nicht. Die Kapseln in denn die Besatzung sich am meisten aufhält oder schläft sind einbischen gepanzert und abgeschirmt. An den Fenster sieht man aber wie viele Teilchen schon ihre Zeichen hinterlassen haben.

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