Tagesplanung

27. Oktober 2014 20:19; Akt: 27.10.2014 20:19 Print

Der frühe Affe kriegt das Frühstück

Auch wenn es so scheinen mag: Unsere nächsten Verwandten leben nicht einfach in den Tag hinein. Schimpansen planen selbst das Frühstück akribisch.

Dass Schimpansen für Futter auch bereit sind, nachts aufzustehen, haben kürzlich Forscher vom Naturhistorischen Museum in Paris gezeigt. Sie filmten die Tiere dabei, wie sie in totaler Dunkelheit Maiskolben von einem unbewachten Feld stahlen. (Video: Youtube/PLOS Media)
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Wenn es ums Fressen geht, werden Schimpansen zu Frühaufstehern.Vorsorglich bauen sie zudem ihre Schlafnester direkt entlang der Strecke zum nächsten Frühstücksbaum. Das fand ein internationales Forscherteam um Karline Janmaat vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig heraus.

Im westafrikanischen Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste untersuchte Janmaat mit ihren Kollegen das Verhalten von fünf weiblichen Schimpansen. Insgesamt wurden die Schimpansinnen 275 komplette Tage beobachtet. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler in den «Proceedings of the National Academy of Sciences».

Für Feigen früh raus

Stossen die Menschenaffen auf Bäume, die besonders kurzlebige und leckere Früchte wie Feigen tragen, die auch andere Tiere lieben, dann wollen sie unbedingt die Ersten beim Frühstück sein. Sie richten danach nicht nur ihre Schlafnester ein, sondern stehen auch früher auf als ihre Konkurrenten.

«Dabei handelt es sich nicht etwa um andere Schimpansen, sondern um kleinere Affen oder Vögel», sagt Janmaat. Oft waren die Schimpansen schon vor Sonnenaufgang unterwegs. Je weiter das Schlafnest vom Baum weg war, desto eher gingen sie los.

Selektives Vorgehen
«Fünf Tage in der Woche verliessen sie ihre Nester vor Sonnenaufgang, während der Rest des Waldes noch schlief», sagte Janmaat.

Dabei stellte sich heraus, dass die engsten Verwandten des Menschen durchaus selektiv vorgehen. Sie machten sich nur dann früh auf, wenn die Früchte rar waren. Bei anderen Sorten ist das nicht der Fall.

«Unsere Erkenntnis ist: Schimpansen leben nicht nur im Jetzt. Sie können ihre Handlungen vorausplanen», sagte Janmaat. Das bedeute auch, um in knappen Zeiten ihre grossen Gehirne ausreichend zu versorgen, sicherten sie sich den Erstzugriff auf energiereiche Nahrung.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ilaria am 28.10.2014 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    danke 20min

    danke für den Bericht. Sowas freut ungemein - wenn man sich mal nicht mit Kriegs- und Rassismusdepechen abmühen muss. Gerne lese ich weitere naturwissenschaftliche Reports. Toll finde ich auch die Verlinkung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ilaria am 28.10.2014 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    danke 20min

    danke für den Bericht. Sowas freut ungemein - wenn man sich mal nicht mit Kriegs- und Rassismusdepechen abmühen muss. Gerne lese ich weitere naturwissenschaftliche Reports. Toll finde ich auch die Verlinkung.