Krankmacher

20. Februar 2016 22:29; Akt: 20.02.2016 22:29 Print

Die 15 übelsten Parasiten, die im Essen lauern

Sie können acht Meter lang werden, wandern durch Blutgefässe oder verursachen blutigen Durchfall: Parasiten, die wir durch unsere Nahrung aufnehmen.

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Die 15 übelsten Parasiten, die im Essen lauern. Trichuris trichiura befällt ausschliesslich den Menschen. 750 Millionen Menschen sind infiziert, hauptsächlich in den Tropen und Subtropen. Der bis fünf Zentimeter lange Wurm lebt vom Inhalt der Darmschleimhautzellen. Bei über 100 Würmern kommt es zu Durchfall, Blutungen und seltener zu einem Darmverschluss. Der Lungenwurm ist ein Saugwurm, der Menschen und Säugetiere befällt, die rohe Schalentiere essen. Er verursacht die Lungen-Paragonimiasis. Nach einer akuten Erkrankung, die unter anderem Fieber und Schüttelfrost auslöst, folgt später die chronische Phase. Bei Befall des Gehirns kommt es zu Epilepsie, Enzephalitis, Meningitis, Blindheit und Lähmungen. Der Einzeller löst eine Magen-Darm-Entzündung aus. Im schweren Fällen kommen zu Durchfall und Übelkeit auch Erbrechen, starker Gewichtsverlust und Muskelschmerzen dazu. Der Parasit kommt hauptsächlich in unterentwickelten Gebieten der Tropen und Subtropen vor - und auf von dort importierten Früchten. Die Gattung Fasciola enthält vier Arten von Saugwürmern. Zwei Arten, der Grosse Leberegel (Bild) und der Riesenleberegel, befallen Wiederkäuer und den Menschen. Sie lösen die Fasziolose aus, die Leber und Gallengänge schädigt. Die aus Europa stammende Krankheit kommt heute auch in den Tropen vor. Zu einer Infektion kommt es unter anderem beim Verzehr von verseuchtem Kopfsalat. Der einzellige Parasit kann Menschen, Säugetiere, aber auch Amphibien, Reptilien und Vögel befallen. Er gelangt über verseuchtes Wasser in den Darm und verursacht die Krankheit Giardiasis. Symptome sind Durchfall und Blähungen. Selten kommt es zu Fieber und in schweren Fällen zu einer Mangelernährung. Der einzellige Parasit überträgt die Chagas-Krankheit, die zu teils tödlich Herz- und Darmproblemen führt. Der Parasit ist hauptsächlich in Mittel- und Südamerika verbreitet und wird durch blutsaugende Raubwanzen übertragen. Menschen können sich zudem anstecken, wenn sie mit verunreinigtem Essen Exkremente der Wanzen zu sich nehmen. Spulwürmer leben im Darm und werden bis 40 cm lang. Ein Viertel der Weltbevölkerung ist infiziert, was die Spulwürmer zum häufigsten Parasiten im Menschen macht. Nach der Einnahme (z.B. über ungewaschenes Gemüse) schlüpfen im Darm die Larven, die über Blutgefässe in die Lunge wandern. Von dort werden sie hochgehustet und wieder geschluckt. Erst dann werden sie im Darm zu ausgewachsenen Würmern. Bei massenhaftem Auftreten kann es zum Darmverschluss (im Bild) und Mangelernährung kommen. Saugwürmer, die hauptsächlich in Südostasien heimisch sind. Zur Infektion kommt es beim Verzehr von rohem oder zu wenig erhitztem Fisch, der von Larven befallen ist. Diese entwickeln sich in einem Säugetier oder Menschen zu Würmern, die sich im Gallengang und der Gallenblase einnisten. Chronische Infektionen können zu Leber- und Gallengangkrebs führen. Die Fadenwürmer lassen sich vor allem im quergestreiften, gut durchbluteten Muskelgewebe nieder. Sie verursachen die Trichinellose. Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen und Ödeme im Augenbereich. Wird der Herzmuskel befallen verläuft die Krankheit tödlich. Zur Infektion kommt es durch den Verzehr von nicht oder ungenügend erhitztem infiziertem Schweinefleisch. Trichinellose ist hierzulande bei Mensch und Tier meldepflichtig. Der einzellige Parasit verursacht die Amöbenruhr, eine Infektion des Dickdarms. Sie äussert sich in blutigem und schleimigem Stuhl, verbunden mit Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber. Bei starker Erkrankung können 40 bis 50 Stuhlentleerungen pro Tag vorkommen. Wenn sich der Parasit im Körper ausbreitet, kann es zu tödlichen Geschwüren in der Leber und anderen Organen kommen. Kryptosporidien kommen weltweit vor. Sie werden über verunreinigtes Wasser oder mit solchem gewaschene Lebensmittel übertragen. Eine Infektion äussert sich bei gesunden Menschen in akutem Durchfall. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann sie zu chronischem Durchfall führen. So sollen etwa 3 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit Aids auf Kryptosporidien zurückgehen. Der einzellige Parasit befällt Katzen. Als Zwischenwirt dient ihm praktisch jedes andere Wirbeltier. Die Infektionsrate beim Menschen liegt je nach Region zwischen 10 und 80 Prozent. Die Infektion verläuft meist ohne Symptome. Problematisch wird es bei Schwangeren, wenn der Parasit in die Plazenta eindringt, was zu einer Fehlgeburt führen kann. Bei Personen mit gestörtem Immunsystem kann eine Toxoplasmose zu Wesensveränderungen, Lähmungserscheinungen und Krampfanfällen führen. Der Fuchsbandwurm kann beim Menschen die bläschenartige Echinokokkose, eine lebensgefährliche Wurmerkrankung auslösen. Dabei bilden sich Zysten in den inneren Organen. Die Zysten können sich unbemerkt wie Tumore ausbreiten, was unbehandelt innerhalb von zehn Jahren in über 90 Prozent der Fälle zum Tod führt. Eine Infektion erfolgt durch das Verschlucken von Eiern des Fuchsbandwurms. (Im Bild: Von den Larven gebildete Bläschen in der Bauchhöhle einer Baumwollratte) Der Bandwurm ist nur drei bis sieben Millimeter lang, kann aber beim Menschen die zystische Echinokokkose auslösen. Die Bandwurmlarven, Finnen genannt, können in Leber, Lunge, selten auch in Milz, Nieren und Gehirn zur Bildung von Zysten führen. Die Symptome können jahrelang unentdeckt bleiben. Menschen können sich durch die Einnahme von Eiern aus Hundekot infizieren, entweder über verunreinigte Lebensmittel, direkten Kontakt oder verunreinigte Erde. Der Schweinebandwurm lebt im Darm des Menschen und kann mehr als acht Meter lang werden. Die Infektion erfolgt durch die Einnahme von Larven in nicht oder ungenügend erhitztem, infiziertem Schweinefleisch. Im Darm wächst der Wurm, indem er fortlaufend neue Glieder bildet. Er ernährt sich von den Nährstoffen im Darm, was beim Wirt zu Mangelernährung führen kann. Werden statt Larven Eier eingenommen, können diese eine Zystenbildung hervorrufen, die zu Epilepsie führen können.

Zum Thema
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Die Vorstellung, dass in unserem Essen krankmachende Parasiten darauf warten, von uns verschlungen zu werden, ist wenig erbaulich. Es mag ein kleiner Trost sein, dass die meisten Parasiten eher in wärmeren Ländern mit tiefen Hygienestandards anzutreffen sind. Doch in Zeiten, in denen Nahrungsmittel um den halben Globus transportiert werden, steigt auch hierzulande das Risiko, sich etwas einzufangen.

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Helena Helmby von der London School of Hygiene & Tropical Medicine hat basierend auf einem Bericht von UNO und WHO die schädlichsten Parasiten zusammengestellt (siehe Bildstrecke). Für die Rangliste wurde die Anzahl Fälle, die weltweite Verbreitung und die Auswirkungen auf die Gesundheit berücksichtigt.

Zum Schutz gegen Infektionen rät die Expertin zu einwandfreier Hygiene im Umgang mit Nahrungsmitteln: Früchte und Gemüse immer waschen, auch Fertigsalat, Fleisch genügend durchbraten, und eine Verunreinigung des Essens durch Haus- oder Wildtiere vermeiden.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 20.02.2016 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    also ich persönlich finde ja...

    ...das übelste was im essen lauert sind mononatriumglutamat, acesulfam, aspartam, hefeextrakt, cyclamat und viele lustige weitere kleine "E" nümmerchen. die machen mir wesentlich mehr angst...

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  • Thomas Wernli am 20.02.2016 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parasiten in CH

    Viel Spass bei steigenden Temperaturen in der Schweiz verbreiten sich auch solche Parasiten automatisch bei uns, selbst bei relativ hohem Hygienestandard, wie wir ihn pflegen.

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  • Michelle am 21.02.2016 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nunja

    Die hygiene ist bei vielen verloren gegangen, dass merkt man auf öffentlichen toiletten, wie wenig sich die leute die hände waschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Philo am 21.02.2016 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt uns das?

    Die meisten dieser Parasiten sind Würmer... Warum gibt es diese Spezien eigentlich überhaupt noch? Ach ja... Die Pharmaindustrie hat ja auch kein Interesse daran, dass es den Menschen gut geht... Wer zahlt sonst ihre Saläre? Bin gespannt, welche Firma bald eine Impfung gegen ZIKA aus dem Ärmel schüttelt... Ohhh Wunder!!! Die, die dieses Virus ausgesetzt haben...

  • Susanne am 21.02.2016 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruuuusig:

    Das wird ja heiter, gerade in Restaurants und Schnell-Küchen! Die meisten haben kein Wirtepatent mehr und haben von Hygiene KEINE Ahnung! Ob der WC-Gang vor der Salatzubereitung mit ungewaschenen Händen erledigt wird oder das Nasengrübeln bei der Dessserzubereitung.. ganz abgesehen von der Lagerung der frischen Lebensmittel.., zwingt mich, immer mehr auf Restaurantbesuche zu verzichten! Als immungeschwächte Person habe ich keine Lust mehr auf Noroviren, HepatitisE.., denn das heisst für mich Infusionen! Zu Hause weiss ich, wie es gelagert u.zubereitet wird und wie sauber der Kühlschrank... ist

    • Dr.Prof.Kokokken-Killy am 21.02.2016 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne

      Würde an Ihrer Stelle das Haus nicht mehr verlassen, Fenster zu und mich in Watte eingehüllt verstecken, aber in Bio Watte...

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  • ex-Bio am 21.02.2016 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen ziehen

    also bei mir kommt ab sofort kein Bio mehr auf dem Tisch -es lebe die Chemie-Keule! :-)

  • Mensch am 21.02.2016 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    menschliche Parasiten

    Es gibt auch Menschen Parasiten... Es sind solche Menschen, die vortäuschen anderen was gutes zu wünschen oder zu tun, im Geschäft oder im privat, in Wirklichkeit wollen die immer nur eigene Interessen verfolgen. Die können anderen ganz viel Schaden anrichten

    • Smokey am 21.02.2016 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      Leider ist die Gesellschaft völlig infiziert durch solche Gestalten. Es schadet nicht, sich diesbezüglich ein wenig zu informieren (z.B. über Narzissten / Psychopathische Typen), bevor man wegen solchen zu oft auf die Nase fällt...

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  • mumu am 21.02.2016 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung Bild 8/16!

    "Ein Viertel der Weltbevölkerung ist infiziert"! Ist hier auch der Fall?? Kann mir bitte jemand sagen, wie kann ich das beim Arzt testen ? Denn normaler Bluttest wird so was nicht zeigen, nehme ich an? Danke

    • Ganz einfach am 21.02.2016 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mumu

      Du musst ein Stück Käse ans Poloch ranhalten. Wenn ein Wurm raukuckt bist du infiziert. Wenn ihr zu zweit seid kann der andere den Wurm schnappen und vorsichtig rausziehen.

    • mumu am 21.02.2016 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ganz einfach

      Schön, hast du zum lachen. Aber entweder ist ein viertel vin uns infiziert, und kein Ahnung hat (da symptomlos?), oder ist die Statistik falsch. Du meinst sicher, die Ziffern stimmen nicht, oder einfach nicht 'bei uns'?

    • karma am 21.02.2016 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mumu

      Indem du den Kot untersuchen lässt, ganz einfach!

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